Berlin-Lichterfelde

Riesiger Abwassersee ergießt sich in Polizeigebäude

Es gibt kein Frischwasser, keine Abwasserentsorgung, keine Heizung mehr im Gebäude. Polizisten müssen auf Dixi-Toiletten ausweichen.

Im Keller des Polizeigebäudes hat sich ein riesiger Fäkaliensee gebildet.

Im Keller des Polizeigebäudes hat sich ein riesiger Fäkaliensee gebildet.

Foto: Privat

Berlin. Es ist eine der größten Havarien der jüngeren Vergangenheit bei der Berliner Polizei. Wegen eines riesigen Rohrbruchs am Sonnabend im Polizeiabschnitt 45 am Augustaplatz in Lichterfelde ist dort die komplette Wasserversorgung ausgefallen. Betroffen sind auch Toiletten und die Heizungen. Die Ursache die Havarie ist noch nicht gefunden. Spezialfirmen sind noch auf der Suche.

Aufgefallen war das Leck den Polizisten vom Spezialeinsatzkommando (SEK), die dort auch ihren Sitz haben. In deren Haus stand das Wasser. Die Ursachensuche gestaltete sich allerdings schwierig, da die Häuser auf dem Gelände sehr alt und alle miteinander verbunden sind. In einem Keller stand das Abwasser fast drei Meter hoch. Ein Polizeibeamter sprach von einem „Fäkaliensee“, der sich nun in dem Gebäude befinde. Die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) stellt die Situation anders dar. Der Schmutz, der sich in dem Wasser befinde, stamme von Wänden und Boden.

Laut BIM-Sprecherin Johanna Steinke soll der Schaden am Polizeiabschnitt noch am Montag behoben sein. Man habe aus diesem Grund entschieden, dass die Polizei nicht umziehen muss. Steinke sagte der Berliner Morgenpost, dass das Wasser sehr hoch in einem sogenannten Tiefkeller gestanden habe.

Polizei Berlin - Wasser stand im Keller bis zu 20 Zentimeter hoch

In den normalen Kellern stand das Wasser bis zu 20 Zentimeter hoch. Büros seien nicht betroffen gewesen. Den Polizisten seien Trinkwasser, mobile WCs und Wasser zum Händewaschen zur Verfügung gestellt worden. Mittlerweile sei man auch auf der Suche nach der Ursache einen Schritt weitergekommen. Ursache für den gigantischen Wasserschaden sei ein Rohrbruch der Haupttrinkwasserleitung gewesen.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost wurde auch in einem gegenüberliegenden Gebäude auf dem Polizeigelände das Wasser abgestellt. Die Heizung funktioniere dort aber weiter.

Eine Milliarde Euro Investitionsstau bei Polizei Berlin

Die Havarie ist so groß, dass die Polizei am Sonnabend noch die Feuerwehr und das Technische Hilfswerk alarmierte. Als Folge ist auf dem Gelände die komplette Frischwasserver- und Abwasserentsorgung abgestellt worden. Die Heizung ist auch ausgefallen. Toiletten können nicht benutzt werden.

Auf dem Gelände wurden jetzt mehrere Dixi-Toiletten für die Polizisten aufgestellt. Zudem wurden in den Büros Heiz-Radiatoren installiert und Frischwassertonnen aufgestellt. Der Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Benjamin Jendro, sagte der Berliner Morgenpost auf Nachfrage: „Es hat Folgen, wenn sich Berlins Politik jahrzehntelang nur stiefmütterlich um ihre Polizeiliegenschaften kümmert. Die Direktionsleitung hat sich nach unserer Info schnellstmöglich um das Problem gekümmert und versucht, die Situation vor Ort so akzeptabel wie möglich zu gestalten“.

In Berlin beträgt der Investitionsstau bei Polizeigebäuden etwa eine Milliarde Euro.