Wohnungsbau

Umbau des Steglitzer Kreisels verzögert sich um zwei Jahre

Die Bewohner sollten Anfang 2022 einziehen können. Jetzt sind die Apartments erst 2024 fertig. Der Investor nennt verschiedene Gründe.

Blick von der Joachim-Tiburtius-Brücke auf den Steglitzer Kreisel. Das Fassadengerüst ist noch nicht fertig.

Blick von der Joachim-Tiburtius-Brücke auf den Steglitzer Kreisel. Das Fassadengerüst ist noch nicht fertig.

Foto: Katrin Lange

Berlin.  Die neuen Bewohner sollten Anfang 2022 in den Steglitzer Kreisel einziehen. So sah es der ursprüngliche Zeitplan des Bauherren vor. Dieser Termin ist nicht mehr zu halten. Der Investor, die Consus Real Estate AG, informierte jetzt die Käufer, dass sich die Fertigstellung der 330 Eigentumswohnungen an der Schloßstraße um zwei Jahre verzögert. Sie müssen bis Anfang 2024 auf ihre Apartments warten. Das Richtfest soll im vierten Quartal 2022 stattfinden. Der Investor nennt verschiedene Gründe für die neue Zeitschiene.

Steglitzer Kreisel: Umbau verzögert sich wegen Corona und Eigentümerwechsel

„Ein Bauvorhaben dieses Ausmaßes stellt einen Bauherren selbst bei bester Vorausplanung vor unvorhersehbare Herausforderungen“, erklärte ein Sprecher des Bauherren auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Neben der Covid-19-Pandemie und der durch den Eigentümerwechsel bedingten Umstrukturierungen, seien es insbesondere auch zusätzlich erhebliche Aufwände bei der Quartiersplanung, der Planung des Sockels sowie der Gebäudesanierung und -ertüchtigung gewesen, die Verzögerungen nach sich gezogen hätten.

Allerdings gehe das auch für jeden Erwerber mit einer unmittelbaren Substanzwertsteigerung einher. „Denn die Attraktivität des gesamten Quartiers und des Sockels konnte nochmals durch Plananpassungen gesteigert und die Gebäudequalität verbessert werden“, so der Sprecher. Bei allem Verständnis für die Enttäuschung der Erwerber angesichts der Verzögerung würden diese mit einem Mehrwert der von ihnen erworbenen Immobilie entschädigt werden.

Steglitzer Kreisel: CG-Gruppe hat den Umbau geplant

Tatsächlich kam es zwischen 2018 bis 2020 zu mehreren Eigentümerwechseln. Die CG-Gruppe hatte den Kreisel einst gekauft und den Umbau in einen Wohnturm geplant. 2018 starteten die Bauarbeiten an der Schloßstraße 80. Im März 2020 ging die CG-Gruppe in der Consus Real Estate auf, die neuer Eigentümer wurde. Im April 2020 schlossen sich Ado und Adler Real Estate zusammen, im Juni 2020 kam die Consus Real Estate dazu. Seit Oktober 2020 ist die Adler Group der neue Eigentümer, Bauherr und Investor.

Aber auch für die Käufer hat sich in der Zeit einiges geändert. In der Powerpoint-Präsentation, die den Käufern in dem Video-Call gezeigt wurde und die der Berliner Morgenpost vorliegt, gibt es einige Änderungen. So sollen die Tiefgaragenplätze nicht mehr in das Eigentum der Wohnungskäufer übergehen. Sie sollen nur noch ein Nutzungsrecht bekommen. Statt einer Umluftkühlung, wie 2018 geplant, wird jetzt eine Kühldecke eingebaut. Sollte es anfangs keinen Mobilfunk-Verstärker geben, so ist der jetzt vorgesehen. Und die Wärme kommt auch nicht mehr aus einem Blockheizkraftwerk sondern über Fernwärme.

Nur noch Nutzungsrecht für Tiefgaragen

Für die Käufer haben die Veränderungen nicht nur Vorteile. „Für die Tiefgaragenstellplätze sollten eigene Grundbuchblätter angelegt werden, so wurde es beim Notar auch beurkundet“, sagt André Gaufer, Geschäftsführer der PROfinance GmbH. Für seine in Berlin ansässige Firma hat er ein Apartment in der 19. Etage erworben. Seinerzeit habe der Wohnungsverkäufer damit geworben, so Gaufer. Denn der Tiefgaragenstellplatz könnte eigenständig und separat von der Wohnung jederzeit verkauft werden. Jetzt gebe es nur noch das Nutzungsrecht. „Dieser neue Bauplan wirft meine Planung völlig über den Haufen“, sagt Gaufer, der die Wohnung als Anlage-Objekt für seine Firma gekauft hat. Durch die Verzögerung hätte die PROfinance GmbH mehr Zinsausgaben, entgangene Mieteinnahmen und damit einen enormen finanziellen Schaden.

Der Investor beruft sich auf den „Mehrwert“, von dem die Käufer durch die Plananpassung profitieren. „Soweit Erwerber dessen ungeachtet weitere Kompensationsansprüche geltend machen, werden wir diese prüfen“, sagt der Sprecher der Consus Real Estate. Schließlich habe man ein Interesse, sämtliche Erwerber zufriedenzustellen. Dazu würden auch intensive Gespräche geführt.