Gerade ist die Verlängerung der U3 von der Krummen Lanke bis zum Mexikoplatz wieder in der Debatte, weil es erneut Zweifel an der Notwendigkeit der 800 Meter langen Strecke gibt. Während sich die Senatsverkehrsverwaltung weiterhin für den Streckenausbau ausspricht, will eine Bürgerinitiative das Projekt noch stoppen. Ihr Argument: Sollte der Nutzen die Kosten von 330 Millionen Euro nicht rechtfertigen, gibt es auch keine Förderung vom Bund. Dann muss das Land Berlin einspringen.

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Es mehren sich aber auch die Stimmen, die den Lückenschluss zwischen S-Bahn und U-Bahn nicht nur für erforderlich halten, sondern die Strecke noch weiter ausbauen wollen. So haben schon verschiedene Politikerinnen und Politiker von CDU, FDP und Grünen den Ausbau der U3 bis nach Kleinmachnow gefordert.

Der Ausbau soll angesichts der Debatte nicht gestoppt werden

Diese Forderung wird nun erneut von den Bezirksverordneten der Grünen angesichts der aktuellen Debatte erhoben. Sie wollen den U-Bahn-Ausbau auf keinen Fall abschreiben. „Die öffentlich gewordenen Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der U3-Verlängerung zum Mexikoplatz müssen Anlass sein, die Planungen neu zu denken“, erklärt Alexander Kräß, Fraktionsvorsitzender der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf.

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Mit der Verlängerung soll der Lückenschluss zwischen der U-Bahn und der S-Bahn am Mexikoplatz erfolgen.© BM Infogarfik | Babette Ackermann-Reiche

Statt das Projekt aufzugeben, fordert die Fraktion der Grünen, eine Weiterführung über den Mexikoplatz hinaus bis Düppel zu prüfen. „Damit könnte neben dem wichtigen Umsteigeknoten Mexikoplatz auch das Viertel Düppel an die U-Bahn angebunden werden“, so Kräß. Dort sei bereits neuer Wohnraum geplant, der zusätzliche Fahrgäste bringen würde. Eine Verlängerung hätte damit das Potenzial, mehr Menschen an den ÖPNV anzubinden und dadurch die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojekts potentiell deutlich zu verbessern.

Tatsächlich will die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) die Siedlung Düppel-Süd nachverdichten. Bis zu 250 Wohnungen sollten dort entstehen, in erster Linie für Bundesbedienstete. Erste vorbereitende Bauarbeiten für die viergeschossigen Neubauten haben bereits begonnen. Die Anbindung des Wohnviertels rund um die Lissabonallee würde sich mit einem U-Bahnanschluss entscheidend verbessern. Bislang fahren dort nur Busse, zum S-Bahnhof Mexikoplatz sind es fünfzehn Minuten Fußweg.

„Die neuen Zweifel an der Wirtschaftlichkeit der Verlängerung zum Mexikoplatz müssen Anlass sein, die U3 bis Düppel ernsthaft zu prüfen“, erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen. Die bisherige Planung ist formal noch nicht abgeschlossen. Laut Verkehrsverwaltung fehlen weiterhin Unterlagen zur Planrechtfertigung und Variantenuntersuchung.