Umweltschutz

Renate Künast picknickt für die Platanen an der Urania

Grünen-Politikerin Renate Künast setzt sich mit der Aktion für den Erhalt der Bäume ein, die das Kunstwerk an der Urania verdecken.

Renate Künast (2.v.r.) beim Picknick zum Erhalt der acht Platanen, die das Kunstwerk „Arc de 124,5°“ vor der Urania verdecken.

Renate Künast (2.v.r.) beim Picknick zum Erhalt der acht Platanen, die das Kunstwerk „Arc de 124,5°“ vor der Urania verdecken.

Foto: Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. Mit Baguette und Käse für das Stadtklima: Die ehemalige Landwirtschaftsministerin Renate Künast (Grüne) und der Berliner Abgeordnete Notker Schweikhardt (Grüne) luden am Sonntag zu einem Picknick an den Urania-Bäumen, um sich für deren Erhalt einzusetzen. Er wolle „alles tun, was ich kann, um die Bäume zu erhalten“, verkündete Schweikhardt.

Es geht um acht Bäume auf dem Mittelstreifen gegenüber der Urania in Schöneberg. Die Platanen verdecken die Sicht auf die Skulptur „Arc de 124,5°“ des Künstlers Bernar Venet auf dem Mittelstreifen – und sollen deshalb weichen. Die Skulptur war ein Geschenk Frankreichs anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins, das damalige französische Premierminister Jacques Chirac 1987 überbrachte. Zu sehen ist das Kunstwerk jedoch nur in den Wintermonaten, im Sommer wird es von den umstehenden Bäumen verdeckt. Der Künstler und die französische Botschaft hatten beim Bezirk und dem Land Berlin für eine angemessenere Präsentation geworben.

„Die deutsch-französische Freundschaft braucht das Fällen dieser Bäume nicht“

Im Februar hatte die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) beschlossen, die Bäume fällen zu lassen. Mehrere Politiker, so auch Künast, sowie die Umweltorganisation BUND protestierten. „Wir wollen zeigen, dass wir am Thema bleiben“, sagte Künast beim Picknick auf dem Urania-Mittelstreifen. Das Fällen der Bäume sei eine absurde Idee. Man brauche die Bäume für das Klima und für eine lebenswerte Stadt. „Die deutsch-französische Freundschaft braucht das Fällen dieser Bäume nicht.“ Um das zu unterstreichen, hatten sich Künast und Schweikhardt den französischen Nationalfeiertag für das Picknick ausgewählt.

Gegen das Fällen der Bäume sprach sich auch Ludger Schiffler aus. Der Französischprofessor an der Freien Universität Berlin verlas einen Brief an die französische Botschafterin. Das Ziel des Briefes: Der Erhalt der Bäume – „als Zeichen dafür, dass in Zukunft beide Völker hinsichtlich des Umweltschutzes an einem Strang ziehen werden“. Nach dem Streit in der BVV hatte Künast eine Verlegung des Kunstwerks vorgeschlagen, zum Beispiel auf das Tempelhofer Feld. Am Sonntag sagte sie dazu: „Man muss alle Varianten durchspielen.“