Gute Bilanz

Erste Erfolge für Bürgerinitiative am Breitenbachplatz

Seit 2011 kämpfen die Anwohner für den Abriss der Autobahnbrücke und die Neugestaltung des Platzes. 2018 hat sich viel bewegt,

Eine Einheit: der Breitenbachplatz um 1935

Eine Einheit: der Breitenbachplatz um 1935

Foto: Landesachriv / Landesarchiv

Steglitz-Zehlendorf. Rund um den Breitenbachplatz ist viel in Bewegung gekommen. Ob Autobahnbrücke, Zebrastreifen oder neue Läden – die Bürgerinitiative Breitenbachplatz kann mit dem Jahr 2018 zufrieden sein. „Ein für unsere Anliegen erfolgreiches Jahr ist zu Ende gegangen“, bilanziert aus diesem Grund auch der Sprecher Ulrich Rosenbaum.

Der wichtigste Punkt ist die Debatte über den Abriss der Autobahnbrücke. Das Thema wird jetzt im Abgeordnetenhaus diskutiert, nachdem sich bereits die Bezirksverordneten in Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf für einen perspektivischen Abriss und eine Neugestaltung des Platzes ausgesprochen haben. Der Initiative geht es dabei auch um den Kampf gegen das überholte Konzept der „autogerechten Stadt“. Sie steht nicht allein da. „Wir sind Teil eines Netzwerkes von sechs Bürgerinitiativen in Wilmersdorf, Friedenau und Steglitz und Dahlem“, sagt Rosenbaum.

Einen Schritt weiter ist die Initiative auch mit ihrer Forderung nach einem Zebrastreifen an der Südwest-Seite des Platzes gekommen. Seit der Gründung im Jahr 2011 werde diese Maßnahme angemahnt, so Rosenbaum. Jetzt wird ein entsprechender Antrag der CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung diskutiert. Vor allem älteren Menschen, die das orthopädische Ärztehaus oder die Augenarztpraxis aufsuchen, soll das Überqueren der Straße mit einem Zebrastreifen erleichtert werden. Der Antrag ist derzeit zur Beratung in den Ausschüssen.

Ein weiteres Problemfeld ist der Leerstand am Platz. Auch hier kann die Initiative eine gute Bilanz ziehen. Zwar gab es 2018 einige Schließungen, aber die Geschäfte sind teilweise schon wieder vermietet. So ist in dem ehemaligen „Gattopardo“ ein vietnamesisches Lokal eingezogen und das Restaurant „Breitenbach“ wird nach zwei Jahren Leerstand von einem aserbeidschanischen Pächter betrieben. Aber nicht alles sei auf einem guten Weg, so Rosenbaum. „Kleinere Läden zwischen Santa Café und Zwilling-Apotheke stehen immer noch leer“, sagt der Anwohner.

In diesem Jahr wollen sich die Mitglieder der Bürgerinitiative Breitenbachplatz mehr um die Historie des Platzes und seiner Umgebung kümmern. Im Jubiläumsjahr zu 100 Jahre Bauhaus sollen die Zeugnisse dieser Architektur, wie die Reihenhaus-Versuchssiedlung in der Schorlemerallee, aber auch die Bauten der „Neuen Sachlichkeit“, die den Platz prägen, in den Mittelpunkt rücken. „Wir denken über architektonische Führungen nach, mit denen wir unsere Forderung nach einer Wiederherstellung des historischen Grundrisses und der Aufenthaltsqualität wieder sichtbar machen wollen“, sagt Ulrich Rosenbaum.

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