Gesundheit

Wenckebach-Klinikum: Vivantes empfiehlt Weiterentwicklung

Der Großkonzern will nach Fertigstellung des Auguste-Viktoria-Neubaus den Standort erhalten. Abschließend entschieden ist das nicht.

Vivantes Wenckebach-Klinikum in Tempelhof

Vivantes Wenckebach-Klinikum in Tempelhof

Foto: Vivantes Netzwerk GmbH

In den neun Kliniken des Vivantes-Netzwerks für Gesundheit werden jährlich eine halbe Million Menschen aus ganz Berlin versorgt. Eines davon, das Auguste-Viktoria-Klinikum in Tempelhof, erfährt zurzeit eine Rundumerneuerung. Etwa 64,2 Millionen Euro soll der Neubau – mit Stand zum Richtfest vor einem Monat – kosten. Wie sich dagegen der Standort des Wenckebach-Klinikums entwickelt, ist noch nicht abschließend geklärt.

Das neue Auguste-Viktoria-Klinikum am Grazer Damm wird Platz für 100 Betten bekommen. 22 davon sind Intensivpflege-Betten. OP-Säle, Rettungsstelle und Funktionsbereiche entstehen in mehreren Bauabschnitten. Insgesamt wird das Großprojekt einige Jahre bis zur Fertigstellung in Anspruch nehmen. Das schürt Verunsicherung darüber, ob nicht eventuell ein anderer Standort dafür verschwindet.

Anfrage von Aferdita Suka (Grüne) zur Zukunft des Wenckebach-Klinikuns

Das wollte auch Aferdita Suka (Grüne), Abgeordnete in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Tempelhof-Schöneberg, wissen. Bezirksstadtrat Oliver Schworck (SPD), der jüngst zur Sukas Anfrage Stellung nahm, signalisierte, dass auch der Bezirk trotz des Neubaus Interesse am Erhalt des Wenckebach-Klinikums in der Tempelhofer Wenckebachstraße habe. Die medizinische Versorgung der Menschen aus dem Bezirk sollte auch im Bezirk stattfinden, so Schworck.

Die Entscheidung liege aber beim Vivantes-Netzwerk unter Abstimmung mit dem Berliner Senat als Krankenhausplanungsbehörde. Seit 2018 geführte Analysen und Diskussionen um das Wenckebach-Klinikum empfehlen eine Weiterentwicklung des Standorts zu einem ambulanten Gesundheitscampus, so eine Sprecherin des Vivantes Netzwerk für Gesundheit. Die stationäre Versorgung solle dann in den Neubau des Auguste-Viktoria-Klinikums am Grazer Damm verlagert werden.

Abschließend entschieden ist die Zukunft des Wenckebach-Klinikums nicht

„Vor dem Hintergrund gesundheitspolitischer Entwicklungen und Vorgaben, beispielsweise Mindestmengen, Strukturvoraussetzungen bei Personal und Infrastruktur, sowie den baulichen Perspektiven, erfolgen für jeden Standort von Vivantes spezifische Überlegungen“, so die Vivantes-Sprecherin weiter. Eine abschließende Entscheidung gebe es dazu allerdings noch nicht.

In die Beratungen fließen auch die Empfehlungen der Zukunftskommission „Gesundheitsstadt Berlin 2030“ mit ein. Darin wird unter anderem eine enge Kooperation zwischen Charité und Vivantes empfohlen. „Ziel ist es, möglichst schnell eine Perspektive für die künftige Entwicklung beider Standorte zu schaffen“, so die Sprecherin.

Wenckebach versorgt jährlich 21.000 Menschen

Als Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit 443 Betten werden im Wenckebach-Klinikum jedes Jahr etwa 21.000 Patientinnen und Patienten behandelt, mehr als die Hälfte davon ambulant. Insgesamt werden in allen Vivantes-Krankenhäusern etwa 246.000 stationäre und 336.000 ambulante Fälle betreut. Es deckt die Fachbereiche Anästhesie, Allgemein- und Viszeralchirurgie, Innere Medizin (Gastroenterologie, Geriatrie, Kardiologie/Intensivmedizin), Psychiatrie, Radiologie, Unfallchirurgie/Orthopädie sowie eine Rettungsstelle ab.