Start-ups

Baustart für das Fubic-Gründerzentrum

Schluss mit Dreharbeiten: Im kommenden Jahr beginnen die Abrissarbeiten auf dem Gelände des US-Militärkrankenhauses.

Julia Neuhaus, Leiterin der Geschäftsstelle "Zukunftsorte Berlin" und Projektleiter Jörg Israel in dem leer stehenden Krankenhaus

Julia Neuhaus, Leiterin der Geschäftsstelle "Zukunftsorte Berlin" und Projektleiter Jörg Israel in dem leer stehenden Krankenhaus

Foto: Katrin Lange

Berlin. Station C, Aufnahmezentrum, OP-Säle, Bäder, Ärztezimmer – es sieht fast so aus, als wäre das ehemalige US-Militärkrankenhaus an der Fabeckstraße in Dahlem noch in Betrieb. Dieser Eindruck kommt von den Filmteams, die dort Serien oder Krimis drehen und dafür Eingangsbereiche, Räume und Flure frisch malern, damit alles echt aussieht. Bis zum Jahresende muss die letzte Filmcrew die leerstehende Klinik verlassen haben – dann ist damit Schluss. Ab Januar geht es in die Umsetzung der Umbaupläne des Geländes zu einem Technologie- und Gründerzentrum, das Ende 2021 fertig sein soll. Der Einzug der ersten Start-ups ist für 2022 geplant.

Vor mehr als einen Jahr haben der Bezirk Steglitz-Zehlendorf und die Wista-Management GmbH, die bereits den Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof betreibt, den städtebaulichen Vertrag für den neuen Gründungscampus Fubic an der Fabeckstraße unterschrieben. Fubic steht für „Business and Innovation Center next to Freie Universität Berlin Campus“. Auf dem 50.000 Quadratmeter großen Gelände in direkter Nachbarschaft zur Freien Universität (FU) wird ein Ort geschaffen, an dem sich technologieorientierte Start-ups und junge Unternehmen aus den Bereichen Life-Science, Gesundheitswirtschaft sowie Informatik ansiedeln können.

In einem ersten Schritt werden Teile des 1974 erbauten Militärkrankenhauses abgerissen. Das Gebäude wird entkernt und um zwei Etagen aufgestockt. „Die Abrissarbeiten sollen Anfang des Jahres ausgeschrieben werden und Mitte des Jahres beginnen“, sagt Projektleiter Jörg Israel. Geplant ist auch der Abriss der ehemaligen Chefarzt-Villa und ein nie beendeter Rohbau der Charité. Auf dem frei gewordenen Platz entstehen sechs Neubauten, die von privaten Investoren gebaut und betrieben werden.

Der städtebauliche Vertrag regelt, dass auf dem gesamten Gelände 60 Prozent der Betriebsfläche Gründern von Start-ups vorbehalten bleibt, insbesondere Ausgründungen der FU. Sie ziehen zunächst in das umgebaute Krankenhaus. Die übrigen 40 Prozent können bereits am Markt etablierte technologieorientierte Unternehmen nutzen. Dafür stehen die sechs Neubauten zur Verfügung. Mit etwa 80 Unternehmen und 1000 Mitarbeitern rechnet die Wista – eine Beteiligungsgesellschaft des Landes – eines Tages auf dem Gründungscampus.

Über Baupläne und Baufortschritte können sich Interessenten künftig in einem Info-Pavillon informieren. Der wird in dem ehemaligen Pförtnerhäuschen an der Fabeckstraße 60-62 eingerichtet. „Im April soll der Pavillon eröffnet werden“, sagt Wista-Sprecher Peter Strunk. Im Frühjahr sei aber auch eine öffentliche Informations-Veranstaltung geplant.

„Das Innovationszentrum ist auf die Bedürfnisse der Freien Universität zugeschnitten“, sagt Jörg Isreal. Die Ideen, die an der Hochschule entstehen, sollen in unmittelbarer Nähe zu Produkten werden. Für das innovative Potenzial in Berlin müssten weitere Räume geschaffen werden, ergänzt Julia Neuhaus, Leiterin der Geschäftsstelle Zukunftsorte Berlin. In Steglitz-Zehlendorf sieht sie dafür nicht nur Chancen auf dem Fubic-Campus. Auch das Goerzwerk sei ein guter Ort für Gründer und Start-ups, so Neuhaus.

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