Auf den Straßen von Steglitz-Zehlendorf kam es im vergangenen Jahr zu mehr als 10.000 Verkehrsunfällen. Zwei Tote, 132 Schwerverletzte, 946 Leichtverletzte – das ist die traurige Bilanz. Bei etwa 9500 Unfällen kam es zu einem Sachschaden. Die Zahlen haben sich damit gegenüber dem Vorjahr kaum verändert. Doch wo sind eigentlich die Unfallschwerpunkt im Südwesten? Wo passiert am meisten? Das wollte der Abgeordnete Sebastian Schlüsselburg (SPD) von der Senatsinnenverwaltung wissen. Die Antwort liegt jetzt vor.

Der schlimmste Unfallort ist kaum eine Überraschung, denn es ist der verkehrsträchtigste Punkt in Steglitz-Zehlendorf: Am häufigsten hat es im vergangenen Jahr im Bereich Schloßstraße, Wolfensteindamm und Abzweig Zehlendorf an der A103 gekracht. Allein an dieser extrem stark befahrenen Ecke kam es zu knapp 70 Unfällen.

Kreuzung in Zehlendorf liegt auf dem zweiten Platz

Auf dem zweiten Platz ist die nicht weniger befahrene Kreuzung rund um die Berliner Straße, Clayallee, Potsdamer Straße. Allein im Jahr 2024 sind dort 53 Unfälle passiert. Nur vier weniger waren es an einem weiteren prominenten Kreuzung etwas nördlicher an der Schloßstraße, Höhe Albrecht- und Grunewaldstraße.

Aber auch die Ecke Hindenburgdamm, Görzallee, Finckensteinallee und Königsberger Straße zählen zu den Unfallschwerpunkten. Dort wurde 40 Mal die Polizei zu Verkehrsunfällen gerufen. Am Steglitzer Damm krachte es 39 Mal, in der Kaiser-Wilhelm-Straße einschließlich Leonorenstraße und Paul-Schneider-Straße 38 Mal. Tatsächlich zeichnet sich in der Statistik ab: Je kleiner die Straße desto weniger passiert dort.

Fast immer verursachen Autofahrer die Unfälle

In den meisten Fällen sind Autofahrer die Unfallverursacher, wesentlich seltener sind es Motorradfahrer, Radfahrer und E-Scooter. Etwas anders stellt sich die Situation an der Kreuzung Kaiser-Wilhelm-Straße, Leonorenstraße und Paul-Schneider-Straße dar. Von den 52 Personen, die dort an Unfällen beteiligt waren, waren es zwar auch 25 Autofahrer, aber auch 15 Fußgänger. Das ist mit die höchste Zahl im Bezirk, an anderen Orten sind es nicht mal eine Handvoll Fußgänger, die in Unfälle verwickelt sind.

An einigen unfallträchtigen Orten wurde bereits gehandelt: Nach der Analyse der Unfallschwerpunkte im Bereich der Schloßstraße wurde zum Beispiel für die Albrechtstraße, Düppelstraße und Kuhligkshofstraße die Überprüfung der Straßenbeleuchtung und der zulässigen Höchstgeschwindigkeit veranlasst. In Planung befindet sich zudem ein Projekt zum behindertengerechten Ausbau des Knotenpunktes.

An der Ecke Berliner Straße und Sundgauer Straße wurde die Ampel technisch erneuert und mit verkehrsabhängiger Steuerung neu an den zentralen Verkehrsrechner angebunden. Damit wird das Ziel verfolgt, einen zuverlässigen Betrieb, eine optimierte Überwachung und eine bessere Signalsichtbarkeit zu ermöglichen.

Im Bereich Berliner Straße - Potsdamer Straße - Clayallee - Teltower Damm wurden Anpassungen in der Verkehrsführung beschlossen, insbesondere für den Radverkehr sowie die Erneuerung der Ampel-Technik. Die Kreuzung soll zudem behindertengerecht ausgebaut werden. Auch die Ecke Hindenburgdamm, Drakestraße, Königsberger Straße soll behindertengerecht ausgebaut werden, dazu sind Radwege und ein gesichertes Linksabbiegen geplant.