Kranzniederlegung

Bezirk gedenkt der ermordeten Hatun Sürücü

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Blumen und Kränze werden auch in diesem Jahr wieder am Gedenkstein für die ermordete Hatun Sürücü niedergelegt.

Blumen und Kränze werden auch in diesem Jahr wieder am Gedenkstein für die ermordete Hatun Sürücü niedergelegt.

Foto: Soeren Stache / picture alliance / dpa

Vor 14 Jahren wurde die Deutsch-Türkin Hatun Sürücü in Tempelhof von ihrem Bruder ermordet. Am 7. Februar wird ihrer gedacht.

Berlin. Am 7. Februar jährt sich der Todestag von Hatun Sürücü zum 14. Mal. Die junge Frau, eine Deutsche kurdisch-türkischer Herkunft, wurde an jenem Tag 2005 durch Ihren jüngeren Bruder ermordet, weil sie ein Leben frei von Zwängen für sich und ihren Sohn wollte. Sie hatte ihren Ehemann verlassen, das Kopftuch abgelegt und wollte ihr Kind allein groß ziehen. Der Bruder gab später an, er habe mit seiner schrecklichen Tat die „Familienehre“ wiederherstellen wollen.

Bürgermeisterin und BVV-Vorsteher legen Kranz nieder

Am Gedenkstein an der Oberlandstraße werden am Todestag von Hatun Sürücü wieder Freunde, Nachbarn und Bürger der getöteten Hatun Sürücü gedenken. Bezirksbürgermeisterin Angelika Schöttler und Bezirksverordnetenvorsteher Stefan Böltes (beide SPD) werden um 14 Uhr am Gedenkstein an der Oberlandstraße/Oberlandgarten 1 als Zeichen der Anteilnahme einen Kranz niederlegen.

„Mit der stetigen Erinnerung an Hatun Sürücü soll die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Thematik der Zwangsverheiratung wachgehalten werden. Da bis heute insbesondere Mädchen und Frauen überall auf der Welt zu einem Leben, dass sie ablehnen gezwungen werden“, heißt es in einer Mitteilung der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten des Bezirks Tempelhof-Schöneberg, Julia Selge.

Bezirksbürgermeisterin Schöttler betonte am Montag: „Der Bezirk Tempelhof-Schöneberg setzt sich weiterhin verstärkt gegen Zwangsverheiratung ein. So soll dieses Jahr nach Vorbild von Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln ein Schreiben an die Lehrer formuliert werden, um auf die Problematik von Zwangsverheiratung während der Sommerferien aufmerksam zu machen."

Ende vorigen Jahres hatte der Berliner Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratung mitgeteilt, dass 2017 insgesamt 570 Fälle von versuchter oder erfolgter Zwangsverheiratung in Berlin bekannt geworden waren. Das sind 19 Prozent mehr als bei der letzten Befragung im Jahr 2013 (460 Fälle) angegeben wurden.

Hatun-Sürücü-Frauenrechtspreis 2019

Am kommenden Freitag 1. Februar, 18 Uhr, wird im Festsaal des Abgeordnetenhauses zum siebten Mal der grüne Frauenrechtspreis 2019 verliehen. Er ist nach Hatun-Sürücü benannt.

„Wir stellen damit diejenigen in den Mittelpunkt, die sich mit viel Herz tagtäglich in Berlin für ein selbstbestimmtes Leben von Mädchen und jungen Frauen engagieren“, betont Grünen-Fraktionschefin Antje Kapek. Ausgezeichnet werden Projekte, Organisationen und Einzelpersonen. Dank privater Stifter*innen ist der Preis mit insgesamt 1000 Euro dotiert. Eine fünfköpfige Jury wählt aus den zahlreichen Bewerbungen drei Preisträger*innen. Die Preisverleihung soll zugleich Auftakt der grünen Frauenkampfwochen rund um den Frauenkampftag am 8. März sein.

Das Abgeordnetenhaus der Hauptstadt hat entschieden, dass der 8. März ab diesem Jahr offizieller Feiertag in der Hauptstadt werden soll.

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