Die Fichtenberg-Oberschule ist eine der beliebtesten weiterführenden Schulen in Steglitz-Zehlendorf. Das liegt mit Sicherheit an den vielen AGs, der Fächerauswahl und der aktiven Schülerschaft, die Events und Projekte organisiert. Dass die Schule seit bald zehn Jahren eine Baustelle ist und Stück für Stück saniert wird, schreckt die neuen Siebtklässler offenbar nicht ab. Auch in diesem Jahr haben sich wieder mehr Kinder beworben, als Schulplätze zur Verfügung stehen.

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Immerhin befindet sich die Schule an der Rothenburgstraße 18 in der Endphase der Sanierung. Allerdings fehlt noch ein Neubau. Seit Jahren ist eine Sporthalle auf dem Gelände geplant, der Typenbau sollte längst fertig sein. Doch bislang ist nichts zu sehen. Wann wird endlich die neue Sporthalle gebaut? Das wollte die Abgeordnete Claudia Wein (CDU) von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wissen. In der Antwort wird klar, dass es diesmal nicht um fehlende Mittel oder Firmen geht, sondern um eine schlechte Planung und Verzögerungen bei der Sanierung des Hauptgebäudes. Denn nach wie vor ist das Baufeld, auf dem die Sporthalle entstehen soll, nicht frei.

Der Neubau sollte eigentlich Anfang 2022 starten

Der eigentliche Baubeginn war für Anfang 2022 vorgesehen. Ein Jahr später sollte die Halle fertig sein und übergeben werden. Das wird sich jetzt um mindestens fünf Jahre verzögern. Baufeldübergabe und Baubeginn sind im Herbst 2027 geplant. Nach 14 Monaten Bauzeit steht die Sporthalle voraussichtlich erst Ende 2028 zur Verfügung. „Angesichts des erheblichen Bedarfs der Schule und der bereits seit Jahren bestehenden Planungen stellt sich daher die Frage, warum das Vorhaben weiterhin nicht in die bauliche Umsetzung gelangt ist“, fragt Claudia Wein.

Fichtenberg OS/Steiner
Der Eingang der Schule: Am Bauzaun hängen Fahnen von allen Nationalitäten der Schüler, die die Schule besuchen.© FUNKE Foto Services | Sergej Glanze

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bestätigt in der Antwort auf die parlamentarische Anfrage, dass die Bauleistungen für die Sporthalle 2021 vergeben waren und die Übergabe 2023 erfolgen sollte. „Dieser Fertigstellungstermin war aufgrund der nicht gegebenen Baureife des Grundstücks nicht einzuhalten“, heißt es, gefolgt von der Begründung: Vor dem Neubau der Turnhalle müssten aus Platzgründen die Mobilen Unterrichtsräume (MUR) und die alte Turnhalle abgerissen werden.

Noch stehen Containerbauten auf dem Bauplatz für die Sporthalle

Die Container können aber erst zurückgebaut werden, wenn die Sanierung des Nordflügels abgeschlossen ist. Das wird nicht vor Jahresende sein, sodass das Baufeld frühestens 2027 für den Neubau frei ist. Nach Auskunft der Senatsverwaltung wurde das Vergabeverfahren der Bauleistungen an einen Generalunternehmer bereits gestartet. Im aktuellen Investitionsprogramm des Landes Berlin sind knapp 15 Millionen Euro für den Sporthallen-Neubau eingestellt.

Fünf Angebote seien eingegangen und befänden sich derzeit in der Prüfung, heißt es in der Antwort. Bis Februar 2027 sollen die Containerbauten und die alte Turnhalle abgerissen sein. Wenn alles gut geht. Die Senatsverwaltung zählt noch einige Risikofaktoren auf. Dazu gehören eine fehlende Baureife durch verspätete Fertigstellung der Abrissarbeiten, ein höherer Entsorgungsaufwand des schadstoffbelasteten Bauschutts und Bodens sowie eine verspätete Vergabe der Bauleistungen.

Es stehen auch noch Genehmigungen für Baumfällung aus. Alle diese Faktoren könnten zu weiteren Verzögerungen führen. Nach der Fertigstellung der Sporthalle wird der Schulhof noch neu gemacht. Erst danach ist die Gesamtsanierung der Fichtenberg-Oberschule abgeschlossen. Nach mehr als zehn Jahren.