Verkehr

Poller auf dem Dahlemer Radweg kommen weg

Die Bezirksverordneten beschließen auf Initiative der FDP, dass die Poller wieder abgebaut werden – spätestens nach der Versuchsphase.

Mehr als 600 Poller wurden am Dahlemer Weg installiert.

Mehr als 600 Poller wurden am Dahlemer Weg installiert.

Foto: Maurizio Gambarini

Die mehr als 600 Poller, die den Radweg auf dem Dahlemer Weg von der Fahrbahn trennen, kommen weg. Dafür haben sich die Bezirksverordneten in ihrer jüngsten Sitzung ausgesprochen. Angestoßen hatte die FDP-Fraktion das Thema. Sie wollte die Poller so schnell wie möglich auf ein sinnvolles Maß begrenzen. Diese Forderung konnte sie nicht durchsetzen. Beschlossen ist jetzt, dass die Sperrpfosten spätestens nach der Versuchsphase, die nach fünf Jahren endet, zurückgebaut werden. Künftig soll es nur noch 15 am Anfang und 15 am Ende des Radwegs geben.

Poller nur an Gefahrenstellen

„Das Projekt Vollpfosten-Radweg ist gescheitert“, sagt Andreas Thimm, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion. Eine Absicherung von Radwegen mit Pollern habe nur an wenigen besonderen Gefahrenstellen einen Sinn. Eine großflächige Bepollerung – wie es das Mobilitätsgesetz an allen Hauptverkehrsstraßen fordere – sei verkehrstechnischer Unfug.

Timm bedauert es, dass nicht alle Poller sofort abgebaut werden können, sondern nun ein Kompromiss zum Tragen kommt. „Wir fordern nach wie vor, eine schnellstmögliche Umsetzung des jetzigen Beschlusses“, so Thimm.

Abstand zwischen den Pfosten von 1,50 Meter

Insgesamt wurden 618 Sperrpfosten installiert. Die Senatsverkehrsverwaltung hatte gefordert, einen Abstand zwischen den Pfosten von 1,50 Meter einzuhalten. Allein die Installation der Pfosten hat 45.000 Euro gekostet. Dazu kommt die Summe von 10.500 Euro für die Markierung des Streifens auf einer Länge von 1152 Metern.

Da der Radweg am Dahlemer Weg ein Modellprojekt ist, wird er einen begrenzten Zeitraum – derzeit ist von fünf Jahren die Rede – getestet und anschließend überprüft. Ursprünglich sollte erst nach dieser Phase entschieden werden, was mit den Pollern geschieht. Das ist jetzt beschlossen: sie werden abgebaut.

Erst Zickzack-, dann Vollpfosten-Radweg

Der Dahlemer Radweg war der zweite nach dem Zickzack-Radweg, der für Schlagzeilen sorgte. Jahrelang war er Teil des Gehwegs, womit alle zufrieden waren. Dann musste er saniert werden. Weil das Mobilitätsgesetz vorsieht, dass es keine Radwege mehr auf Bürgersteigen geben soll, wurde er auf die Straße verlegt. Allerdings zuerst zwischen die Park- und die Fahrspur. Dafür war die Straße viel zu schmal, Autofahrer mussten immer wieder den Fahrradweg zum Ausweichen nutzen.

Nach vielen Protesten von Anwohnern und Nutzern wurde die Parkspur entfernt und ein breiter Radweg mit Pollern versehen. Das war nun wieder zu viel des Guten und entsprach nicht mehr der Gefahrenlage. Nach wie vor gibt es Stimmen, die eine Rückverlegung des Radweges auf den Bürgersteig fordern, da auf der Brücke am Dahlemer Weg kaum Passanten unterwegs sind.