Lichterfelde Ost

Mehr Gastronomie und kleine Fachgeschäfte am Kranoldplatz

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Der Markt auf dem Kranoldplatz ist ein wichtiger Treffpunkt im Kiez.

Der Markt auf dem Kranoldplatz ist ein wichtiger Treffpunkt im Kiez.

Foto: Katrin Lange / Berliner Morgenpost

Nach der Befragung der Händler wurde eine Strategie für die Entwicklung des Standortes erarbeitet. Kiez könnte Gesundheitszentrum werden.

Berlin.  Wie soll sich der Kiez rund um den Kranoldplatz in Lichterfelde Ost entwickeln? Um diese Frage zu beantworten, hat das Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf ein Standortmanagement ins Leben gerufen. Die Mitarbeiter, die ein Büro direkt vor Ort bezogen haben, hatten vor einem Jahr eine Online-Befragung durchgeführt. Auf der Grundlage der Ergebnisse wurde jetzt eine Strategie zur Weiterentwicklung des Standortes erarbeitet. Zwei Erkenntnisse in dem Dokument: In dem Lichterfelder Kiez wird ein Potenzial als Gesundheitszentrum gesehen. Zudem sollte das gastronomische Angebot am Platz ausgebaut werden. Die Ergebnisse sind zur Planung und Orientierung an die Fachämter gegangen.

Die befragten Händler und Geschäftsleute sind sich einig, dass die „kleinstädtische Atmosphäre“ mit vielen inhabergeführten Läden erhalten bleiben muss. Kritisch sehen sie hingegen geplante Neuansiedlungen von großflächigem Einzelhandel, wie es die HGHI Holding GmbH als Eigentümer zweier Ladenzeilen am Kranoldplatz vorgeschlagen hat. Sie sehen darin Gefahren für den Standort, weil die Gewerbemieten ansteigen und bestehende Betriebe verdrängt werden könnten. Im Strategiepapier wird vorgeschlagen, alle ansässigen Beteiligten zusammenzubringen, um Konflikten vorzubeugen und den Standort gemeinsam weiterzuentwickeln.

Zehn Physiotherapeuten haben sich im Kiez angesiedelt

Von den vor einem Jahr festgestellten 259 gewerblichen Nutzungen sind 79 dem Einzelhandel zuzuordnen und 180 dem Dienstleistungssektor. Dazu gehören vor allem Einrichtungen der medizinischen Versorgung. So gibt es im Kranoldkiez allein 29 Facharztpraxen, zehn Physiotherapeuten, zwei Pflegedienste und zwei Fitnesscenter. Diese Angebote sollten beibehalten und eventuell noch von weiteren Allgemeinmedizinern ergänzt werden, heißt es zu den strategischen Entwicklungszielen. Empfohlen wird eine Profilierung als medizinisches Zentrum.

Um den Platz attraktiver zu machen und den Passanten einen angenehmen Aufenthalt zu ermöglichen, wünschen sich viele der befragten Gewerbetreibenden ein Café, ein hochwertiges Restaurant oder auch ein vielfältigeres Imbiss-Angebot. So vermissen die Geschäftsleute insbesondere vegetarische und vegane Küche. Sie wünschen sich auch von den Händlern auf dem Wochenmarkt, mehr biologisch erzeugte und regionale Produkte.

Mehr Qualität statt Quantität – in diese Richtung sollte die Zukunft am Kranoldplatz gehen. Die Verkaufsfläche beträgt etwa 12.000 Quadratmeter, als Orientierungswert in Ortsteilzentren werden zwischen 5000 und 10.000 Quadratmeter vorgegeben. Insofern könnte nur ein Verbesserung im Bestand erfolgen. Bedarf sehen die ansässigen Gewerbetreibenden noch für einen Schuster, einen Schuhladen, eine Metzgerei oder auch ein Elektrofachgeschäft. Auch hochwertige Markengeschäfte und individueller Einzelhandel sowie Dienstleistungen könnten das Angebot ergänzen.

Leere Läden sollen zwischengenutzt werden

Wichtig ist auch der Umgang mit dem Leerstand. So sollen Ladenlokale, die über einen längeren Zeitraum leer sind, nach Möglichkeit zur Zwischennutzung freigegeben werden. So könnten sie auch für die Wiedervermietung besser in Szene gesetzt werden, heißt es in dem Strategie-Papier. Möglich wäre eine Öffnung für alternative Nutzungskonzepte, auch aus dem kulturellen Bereich. Vorgeschlagen wird ebenfalls die Einrichtung eines Leerstandmanagements.

Eine wichtige Rolle zur Belebung des Kiezes spielt nach Ansicht der Ortsansässigen der Wochenmarkt auf dem Kranoldplatz. Sie wünschen sich zur Verbesserung der Platzsituation mehr Grün und auch mehr Bänke. In der Schlussfolgerung heißt es: „Eine Belebung des Platzes außerhalb der Marktzeiten wird sich unter anderen durch verkehrsberuhigte Maßnahmen, die Reduzierung des ruhenden Verkehrs auf dem Platz sowie ein erweitertes gastronomisches Angebot erhofft.“

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