Wohnungsbau

Letztes Baugrundstück auf Schöneberger Linse vergeben

Auf der Schöneberger Linse könnten bald 69 Wohnungen, eine Kita und Betreuungsangebote für Lesben, Schwule, Trans- und Intersexuelle entstehen.

Die Schwulenberatung Berlin hat mit ihrem Nutzungskonzept für das Grundstück auf der Schöneberger Linse überzeugt

Die Schwulenberatung Berlin hat mit ihrem Nutzungskonzept für das Grundstück auf der Schöneberger Linse überzeugt

Foto: dpa Picture-Alliance / Wolfgang Kumm / picture alliance / dpa

Berlin. Das letzte von vier zu vergebenden Baugrundstücken an der „Schöneberger Linse“ nahe des S-Bahnhofes Südkreuz soll an die Schwulenberatung Berlin gehen. Die Berliner Immobilienmanagement GmbH, kurz BIM genannt, ist im Konzeptverfahren damit der Empfehlung einer Fachjury aus Vertretern mehrerer Verwaltungen und des Bezirks Schöneberg gefolgt.

„Überzeugend waren neben der vielfältigen sozialen Nutzungskomponente auch die hohe städtebauliche und architektonische Qualität des Konzeptes“, sagte am Montag Birgit Möhring, Geschäftsführerin der BIM. An der Ecke Gotenstraße/Hedwig-Dohm-Straße könnte somit bald ein Gebäudekomplex mit 69 Wohneinheiten, davon 22 als Sozialwohnungen geplant, einer Kita, Beratungs- und Betreuungsangeboten für Lesben, Schwule, trans- und intersexuelle Menschen und vielfältigen kiezbezogenen Angeboten entstehen.

Entwicklung zu einem stabilen Quartier

„Ich freue über das Ergebnis des Konzeptverfahrens“, so die BIM-Geschäftsführerin. „Das Gebiet kann sich wie beabsichtigt zu einem stabilen Quartier mit sozialer Mischung und Angebotsvielfalt entwickeln.“ In den letzten Monaten habe man einige Erfahrungen gewonnen. „In Zukunft werden Konzeptverfahren durch geringere Anforderungen an Architektur und Städtebau verschlankt und Grundstücke mit Baurecht nur noch als Erbbaurechte vergeben“, kündigte Birgit Möhring an.

Anja Kofbinger, Sprecherin für Frauen-,Gleichstellungs- und Queerpolitik für die Grünen im Abgeordnetenhaus kommentiert die Entscheidung: „Bei aller Freude über die Zusage an die Schwulenberatung fehlt weiterhin ein Grundstück für ein wichtiges Projekt der lesbischen Community. Berlin braucht ein Mehrgenerationenhaus für lesbische und transidente Frauen.“ Sebastian Walter, Sprecher für Antidiskrimierungspolitik (Grüne) fügt hinzu: „Das Land Berlin ist nun dringend aufgefordert, ein Baugrundstück für das Wohnprojekts von Rad und Tat e.V. zu finden."

Auch die anderen Grundstücke seien an selbstnutzende Baugruppen und eine junge Genossenschaft verkauft worden, die dort zusätzlich Sozialwohnungen errichten werden. Sie hätten sich im Verfahren zu einer selbstverwalteten und nicht-gewinnorientierten Nutzung verpflichtet und seien somit keine Kapitalanleger, so die BIM-Geschäftsführerin.

Laut BIM können die Bauvorhaben auf dem Gelände der Schöneberger Linse ab dem Jahr 2020 umgesetzt werden. Voraussetzung sei allerdings, dass das Abgeordnetenhaus und der Berliner Senat allen Entscheidungen zustimmen.

Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH wurde 2003 als Tochterunternehmen des Landes Berlin gegründet. Im Auftrag des Landes Berlin ist die Gesellschaft für die Vermietung, Bewirtschaftung, Grundstücksoptimierung und -qualifizierung von rund 5.000 landeseigenen Immobilien verantwortlich.