Grünanlagen

Parkläufer nehmen Arbeit in Schöneberg auf

Der Kleist- und der Nelly-Sachs-Park in Schöneberg werden nun regelmäßig durch Mitarbeiter kontrolliert.

Vier Parkläufer, zu erkennen an den grünen Jacken, nehmen Kleist- und Nelly-Sachs-Park in Schöneberg genau in den Blick. Wenn es sein muss, dürfen sie Verweise aussprechen.

Vier Parkläufer, zu erkennen an den grünen Jacken, nehmen Kleist- und Nelly-Sachs-Park in Schöneberg genau in den Blick. Wenn es sein muss, dürfen sie Verweise aussprechen.

Foto: Julia Lehmann

Sie sollen im Kleist- und Nelly-Sachs-Park für Ordnung uns Sauberkeit sorgen. Sogenannte Parkläufer und ein Parkmanager durchstreifen fortan die beiden Schöneberger Grünanlagen und halten Ausschau nach störenden Parkbesuchern.

Am Donnerstag stellte Bezirksstadträtin Christiane Heiß (Grüne) das Team im Kleistpark vor. Es soll auf auffällige Gäste der beiden Parks zugehen, sie ansprechen, vermitteln. Lars Larisch, studierter Sozial- und Kulturanthropologe, koordiniert die Arbeit der Parkläufer. Die vier jungen Männer, gut zu erkennen an den leuchtend grünen Jacken, sollen eine soziale Kontrollinstanz in den Parks sein. Christiane Heiß bezeichnete sie auch als „Frühwarnsystem“.

Alkoholisierte Jugendliche oder Drogenabhängige, Randalierer oder Umweltverschmutzer werden von den Parkläufern zunächst angesprochen und gegebenenfalls des Parks verwiesen. Wenn die Situation zu brenzlig wird, rufen sie die Polizei zur Hilfe. Das Prinzip ist simpel: Störende Parkbesucher sollen sich wiederum durch die Präsenz der Parkläufer gestört fühlen. „Die Parkläufer sollen auch Ansprechpartner für die Nachbarn sein“, sagte Christiane Heiß.

Vier Parkläufer, neun Sprachen

Sprachlich sind die neuen Parkranger gut aufgestellt. Jeder spricht mehrere Sprachen, darunter Türkisch, Arabisch, Russisch, Polnisch, Rumänisch, Italienisch, Kurdisch und Deutsch. Wichtig, um mit möglichst vielen Menschen Kontakt aufnehmen zu können. Wichtig sei, dass dies auf Augenhöhe geschehe, sagte Parkläufer Tufan Saglam.

Zu allererst suche man das lockere Gespräch mit den Menschen, bevor man sie darum bitte leiser zu sein oder ihren Müll nicht herumliegen zu lassen. „Höflich sein,“ so Tufan Saglam. Ihm gefalle der Job, denn es sei nie langweilig.

Weiterführende Hilfsangebote

Um Menschen mit Drogen- oder Alkoholproblemen nicht einfach nur aus dem Park zu verjagen, halten die Parkläufer, die das Bezirksamt über den sozialen Träger SI3 engagiert hat, Beratungsangebote vor, um kurzfristig helfen zu können. Die Parkläufer haben vor Antritt ihrer Stellen eine Ausbildung im Sicherheitsbereich absolviert. Im Laufe der Zeit sollen Weiterbildungen folgen.

Anzutreffen sind die Parkläufer in der Zeit von 13 bis 1 Uhr nachts immer in Zweierteams. Gerade in den Abendstunden sei die Situation in den Parks häufig „nicht einschätzbar“, sagte Lars Larisch. Dann gehe die Gruppe auch mal gemeinsam los. Für Pausen steht bisher ein beheizter Bauwagen bereit, in nächster Zeit soll dieser durch einen Bürocontainer ersetzt werden.

Vorbild Görlitzer Park

Das durch den Senat mit 300.000 Euro geförderte Projekt läuft in Tempelhof-Schöneberg gerade erst an. Christiane Heiß stellte aber in Aussicht, Parkläufer auch in anderen Parks des Bezirks einzusetzen. Insgesamt stecke der Senat wieder mehr Geld in die Grünanlagen der Stadt. Sie wolle mit der Kontrolle ein Signal senden: „Grünanlagen sollen keine Orte sein, die das Revier von einigen wenigen sind.“

Vorreiter beim Parkmanagement war der Görlitzer Park in Kreuzberg „Dort klappt das so gut, dass wir das nun auch in Anspruch nehmen“, so die Stadträtin. Auch in Mitte werden die Grünanlagen durch Parkläufer kontrolliert.