Marienfelde

Naturpark Marienfelde soll entwickelt werden

Ein veränderter Landschaftspark könnte den Marienfelder Naturpark ausweiten und so Pflanzen und Tieren mehr Platz bieten.

Blick vom sogenannten Alpengipfel im Naturpark Marienfelde auf die Wohnsiedlung am Tirschenreuther Ring 

Blick vom sogenannten Alpengipfel im Naturpark Marienfelde auf die Wohnsiedlung am Tirschenreuther Ring 

Foto: Björn Lindner (Archivfoto)

Schon jetzt ist der Naturpark Marienfelde und die darum liegenden Flächen eine Idylle im Süden der Stadt. Der Bezirk will das aus insgesamt 14 Teilflächen bestehende Areal zu einem Landschaftspark entwickeln lassen, um Flora und Fauna entsprechend dem Berliner Naturschutzgesetz Raum zu geben. In den Ausschüssen der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) wurde jetzt eine erste Bestandsaufnahme, angefertigt durch das Planungsbüro Cassens&Siewert, vorgestellt.

Als Fenster zur Marienfelder Feldmark habe der Landschaftspark Marienfelde mit seinen 140 Hektar eine wichtige Funktion im Berliner Biotopverbund, so eine Sprecherin des Umweltamts des Bezirks Tempelhof-Schöneberg. Das Areal ist gleichzeitig Teil der Wegeverbindung zwischen den Grünflächen der Stadt. Marienfelde ist dabei ein Bindeglied des äußeren Rings aus Park- und Grünanlagen. Die Vorstellung erster Ziele ist nur der erste Verfahrensschritt von vielen. Als nächstes muss sich das Bezirksamt verbindlich einigen, wie das Gelände gestaltet werden kann.

Naturpark Marienfelde bietet Lebensraum für geschützte Arten

Bereits durch einen Landschaftsplan geschützt, bietet das Areal einen Lebensraum für geschützte und gefährdete Tier- und Pflanzenarten. Dieses Ziel bleibt an oberster Stelle bestehen und wird explizit in den Teilflächen verfolgt. Für Anwohner und Ausflügler ist es eines der wichtigsten Erholungsgebiete im Süden. Im Kern des Landschaftsplans sollen Offenlandschaften erhalten bleiben und, wo möglich, beispielsweise durch Entsiegelung der Fläche der „Alten Bezirksgärtnerei“, erweitert werden.

Die 14 Flächen werden bislang ganz unterschiedlich genutzt und befinden sich in unterschiedlichem Eigentum. Im Norden befindet sich beispielsweise eine Fläche des Bundesinstituts für Risikobewertung sowie eine Freifläche des Baumarkts Bauhaus und andere gewerblich genutzte Flächen. Ziel könnte es sein, die Flächen im Norden als Erweiterung des Freizeitparks für den Natur- und Artenschutz zu sichern. Im Süden unterhält das Umweltbundesamt ein Versuchsfeld.

Naturpark Marienfelde enthält schon jetzt viel Freifläche

„Im Süden befindet sich eine Freifläche, die von den Berliner Wasserbetrieben vorsorglich als Erweiterungsfläche frei gehalten wurde“, so die Bezirkssprecherin weiter. Im Osten befindet sich der nördliche Grünzug des Königsgrabens sowie im Westen die ehemalige Bezirksgärtnerei Diedersdorf und Schlehen- und Radarberg. Viel Freifläche, darunter Wiesen und Strauchlandschaft machen das Gelände zu einem Kleinod.

„Nach der Vorstellung der Planungen in den Ausschüssen müssen jetzt Detailabstimmungen innerhalb des Bezirksamtes (Abteilungen StadtBau und Umwelt- und Naturschutz) vorgenommen werden“, heißt es dazu aus dem Bezirksamt. Danach werde ein Beschluss des Bezirksamts herbeigeführt.

Die im Landschaftsplan festgelegte Zweckbestimmung der Flächen ist rechtsverbindlich und hat auch Auswirkungen auf deren Schutz.