Brückenneubau

Sanierung der Autobahnbrücke beginnt Ende 2020

Die Arbeiten beginnen mit dem Bau von Stützkonstruktionen an der Albrechtstraße. Der Zugang zum S-Bahnhof ist sichergestellt.

Die Brücke am Rathaus Steglitz soll durch einen Neubau ersetzt werden.

Die Brücke am Rathaus Steglitz soll durch einen Neubau ersetzt werden.

Foto: Katrin Lange

Die Sanierung der Brücke der A103 am S-Bahnhof Rathaus Steglitz soll jetzt Ende 2020 beginnen und damit mit einer Verzögerung von mehr als zwei Jahren. In einem ersten Schritt wird eine Konstruktion aus Stahl errichtet, um die gefährdeten Bereiche behelfsmäßig abzustützen. Danach sollen die Planungsunterlagen für den Ersatzneubau erstellt werden, erklärte Ingmar Streese, Staatssekretär in der Senatsverkehrsverwaltung, auf Anfrage des SPD-Abgeordneten Andreas Kugler.

Brücke kann nicht mehr wirtschaftlich saniert werden

Die Brücke an der Albrechtstraße besteht aus einem Stahl, der Spannungsrisse bei Korrosion bekommt. „Eine wirtschaftliche Sanierung ist nicht möglich, sodass ein Ersatzneubau erforderlich wird“, so Staatssekretär Streese. Bereits abzusehen sei, dass es für einige der ansässigen Gewerbetreibenden vorübergehend zu Einschränkungen durch den Baustellenbetrieb komme. Unter der Brücke sind mehrere Imbisse sowie ein großer asiatischer Lebensmittelmarkt. Einige müssten ihren Standort durch die räumliche Ausdehnung der Behelfskonstruktion dauerhaft aufgeben, erklärte Streese.

Bereiche nicht mehr zugänglich

Der Zugang zum S-Bahnhof ist während der Arbeiten sichergestellt. Er wird mit einem Bauzaun gesichert. Dennoch werden Bereiche unter der Brücke für die Öffentlichkeit eingeschränkt. Einige Flächen sind aufgrund der Bauarbeiten nicht mehr vollständig zugänglich. Auf einen möglichen Rückbau der Westtangente, wie von den Bezirksverordneten von Tempelhof-Schöneberg gefordert, wird der Brückenneubau vorerst keinen Einfluss haben.

Machbarkeitsstudie entscheidet über Westtangente

Ob und wann der Autobahnzweig zu einer vierspurigen Stadtstraße umgebaut wird, hängt nach Auskunft der Senatsverkehrsverwaltung von einer detaillierten technischen Machbarkeitsstudie ab. Darin müssten verschiedene Aspekte untersucht werden – die Kosten, eine verkehrliche Umsetzbarkeit, die Verkehrsführung während der Bauzeit, Lärmschutz und Brandschutz. Die Kosten der Studie sowie die künftigen Bau- und Unterhaltskosten müsste das Land Berlin tragen. Denn bei einem Rückbau der Westtangente zu einer Stadtstraße gehe der Status dieses Streckenabschnittes als Bundesautobahn verloren, erläutert Ingmar Streese. Das Eigentum an der Straße würde dann vom Bund auf das Land Berlin übergehen.

Eigentumsfragen waren noch zu klären

Ursprünglich sollte die Sanierung der Autobahnbrücke von der Zufahrt der A103 am Wolfensteindamm und an der Schloßstraße bis zur Brücke über die Albrechtstraße bereits 2018 beginnen. Zu der Verzögerung hatten nach Auskunft der Senatsverkehrsverwaltung rechtliche Fragen bezüglich der Grundstücke und Nutzungen unterhalb der Brücke geführt. Da es sich um eine Baumaßnahme im Auftrag des Bundes handelt, musste immer die Zustimmung des Bundesverkehrsministeriums eingeholt werden.

Bei der Autobahnbrücke handelt sich um ein Spannbetonwerk aus den 1960er-Jahren. Verschiedene Gutachten hatten Mängel am Bau und am Material aufgezeigt. Der Prüfzyklus ist bereits verkürzt worden. Gutachter hatten Sicherungsmaßnahmen für den Überbau empfohlen. Die Bauzeit soll etwa ein Jahr dauern.