Verkehr

Kleingärten vom Bau eines neuen Radwegs bedroht

An der Osdorfer Straße ist neben dem neuen Stadtquartier mit 2500 Wohnungen ein Fahrradweg geplant. Doch dafür wird Platz gebraucht.

So soll der neue Stadtplatz im geplanten Stadtquartier „Neulichterfelde“ aussehen.

So soll der neue Stadtplatz im geplanten Stadtquartier „Neulichterfelde“ aussehen.

Foto: Groth Gruppe

Ein neu geplanter Radweg entlang der Osdorfer Straße in Lichterfelde Süd – dort wo die Groth-Gruppe ein neues Stadtquartier mit 2500 Wohnungen plant – könnte das Aus für einige Kleingärten bedeuten. Das befürchtet das Aktionsbündnis „Landschaftspark Lichterfelde Süd“. Die Fahrradspur soll nicht entlang der Weidelandschaft verlaufen sondern vor den Kleingärten. Aus dem Bezirksamt habe er erfahren, dass auf der Ostseite ein Rad- und Fußweg vorgesehen sei, sagt Gerhard Niebergall vom Aktionsbündnis. Die an der Straße angrenzenden Parzellen der Kleingartenkolonie „Am Wäldchen“ müssten deshalb aufgegeben werden, so seine Befürchtungen. Die Kleingartenanlage sei aber durch einen Bebauungsplan geschützt.

Anschluss an Radweg auf Brandenburger Seite

Bezirksbürgermeisterin Cerstin Richter-Kotowski (CDU) bestätigt, dass es „grobe Planungen für einen Fuß- und Radweg gibt“. Im Moment habe die Osdorfer Straße bis zur Stadtgrenze nur eine Fahrbahn für den Autoverkehr zwischen Weidelandschaft und Kleingärten. „Es ist fast unmöglich, dort mit dem Fahrrad entlang zu fahren oder zu laufen“, so Richter-Kotowski. Daher gebe es Überlegungen, einen Radweg auf Berliner Seite der Osdorfer Straße zu bauen, um damit den Anschluss an den Radweg auf Brandenburger Seite herzustellen. Es sei auch richtig, dass er auf der Seite der Kleingärten geplant ist. Aus diesem Grund müsste „die eine oder andere Laube versetzt werden“, sagt Richter-Kotowski. Die Alternative wäre, auf der anderen Seite ein Stück von der Lichterfelder Weidelandschaft wegzunehmen. Das würde den Waldsaum betreffen.

Problem der Straßenquerung an der Landesgrenze

Diese Idee habe man komplett verworfen, nicht nur zum Schutz der Weidelandschaft, sagt die Bezirksbürgermeisterin. Es gebe noch ein weiteres Problem mit der Führung des Radweges. Würde er auf Berliner Seite rechts bis zur Landesgrenze verlaufen, müssten Radfahrer dort die Straße überqueren, um auf den Anschluss auf Brandenburger Seite im Landkreis Teltow-Fläming zu kommen. Diese Querung solle verhindert werden, so die Bezirksbürgermeisterin. Aus diesem Grund habe man sich entschieden, den Radweg zu Lasten der Kleingärten, also auf der Seite der Kolonie, anzulegen.

Bau des Stadtquartiers soll Ende 2020 beginnen

In dem neue Stadtviertel zwischen Anhalter Bahn und Osdorfer Straße will die Groth-Gruppe ab Ende 2020 mehr als 2000 Wohnungen und 420 Reihenhäusern errichten. 540 der etwa 2000 Wohnungen sind Sozialwohnungen. Groth hatte 2012 das fast 100 Hektar große Gelände erworben hat, das unter dem Namen „Parks Range“ ehemals von den US-Alliierten militärisch genutzt wurde. Insgesamt 900 Millionen Euro investiert die Groth-Gruppe in den Bau des Stadtquartiers für etwa 6000 Bewohner. Die Wohnungsbaugesellschaft Degewo wird die geförderten Wohnungen und zwei der insgesamt drei Kitas errichten.

Weidelandschaft wird Landschaftsschutzgebiet

Für die Bewahrung der Lichterfelder Weidelandschaft, die immerhin 60 Hektar des Geländes ausmacht, ist der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND künftig zuständig. Die Flächen werden von dem Naturschutzverband gepflegt und erlebbar gemacht, unter anderen mit Angeboten der Umweltbildung. Die gesamte Weidelandschaft soll Landschaftsschutzgebiet werden, erste Schritte sind eingeleitet.