Bei Umbauarbeiten an einem dreigeschossigen Einfamilienhaus in Zehlendorf ist am Mittwochmorgen ein Mann tödlich verletzt worden. Es handelt sich um einen Bauarbeiter, mehr konnte noch nicht zur Identität gesagt werden. Drei weitere Bauarbeiter wurden vom Rettungsdienst versorgt.
„Sie sind körperlich unverletzt, stehen aber unter dem Eindruck des Geschehens“, sagte Dominik Pretz, ein Sprecher der Berliner Feuerwehr. Da das Haus unbewohnt war, sind keine weiteren Personen von dem Unglück betroffen. „Das Gebäude muss jetzt abgerissen werden“, so Pretz.
Laut Feuerwehr stürzte bei den Umbauarbeiten an dem Wohnhaus in der Schopfheimer Straße ein großer Teil einer Giebelwand vom Boden bis zur ersten Etage unkontrolliert herab und begrub den Bauarbeiter unter sich. Ein herbeigerufener Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.
Feuerwehr: Gesamtes Gebäude ist einsturzgefährdet
Der Bauarbeiter lag unter den Trümmern und musste von den Rettungskräften geborgen werden. Da das gesamte Gebäude einsturzgefährdet war, galt es, besondere Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. Denn es drohte auch den Einsatzkräften eine große Gefahr. „Wir mussten unserer eigenen Kräfte schützen“, sagte der Feuerwehrsprecher. Daher wurde auch noch das Technische Hilfswerk angefordert.

Um besser an die Unglücksstelle heranzukommen, mussten einige Äste von einem Baum im Garten weggeschnitten werden. Um 12.45 Uhr war der tote Bauarbeiter geborgen. Ein Auto der Gerichtsmedizin stand für den Abtransport bereit.
Die Feuerwehr war mit mehr als 60 Einsatzkräften an der Unglücksstelle. Ebenfalls vor Ort war die Kriminalpolizei, die Untersuchungen zur Todesursache des Bauarbeiters gemeinsam mit dem Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit Berlin (LAGetSi) vorgenommen hat. Weitere Erkenntnisse werden jetzt aus der Gerichtsmedizin kommen. Rund um den Unfallort war die Schopfheimer Straße während des Einsatzes komplett gesperrt wurden.

Das baufällige Haus, das etwa 100 Jahre alt sein könnte, ist im Kiez kein Unbekanntes. Es stand immer wieder leer, daher war es ein Gesprächsthema unter den Nachbarn. „Das ist eine Katastrophe“, sagte Anwohner Mark, der nur ein paar Schritte entfernt wohnt. Der 42-Jährige ist in derselben Straße aufgewachsen. „Das ist hier eine gut bürgerliche Gegend, nichts Besonderes für Zehlendorf“, sagt er. Das Haus sei völlig marode gewesen. „Wer kommt nur auf die Idee, es zu sanieren? Das hätte abgerissen werden müssen.“

Auch ein anderer Nachbar hat das Haus schon länger beobachtet und wusste einiges zu berichten. So sollen nach langem Leerstand junge Leute eingezogen sein, ein Pärchen, das sich dann über die immer größer werdenden Sanierungsarbeiten zerstritten und getrennt hatte und das Objekt wieder aufgab. Vor nicht langer Zeit soll es nun erneut an eine einzelne Person verkauft worden sein.
Der Nachbar hatte beobachtet, wie Arbeiten im Erdreich stattfanden, rund um das Haus sollte der Boden ausgeschachtet werden, wahrscheinlich um die Feuchtigkeit zu beseitigen. Dabei soll es zu einem sogenannten Grundbruch gekommen sein. Das bedeutet, dass durch das seitliche Abgraben des Bodens die Stabilität verloren ging. Das führte dann seiner Ansicht nach dazu, dass die Giebelwand herausbrach.


