Die Zäune rund um das kleine Schloss auf der Pfaueninsel sind schon verschwunden. Besucher können dort bereits spazieren gehen, allerdings noch nicht in die Innenräume. Bis zur Wiedereröffnung sind es noch drei Wochen. Ab dem 25. Mai ist das Lustschloss, das König Friedrich Wilhelm II. im Jahr 1794 als Rückzugsort für sich und seine Geliebte errichten ließ, wieder zu besichtigen. Auf den letzten Metern der Sanierungsarbeiten wurde jetzt das große Wandbild im Torbogen des Schlosses fertiggestellt.
Street-Art-Duo wurde mit der Restaurierung beauftragt
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG), die am Freitag über die Rückkehr des Bildes informierte, hatte 2024 einen Wettbewerb ausgelobt. Den ersten Preis erhielt das Street-Art-Duo VIDEO.SCKRE, zu dem Julia Heinisch und Frederic Sontag gehören. Die Künstler haben das Wandbild in den vergangenen Tagen vor Ort an der Fassade angebracht.

Das Schloss ist ein alter Holzfachwerkbau, der sieben Jahre wegen Sanierungsarbeiten geschlossen war. Unter anderem musste die Holzverschalung der Außenwände komplett erneuert werden. Bereits zur Erbauungszeit existierte ein Wandbild in der Bogennische an der Hauptseite des Schlosses, das der aus Livorno stammende Maler Peter Ludwig Burnat (1762-1817) geschaffen hatte.
Altes Wandbild war in schlechtem Zustand und wurde fachgerecht eingelagert

Zeichnungen, Gemälde und Druckgrafiken des frühen 19. Jahrhunderts überliefern das ungefähre Aussehen dieses originalen Wandbildes: Es zeigte einen Ausblick durch einen gemauerten Rundbogen mit hochgezogenem Fallgitter in eine parkartige Landschaft. Auf diese erste Fassung bezog sich später auch das 1974 restaurierte Wandbild von dem Berliner Künstler Thomas Harndt. Wegen seines schlechten Erhaltungszustandes wurde es eingelagert.
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Die in der Bogennische lange Zeit vorhandene Leerstelle ist nun wieder geschlossen. Dabei ist das Wandbild von Thomas Harndt nicht kopiert, sondern – genau wie in den 1970er Jahren – als zeitgenössische Interpretation erneuert worden. Unter Berücksichtigung der ursprünglichen Gestaltungsidee entstand nun eine Illusionsmalerei von Julia Heinisch und Frederic Sontag, die durch einen gemalten Torbogen hindurch den Ausblick in eine Landschaft vortäuscht.
Im Moment werden noch die Innenräume wieder eingerichtet
Noch bis Mitte Mai wird das Inventar in das Schloss zurückgebracht, die Innenräume werden wieder im alten Zustand eingerichtet. Dass sich diese Räume aus der Zeit um 1800 bis heute gänzlich unverändert erhalten haben, ist einmalig in der Berlin-Brandenburgischen Kulturlandschaft.. Ab dem 25. Mai 2025 ist das Schloss wieder für das Publikum zugänglich (Dienstag bis Sonntag, 10–17.30 Uhr, 8 Euro, ermäßigt 6 Euro, Tickets nur vor Ort).
Den ersten Öffnungstag feiert die Schlösser-Stiftung mit einem „Inselsonntag für alle Sinne“. Alle Informationen dazu finden sich unter www.spsg.de/inselsonntag.



