Bauprojekt

900 Hinweise zum neuen Stadtquartier in Lichterfelde Süd

In Lichterfelde Süd entstehen 2500 Wohnungen. Jetzt haben sich Senatsverwaltungen und Verkehrslenkung zu den Plänen geäußert.

Die Groth-Gruppe plant auf dem ehemaligen US-Militärgelände Parks Range in Lichterfelde Süd ein neues Stadtquartier

Die Groth-Gruppe plant auf dem ehemaligen US-Militärgelände Parks Range in Lichterfelde Süd ein neues Stadtquartier

Foto: Groth-Gruppe/Alexander Ware / ©Archimation 2017

Berlin. Langsam kommen die Pläne für den Neubau des Stadtquartiers in Lichterfelde Süd voran. Die Groth-Gruppe will auf dem ehemaligen US-Militärgelände Parks Range 2000 Wohnungen und 420 Einfamilien- und Reihenhäuser bauen, dazu sind Schule, Kita und Sportflächen geplant. Bevor die Pläne für die Bürgerbeteiligung ausgelegt werden, haben Behörden wie Senatsverwaltungen, Denkmalschutz, Verkehrslenkung und die Berliner Verkehrsbetriebe ihre Stellungnahmen dazu abgegeben. „Etwa 900 Hinweise sind bei der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange eingegangen“, sagte Sabine Lappe, Leiterin des Stadtplanungsamtes in Steglitz-Zehlendorf. Das Verfahren sei gut gelaufen, es gebe „kleine Nacharbeiten und Ergänzungen“.

Drei Baracken sollen erhalten bleiben

Ein wichtiger Punkt: Nach Gesprächen mit dem Landesdenkmalamt sollen jetzt drei Baracken des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers erhalten bleiben und in die Neubaupläne integriert werden. Die Baracken waren erst nachdem die Bebauungspläne schon erstellt waren, entdeckt und erforscht worden. Eine befindet sich am so genannten grünen Finger an der Osdorfer Straße, Ecke Landweg, eine zweite in der Mitte des Neubaugebiets und die dritte auf dem geplanten Schulgelände.

Ein Gebäude muss versetzt werden

Die erste Baracke soll am originalen Schauplatz erhalten bleiben und restauriert werden. Die zweite in der Mitte könne jedoch nicht an dem Standort bleiben und müsse versetzt werden, so Sabine Lappe. Das Gebäude lasse sich demontieren und wieder aufbauen. Für die dritte Baracke auf dem künftigen Schulgelände soll noch ein Konzept mit allen Beteiligten erstellt werden. Dabei soll es vor allem darum gehen, wie das Gebäude in den Schulalltag eingebunden werden kann. „Die Baracke wird an diesem Ort als Symbol vollständig erhalten bleiben“, erläuterte Sabine Lappe den Mitgliedern des Stadtplanungsausschusses.

Verkehrsknoten erneut prüfen

Die Verkehrslenkung Berlin hat den Bezirk und den Investor aufgefordert, sich noch einmal die Verkehrsknoten anzusehen. Dazu gehören die Bereiche Lichterfelder Ring, Landweg und Osdorfer Straße sowie der Lichterfelder Ring bis zur Waldsassener Straße. Es solle jetzt noch einmal ein Gutachten beauftragt werden, das zwar auf dem geplanten Verkehrsmodell aufbaue, aber besonders die Ausweichverkehre und den Radverkehr betrachte, so die Amtsleiterin. Auch das Mobilitätskonzept für die innere Erschließung des Quartiers müsse konkretisiert werden.

Schule bleibt an den Standort

An dem Standort der Schule und der Sporthalle, die entlang der Gleise der Anhalter Bahn gebaut werden, soll sich nichts ändern. Im Vorfeld hat es viele Proteste von Anwohnern und Initiativen gegeben, die vor der Lärmbelästigung durch die Bahn warnten. Die Schule wird eine der erste Modellschulen sein, die auch Team- und Lernhäuser genannt werden und nichts mehr mit den heutigen „Flurschulen“ gemeinsam haben. Die Senatsbildungsverwaltung hat jetzt nach der Sichtung der Pläne gefordert, die Schule und die Sporthalle auf einem gemeinsamen Grundstück zu bauen. Aus diesem Grund muss ein Fußweg verlegt werden.

Bürgerbeteiligung im Herbst geplant

Nachdem die Behörden ihre Stellungnahmen abgegeben haben, müssen die Hinweise jetzt eingearbeitet und die angeforderten Gutachten erstellt werden. „Das wollen wir über den Sommer erledigen und im Herbst präsentieren“, sagt Sabine Lappe. Im Anschluss könne die Bürgerbeteiligung starten.