Sie kommen von allen Seiten, mit großen Tüten und Einkaufstrolleys, die sie hinter sich herziehen. Viele ältere Frauen, aber auch junge Männer. Ihr Ziel: Kartoffeln holen und damit retten. Um 10.30 Uhr hatte die Verteilstation am S-Bahnhof Botanischer Garten aufgemacht, zwei Stunden später seien schon mehr als 50 Menschen vorbeigekommen, erzählen die Helfer vor Ort. Bis Donnerstag, so schätzen sie, wird eine Tonne Kartoffeln an ihrem Standort verschenkt sein. Der riesige Kartoffelsack, aus dem sich alle bedienen können, ist von 10 bis 18 Uhr aufgeschnürt.

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Die Abgeordnete Claudia Wein (CDU) hatte sich bereit erklärt, bei der Kartoffel-Aktion der Berliner Morgenpost mitzumachen. Wie berichtet, sollten bei Leipzig 4000 Tonnen Kartoffeln in der Biogasanlage landen, weil sie der Händler, der sie bezahlt hatte, nicht mehr abholen wollte. „Ich unterstütze die Initiative, weil Lebensmittel Wertschätzung verdienen und weil ein verantwortungsvoller Umgang mit ihnen zu einer gerechten und nachhaltigen Gesellschaft gehört“, begründete Claudia Klein ihr Engagement.

Kartoffelaktion der Morgenpost, hier Verteilung am S-Bahnhof Botanischer Garten vor dem Büro der Abgeordneten Claudia Wein (CDU), v.l.: Frank Wolff hilft bei der Aktion, Stefan Behrendt, Büromitarbeiter, Michael Klein Büroleiter und Anwohnerin Christiane
Anwohner nehmen sich aus dem riesigen Sack Kartoffeln mit für zu Hause oder Freunde. © Katrin Lange | Katrin Lange

Das Büro mit der Adresse Hortensienstraße 29 liegt direkt am Eugen-Gerstenmaier-Platz in Lichterfelde West. Wer mit der S-Bahn ankommt, muss nur ein paar Schritte nach rechts über die neue Moltkebrücke. 500 Mails hätten sie verschickt und Flyer verteilt, erzählt Büroleiter Michael Klein. Sogar richtige Fünf-Kilo-Kartoffelnetze haben sie besorgt, die auch einige gern nehmen. Alle, die vorbeikommen, würden sich freuen, dass es diese Aktion gibt, erzählt Büromitarbeiter Stefan Behrendt.

Anwohner kommen aus dem Kiez und auch mit der S-Bahn

Christiane hat im Kiez gehört, dass es gratis Kartoffeln gibt und ist gleich mit ihrem Auto auf den Platz gefahren. „Ich bin dankbar und finde es so toll, dass sie nicht weggeworfen werden“, sagt die 79-Jährige. Marcel ist von der Sundgauer Straße zwei Stationen mit der S-Bahn gekommen. Er will die Kartoffeln später im Freundeskreis verteilen.

„Darunter sind auch Freunde aus Leipzig. So kommen die Kartoffeln wieder zu ihrem Ursprung zurück“, sagt der 34-Jährige und lacht. Tatsächlich ist die Stimmung entspannt und freundlich. Jeder sucht sich in Ruhe die richtigen Kartoffeln für sich heraus. Die einen nehmen lieber die kleineren, andere wollen die ganz großen. Es ist genug für alle da.

Updates zu der Aktion und Verteilstationen unter https://www.4000-tonnen.de/