Brücke der A103

Neubau der Autobahnbrücke verzögert sich um zwei Jahre

Statt 2018 ist jetzt 2020 Baustart für die Brücke am S-Bahnhof Rathaus Steglitz. Die Kosten steigen um 20 Prozent.

Die Brücke der A103 am S-Bahnhof Rathaus Steglitz wird jetzt ab 2020 saniert.

Die Brücke der A103 am S-Bahnhof Rathaus Steglitz wird jetzt ab 2020 saniert.

Foto: Katrin Lange

Berlin.  Die Sanierung der Brücke der A103 am S-Bahnhof Rathaus Steglitz verzögert sich um zwei Jahre. Das bestätigt Jan Thomsen, Sprecher der Senatsverwaltung für Verkehr.

Ursprünglich sollte die Sanierung der gesamten Autobahnbrücke von der Zufahrt der A103 am Wolfensteindamm und an der Schloßstraße bis zur Brücke über die Albrechtstraße bereits 2018 beginnen. „Die aktuelle Planung sieht einen Baubeginn in 2020 vor“, sagt Thomsen auf Anfrage der Berliner Morgenpost.

Grundstücksfragen mussten geklärt werden

Zu der Verzögerung hätten im Vorfeld umfangreiche rechtliche Fragen bezüglich der Grundstücke und Nutzungen unterhalb der Brücke geführt. Dabei sei mehr zu klären gewesen, als ursprünglich erwartet. „Da es sich um eine Baumaßnahme im Auftrag des Bundes handelt, ist zudem stets die Zustimmung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur einzuholen“, so Thomsen.

Im Stadtplanungsausschuss des Bezirks Steglitz-Zehlendorf wurde bereits über Probleme mit der Statik unter der Brücke diskutiert. Vermutet wurde, dass der Drogeriemarkt aus diesem Grund habe umziehen müssen. Das kann Thomsen nur in Teilen bestätigen. „Richtig ist, dass unter der Brücke über die Albrechtstraße eine Behelfsabstützungskonstruktion errichtet wird“, so der Sprecher. Da ein Teil dieser Konstruktion im Bereich des Drogeriemarktes liege, hätte dieser weichen müssen.

Wohnungen sollen unter der Brücke nicht gebaut werden

Der im Ausschuss geäußerten Vermutung, dass unter der Brücke künftig Wohnungen entstehen könnten, erteilt Thomsen eine klare Absage. Eine Wohnbebauung sei dort nicht vorgesehen.

Die Senatsverwaltung für Verkehr hatte vor zwei Jahren noch mit Kosten von 3,1 Millionen Euro für die Sanierung der Autobahnbrücke gerechnet. Die Verwaltung geht jetzt davon aus, dass diese Summe nicht mehr ausreichen wird. „Unser Haus führt zeitnah eine neue Kostenberechnung durch, es ist mit einer baupreisbedingten Kostensteigerung von rund 20 Prozent zu rechnen“, sagt Thomsen.

Gutachten zeigen Mängel am Bau und am Material

Bei der Autobahnbrücke handelt sich um ein Spannbetonwerk aus den 60er-Jahren. Diverse Gutachten hatten Mängel am Bau und am Material aufgezeigt. So besteht unter anderen die Gefahr der Spannungsrisskorrosion, die Standsicherheit ist damit eingeschränkt. Der Prüfzyklus ist bereits verkürzt worden. Gutachter hatten Sicherungsmaßnahme für den Überbau empfohlen. Die Bauzeit soll etwa ein Jahr dauern.

Keine Mammut-Baustelle vor Rathaus - Verkehrschaos dürfte ausbleiben

Etwas Gutes hat die Verzögerung der Brückensanierung: Es kommt nicht zu dem vorab befürchteten Chaos. Eigentlich sollten drei Großbaustellen parallel laufen: Die Sanierung der U-Bahnstationen durch die BVG, der Kreisel-Umbau von der CG-Gruppe und die von der Senatsverkehrsverwaltung geplante Sanierung der Brücke der A103.

Befürchtet wurde vor allem, dass der Verkehr aufgrund der Mammutbaustellen zusammenbrechen könnte. Jetzt entzerren sich die Bauvorhaben. Bis 2020 will die BVG mit den U-Bahnhöfen fertig sein, die Bauarbeiten am Kreisel betreffen nur noch den Fassadenaufbau und den Innenausbau. Die ersten Eigentümer sollen Ende 2021 einziehen.