Bodenrichtwerte

Grundstückspreise in Friedenau um 430 Prozent gestiegen

In den sechs Ortsteilen von Tempelhof-Schöneberg sind die Bodenrichtwerte in den letzten fünf Jahren rasant gestiegen.

Friedenau - hier der Cosimaplatz - erfreut sich größter Beliebtheit.

Friedenau - hier der Cosimaplatz - erfreut sich größter Beliebtheit.

Foto: picture alliance / / picture alliance

Berlin.  Die Bodenrichtwerte und damit die Preise für Bauland sind seit 2014 in Tempelhof-Schöneberg stark gestiegen – je nach Lage in unterschiedlichem Maß. Baustadtrat Jörn Oltmann (Grüne) hat jetzt Zahlen zu charakteristischen Wohngebieten in den sechs Ortsteilen des Bezirks zusammengestellt.

Die größte Dynamik ist in Friedenau zu verzeichnen. Für das Siedlungsgebiet um den Friedrich-Wilhelm-Platz lag der Bodenrichtwert 2014 bei 720 Euro je Quadratmeter. Für 2019 wird er mit 3800 Euro je Quadratmeter Grundstücksfläche angegeben. Das ist ein Anstieg um etwa 430 Prozent.

Geringste Steigerung in Lichtenrade

Auch im benachbarten Schöneberg, das der Innenstadt noch näher ist, stiegen die Preise rasant. Für das Gebiet um den Bayerischen Platz erhöhte sich der Bodenrichtwert von 1100 Euro je Quadratmeter im Jahr 2014 um 400 Prozent auf 5500 Euro in 2019. Die geringste Steigerung wurde für Lichtenrade festgestellt, den südlichsten Ortsteil.

Im Einfamilienhaus-Gebiet südlich der Bahnhofstraße lag der Bodenrichtwert 2014 bei 210 Euro je Quadratmeter. Für 2019 ist er mit 380 Euro angegeben. Das ist eine Verteuerung um 80 Prozent.

Verdreifachung der Preise in Neu Tempelhof

In der Stadtrandsiedlung in Marienfelde nahm der Bodenrichtwert von 2014 bis 2019 um 100 Prozent zu: von 130 auf 260 Euro je Quadratmeter. In Mariendorf erhöhte sich der Richtwert um etwa 210 Prozent, von 260 Euro je Quadratmeter auf 800 Euro je Quadratmeter. Für die Gartenstadt Neu Tempelhof im Ortsteil Tempelhof steigerte sich der Bodenrichtwert um rund 180 Prozent. Er lag 2014 bei 460 Euro je Quadratmeter und beträgt 1300 Euro in diesem Jahr. Die Entwicklung sei nach wie vor besorgniserregend, so Stadtrat Oltmann, „weil sich immer weniger Menschen diese hohen Preise leisten könnten“.

Man müsse deshalb für Neubau sorgen und andererseits bezahlbaren Wohnraum durch soziale Erhaltungsgebiete schützen.

Grundlage zur Besteuerung von Grund und Boden

Die Bodenrichtwerte werden jährlich vom Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin ermittelt.

Sie geben den durchschnittlichen Wert von Grundstücken in einer bestimmten Lage an und werden zur Besteuerung von Grund und Boden herangezogen.

Bei bebauten Grundstücken wird der Wert ermittelt, der sich ohne Haus ergäbe. Auch wenn der Verkehrswert eines Grundstücks zu bestimmten ist, wird der Bodenrichtwert herangezogen.