Mehr als 20.000 Besucher kamen im vergangenen Herbst zum ersten Tag der offenen Tür auf dem Flughafen Tempelhof. Dabei erwies sich der Zugang über den Platz der Luftbrücke als Nadelöhr. Wegen des großen Andrangs musste der Haupteingang zeitweise geschlossen werden, die zu besichtigende 100 Meter lange Abfertigungshalle und die schmalen ehemaligen Transitgänge waren durch die Besuchermassen regelrecht verstopft. Weil sich das beim zweiten Tag der offenen Tür nicht wiederholen soll, haben die Veranstalter ihr Sicherheitskonzept geändert. Beim Sommerfest in einer Woche soll es deutlich geregelter zugehen.

Das Interesse am Flughafen Tempelhof, der am 30. Oktober 2008 geschlossen wurde, ist ungebrochen. So werden am Sonnabend, den 1. September, wieder Tausende Berliner erwartet. „Wir wollen vermeiden, dass es dieses Mal wieder zu längeren Wartezeiten beim Einlass kommt“, sagte Irina Dähne, Sprecherin der landeseigenen Tempelhof Projekt GmbH, der Berliner Morgenpost. Die Besucher sollen das denkmalgeschützte Gebäude deshalb von der Rückseite über das Tempelhofer Feld betreten. Zu erreichen ist der Zugang über den Columbiadamm und den Tempelhofer Damm. Es wird Taschenkontrollen geben.

Der weiße Zaun, der sonst Spaziergänger und Radfahrer auf der riesigen Freifläche von der ehemaligen Abfertigungs- und Wartungsfläche trennt, wird für diesen Tag im mittleren Bereich geöffnet. Auf dem Flughafenvorfeld spielt sich auch das Rahmenprogramm ab. Das Fest mit Livemusik geht bis 21 Uhr. Auch zwei Hangars werden genutzt. Ab 12 Uhr erwarten die Besucher kostenlose Gebäudeführungen in Gruppen bis zu 35 Personen. Besichtigt werden können dieses Mal zum Beispiel die Dachterrasse, das Depot des künftigen Alliiertenmuseums, die Luftschutzräume mit Motiven von Wilhelm Busch an den Wänden und das alte Offiziershotel. „Geführt wird unter anderem durch die amerikanischen Sportbereiche und den Filmbunker“, so Irina Dähne. Haupthalle, Transitgang und der Hangar 4 werden geöffnet sein.

Das Sommerfest veranstalten die Tempelhof Projekt GmbH und die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Für den Schirmherrn, Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD), ist der ehemalige Airport mitten in der Stadt ein „Riesenschatz“, der bewahrt und genutzt werden sollte. Der Mindest-Sanierungsbedarf wird allerdings auf rund 500 Millionen Euro geschätzt. Der Senat stellt 130 Millionen Euro aus dem Sonderinvestitions­programm Siwana bereit. Daran gibt es aber auch Kritik. So warnte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne), Berlin dürfe sich nicht mit Großprojekten überheben.

Das neoklassizistische Gebäude mit angeblich 7800 Räumen und 9800 Schlosszylindern soll zu einem Experimentierort und neuen Quartier für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft werden. Mit dem Erhalt und der Entwicklung des 1,2 Kilometer langen, geschwungenen Gebäudekomplexes ist die Tempelhof Projekt GmbH beauftragt. Derzeit beherbergt das Gebäude mehr als 100 Mieter – vom Polizeipräsidenten bis zur Tanzschule. Drei Hangars werden noch als Ankunftszentrum für Flüchtlinge genutzt. Bis 2020 sollen das westliche Kopfgebäude und der Tower saniert und zu einem Ausstellungs- und Veranstaltungsort umgebaut sein. Auf dem Dach über den Hangars soll ab 2021/2022 eine Freiluft-Geschichtsgalerie informieren. Die Bauarbeiten für den Einzug des Alliierten-Museums in Dahlem in den Hangar 7 sollen nach derzeitigen Plänen etwa 2021/2022 starten.

Tag der offenen Tür im Flughafen Tempelhof am 1. September, 12–21 Uhr. Eintritt frei. Erreichbar über U-Bahnstation Paradestraße (U6) und Bushaltestelle Golßener Straße (Linie 104), Fahrradparkplatz, sehr begrenzte Parkmöglichkeiten. Mehr Informationen zu den Führungen: thf-berlin.de/sommerfest/

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