Niclas wollte es einfach mal ausprobieren. Schnell hat der Elfjährige herausgefunden: „Boxen macht Spaß“. Seit kurzem trainiert er im Zehlendorfer Mehrgenerationenhaus Phoenix am Teltower Damm 228 unter professioneller Anleitung von Ben-Julius Flöge. Spenden von knapp 3500 Euro haben das neue Angebot für die Kinder ermöglicht. Die kamen über die Webseite „berlin-recyling-crowd.de“ zusammen.

Mit 600 Euro hat sich die Bürgerstiftung Steglitz-Zehlendorf an dem Spendenaufruf beteiligt. „Boxen ist ein idealer Sport, um regelmäßige Bewegung mit respektvollem Umgang und Fairness untereinander zu verbinden“, sagt Rainer-Andreas Kahle vom Stiftungsrat. Die Kinder würden lernen, sich selbst zu verteidigen. Das stärke auch das Selbstvertrauen.

Boxen in Zehlendorf: Teilnahme ist kostenlos

Von der Spendensumme wurden Boxsäcke, Handschuhe, Kopf- und Mundschutz sowie Bandagen angeschafft. Die Teilnahme der Kinder ist kostenlos. „Es ist gut, dass sie jetzt wieder Bewegung haben“, sagt Kahle.

Eigentlich sollten die neuen Boxkurse schon Ende 2019 starten. Zu diesem Zeitpunkt war das Geld bereits zusammengekommen. „Aber dann kam Corona und hat es unmöglich gemacht“, sagt Lukas Rüdiger, Sozialpädagoge beim Verein Mittelhof, der die Freizeiteinrichtung betreibt.

Auch Mädchen können mitmachen

Schon vor der Pandemie hätten die Kinder verstärkt den Wunsch geäußert, Boxen zu lernen, erzählt er. Doch die Kursgebühren seien oft zu hoch für die Familien. So kam er auf die Idee, einen kostenfreien Boxkurs anzubieten.

Jeden Dienstag können jetzt zehn Kinder von 16 bis 18 Uhr zum Training kommen. Bislang haben sich nur Jungen angemeldet. „Unser Ziel ist es aber, auch Mädchen für den Boxsport zu begeistern“, sagt der Sozialpädagoge. Dann würde er den Kurs teilen und einen für Jungs und einen für Mädchen anbieten.