Nachnutzung

Wald auf dem Dach des Flughafens Tempelhof geplant

Auf dem Dach des ehemaligen Flughafens Tempelhof sollen 20.000 Bäume gepflanzt werden. Doch geht das überhaupt?

Das Dach des ehemaligen Flughafens Tempelhof - ein politisches Kunstprojekt sieht dort einen Wald vor.

Das Dach des ehemaligen Flughafens Tempelhof - ein politisches Kunstprojekt sieht dort einen Wald vor.

Foto: David Heerde

Berlin.  Ein Wald auf dem Dach des früheren Flughafens Tempelhof – dieser Utopie widmet sich das Projekt Tempelhofer Wald, das am kommenden Freitag, 23. August, im und auf dem ehemaligen Flughafengebäude startet.

MicaMoca will bei Nachnutzung groß denken

Mehr als ein Jahrzehnt nach seiner Schließung gilt der Flughafen Tempelhof immer noch als ein Ort der tausend Möglichkeiten. Der Verein MicaMoca, der sich als Kulturgenerator versteht, will jenseits politischer Sachzwänge Ideen für die Gestaltung immer knapper werdender urbaner Räume ankurbeln. Und das unter Mitwirkung zahlreicher Künstlerinnen und Künstler, Urbanistinnen und Urbanisten. „Unser Vorschlag ist es, 20.000 Bäume auf dem Dach des geschichtsträchtigen Flughafengebäudes zu pflanzen“, kündigte Projektleiter Christophe Knoch am Montag an.

Dass dies die Statik gar nicht zulassen würde, wie die für das Gebäude zuständige landeseigene Tempelhof Projekt GmbH auf Anfrage erklärt, spielt für ihn keine Rolle. „Die Frage der Machbarkeit ist nicht die richtige, sondern: Wie groß wollen wir denken“, sagte Knoch im Gespräch mit der Berliner Morgenpost.

Partizipationsprozess um Flughafennutzung stockt

Nachdem der politische Partizipationsprozess rund um die Nachnutzung des Flughafengebäudes still stehe, soll die Aktion laut Projektleiter Knoch einen neuen Impuls setzen. Rot-Rot-Grün hatte versprochen dass alle in der Stadt bei der Nachnutzung des riesigen Gebäudes und der Hangars mitreden dürfen. Die vom Senat mit der öffentlichen Beteiligung beauftragte Agentur hat jedoch nach einigen Pannen hingeworfen - der Prozess stockte schon davor.

Ein Essen mit 1000 Teilnehmern geplant

Das TempelhoferWald-Projekt läuft bis 15. September und wird gefördert durch die Senatsverwaltung für Kultur, in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Tempelhof Projekt GmbH. Als Höhepunkt ist am 14. September ein Essen mit 1000 Vertretern von Initiativen im Hangar 7 des Flughafens Tempelhof geplant. „Das Signal soll sein: Wollt ihr eine neue Stadt bauen, hier sind die Menschen, die mitmachen wollen.“

Los geht es am Freitag mit dem Kolloquium „Alte Räume, neuer Inhalt“. Kostenlose Bustouren zu Liegenschaften sollen in die Stadt der Zukunft führen. Auch unterschiedliche Exkursionen durch das alte Flughafenhafengebäude sind geplant.

Anmeldungen notwendig

Anmeldungen zu den jeweiligen Veranstaltungen sind möglich unter folgenden e-mail-Adressen: bustouren@tempelhoferwald.berlin; kolloquium@tempelhoferwald.berlin; exkursionen@tempelhoferwald.berlin.

Programmpunkte über Homepage

Alle Infos zu den einzelnen Veranstaltungen mit den Treffpunkten am Haupteingang, am Platz der Luftbrücke oder am GAT, Tempelhofer Damm, sind im Internet zu finden: www.tempelhoferwald.berlin/