Stadtentwicklung

Ein Konzept für Zehlendorfs Zentrum

Die Bürgerinitiative sammelt Unterschriften für einen Einwohnerantrag. Sie fordert ein Stadtentwicklungskonzept für die Dorfaue.

Der Bereich um den S-Bahnhof Zehlendorf wird sich mit dem Bau der neuen Zugänge verändern. Eine Fußgängerzone ist bereits entstanden.

Der Bereich um den S-Bahnhof Zehlendorf wird sich mit dem Bau der neuen Zugänge verändern. Eine Fußgängerzone ist bereits entstanden.

Foto: Katrin Lange

Berlin.  Einen ganzen Sonnabend haben sie diskutiert: Anwohner, Schüler, Direktoren, aber auch Lokalpolitiker, Vertreter der Paulusgemeinde, der Musikschule und des Heimatmuseums. Es ging um das Zentrum von Zehlendorf und wie es künftig aussehen soll. In mehreren Workshops wurden Ideen und Pläne für Sanierungen, Neubauten, Parkzonen, Märkte und Feste zusammengetragen. Aber am Ende der Veranstaltung stand fest: Alles hängt mit allem zusammen. „Wir brauchen ein integriertes Stadtentwicklungskonzept, das von einem Planungsbüro erstellt wird“, sagt Christian Küttner, Sprecher der Bürgerinitiative Zehlendorf.

1000 Unterschriften werden gebraucht

Diese Forderung will die Initiative jetzt mit einem Einwohnerantrag in der Bezirksverordnetenversammlung durchsetzen. Mindestens 1000 Unterschriften werden gebraucht, damit der Antrag auf die Tagesordnung kommt. Sie können entweder online auf der Seite der Bürgerinitiative (bi-zehlendorf.de) abgegeben werden. Die Aktiven werden aber auch mit den Listen an Ständen stehen, so zum Beispiel am Sonnabend auf dem Wochenmarkt auf dem Postplatz. Sie liegen ebenfalls in vielen Geschäften rund um den Teltower Damm aus.

Viele Bauprojekte am Teltower Damm

Rund um den Teltower Damm ist derzeit viel in Bewegung. 70 Millionen Euro stehen für die Sanierung des Rathauses bereit, auch das Droste-Hülshoff-Gymnasium und das Schadow-Gymnasium müssen saniert werden. Der Brückenabriss- und -neubau am S-Bahnhof Zehlendorf ist in Planung, neue Zugänge werden entstehen, darunter am Postplatz. Der Platz wiederum muss dafür neu gestaltet werden.

Neue Pläne im Dialog mit den Anwohnern

Es ist aber auch schon einiges geschehen: Der Abzweig des Teltower Damms zur Martin-Buber-Straße ist in eine Fußgängerzone umgewandelt worden, eine weitere Fußgängerzone soll vor dem Standesamt entstehen. Auf dem Postplatz gibt es einen Wochenmarkt, der als Treffpunkt sehr beliebt ist. Die Bürgerinitiative fordert jetzt, weitere Projekte im Dialog mit Anwohnern und Betroffenen zu entwickeln.

Mitreden bei der Rathaus-Sanierung

Christian Küttner nennt ein Beispiel: „Bislang laufen alle Planungen für die Sanierung des Rathauses isoliert in der Verwaltung ab“, so der Sprecher. Vielleicht wäre es aber auch sinnvoll, den Verwaltungsbau, der in Teilen abgerissen wird, so zu planen, dass auf dem Areal neue Wohnungen gebaut werden. Doch wie könnte das aussehen? Darüber müsste gemeinsam nachgedacht werden.

Projekt kostet etwa 60.000 Euro

Die Bürgerinitiative hat sie sich einen Zeitplan gesetzt: Im Frühjahr 2020 soll ein Stadtplanungsbüro mit der Erstellung eines Konzeptes für die Zehlendorfer Mitte beauftragt werden und im Sommer 2021 die Präsentation der Ergebnisse folgen. Die dafür benötigten 60.000 Euro müsste der Bezirk noch in diesem Jahr zur Verfügung stellen. „Wir wollen den Einwohnerantrag für das integrierte Stadtentwicklungskonzept noch im Juni, also vor der Sommerpause, einbringen“, sagt Küttner. Voraussetzung ist, dass die Unterschriften zusammenkommen.

Leitfaden über die Entwicklung bis 2030

Mit dem Konzept soll nicht nur die Bürgerbeteiligung sichergestellt werden, sondern auch die Einbeziehung eines Expertengremiums. Die Ergebnisse sollen in einem Leitfaden für die Stadtentwicklung bis 2030 zusammengestellt werden, sozusagen als Entwicklungsplan für die Zukunft der alten Dorfaue.