In Berlin erinnern rund 8000 Stolpersteine an die Opfer des NS-Terrors, in Tempelhof-Schöneberg über 880. In der Crellestraße in Schöneberg wird an diesem Sonntag, 31. März, um 12 Uhr ein Stolperstein in Gedenken an Dr. Erna Davidsohn verlegt.
Die Kinderärztin lebte hier in der Bahnhofstraße 1, die später unbenannt wurde. Das Berufsverbot 1938 traf sie wie viele andere jüdische Bürgerinnen und Bürger. Die Schönebergerin begleitete daraufhin Kindertransporte nach England und Schweden. Dort wurde ihr das Asyl verweigert. Am 17. Mai 1943 wurde sie von Berlin nach Auschwitz deportiert und musste dort mit zwei Kolleginnen ein Lagerlazarett betreiben. Nur eine der drei Frauen überlebte und konnte später von der Zeit berichten.
Ihr Leben
Geboren wurde Erna Davidsohn am 5. März 1897. Sie besuchte die Chamisso-Grundschule, danach das humanistische Gymnasium der ehemaligen Königlichen Augustaschule. Nach dem Abitur 1918 studierte sie Medizin an der Berliner Friedrich-Wilhelms-Universität, später in Freiburg. Nach dem Staatsexamen kehrte sie nach Berlin zurück.
1927-1929 hatten Erna D. und ihr Vater eine Gemeinschaftspraxis. 1933 wurde ihr die Kassenzulassung entzogen. Der „Biograf“ von Erna Davidsohn, der schwedische Medizinhistoriker Ulf Högberg, kommt zur Verlegung. Im Anschluss sind alle Interessierten in den Stadtteilladen Halk Kösesi eingeladen. Dort stellt auch Matthias Schirmer (rbb) seine Forschungsergebnisse zu Erna Davidsohn vor.
Die Anfertigung und Verlegung eines Stolpersteins kostet 120 Euro. Die Patenschaft kann von Einzelpersonen, Hausgemeinschaften, Vereinen, Initiativgruppen übernommen werden.
Infos:
Museen Tempelhof-Schöneberg - Stolperstein-Koordination, Hauptstr. 40/42 10827 Berlin : Mo, Di und Do 10 - 16 Uhr Ansprechpartnerin: Katharina Kretzschmar Tel.: 030 90277-6396 /-6163 Email: Stolpersteine@ba-ts.berlin.de.


