Gut vier Monate nach dem spektakulären Einbruch in eine Filiale der Berliner Volksbank wird der Tunnel zugeschüttet, durch den die Einbrecher in den Tresorraum drangen. Der Fall selbst wird komplett neu aufgerollt.
Wie Michael Adamski, stellvertretender Leiter der Einsatzgruppe Tunnel des Landeskriminalamtes (LKA) sagte, werden sich nun „Profiler“ des LKA mit dem Fall befassen und ihn von Grund auf neu angehen. „Vielleicht haben wir von der Ermittlungsgruppe aus der Soko ja auch den Tunnelblick gehabt und Sachen übersehen“, sagte Adamski in Steglitz.
Eine heiße Spur gibt es bisher nicht, obwohl das LKA rund 400 Hinweise bekam. Einige Proben von am Tatort gefundener DNA würden noch international abgeglichen, sagte Adamski, vor allem in Süd- und Südosteuropa. Die Diebe hatten einige auffällige Spuren hinterlassen, unter anderem Bierdosen aus Polen. Die Garage, aus der heraus sie den Tunnel anlegten, hatten sie mit gefälschten Papieren angemietet. Sie fingierten eine niederländische Identität, dafür nutzten sie ein Internet-Bild eines Studenten aus dem Nachbarland.
Wie eine Sprecherin der Berliner Volksbank am Dienstag sagte, sollen nun insgesamt rund 200 Kubikmeter Erde in den Geheimgang gefüllt werden. „Zunächst werden die Holzbohlen, die die Täter angebracht haben, entfernt, anschließend die Erde aufgefüllt“, sagte die Sprecherin. Rund zwei Wochen sollen die Arbeiten dauern.
Die Täter hatten Mitte Januar einen 45 Meter langen Tunnel von einer Tiefgarage zum Tresorraum der Bank-Filiale im Stadtteil Steglitz gegraben. Durch diesen waren sie in die Bank eingedrungen und hatten den Inhalt von rund 300 Schließfächern gestohlen. Nach polizeilichen Schätzungen haben die Täter rund neun Millionen Euro erbeutet.
Nach den Bankangaben erhielten zehn Prozent der rund 300 betroffenen Schließfachinhaber ihr Eigentum komplett zurück, etwa die Hälfte erhielt Teile des Inhalts. Zehn weitere Prozent der Fächer waren leer, hieß es weiter. Bei ihrer Flucht hatten die Täter im Tresorraum Feuer gelegt. Adamski sprach von einem Schaden von 10 Millionen Euro, der aber nicht nachprüfbar sei, da er auf den Angaben der Schließfachinhaber beruhe.
plet/dpa/sh











