Alexander Schöllkopf hat den „Piratas“ Kajak- und Kanu-Verleih am Pichelsee in Spandau vor zehn Jahren mit drei kleinen Flößen aufgebaut. Was daraus geworden ist, geht über einen Bootsverleih hinaus. Schulklassen kommen hierher, Seniorengruppen, Menschen, die sonst keinen Zugang zum Wasser hätten.
Jungen Erwachsenen ohne Schulabschluss hat Schöllkopf hier Arbeit gegeben. Mit dieser neuen Struktur schafften manche von ihnen sogar ihren Schulabschluss. Schöllkopf ermöglicht seinen Mitarbeitenden den Bootsführerschein, kostenlos bis auf die Prüfungsgebühr. Seit Jahren räumt er mit seinem Team die Ufer der Havel sauber.
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Als er das Gelände 2022 übernahm, war es verwahrlost. Er hat es für 130.000 Euro saniert, auf eigene Kosten, nach allen Auflagen des Umweltamts. Und dann kam die Kündigung.
Solche Menschen wie Alexander Schöllkopf sind selten. Menschen, die einen Ort nicht nur nutzen, sondern gestalten, die Verantwortung übernehmen, wo andere wegschauen, die einfach machen. Berlin tut zu wenig dafür, sie zu halten. Denn während Berliner Forsten die Kündigung ausgesprochen hat und der Bezirk Spandau trotz Bemühungen keinen alternativen Standort finden konnte, steht Schöllkopf ohne Lösung da.
Orte wie dieser sind für alle
Naturschutz ist wichtig und Renaturierung richtig. Aber das Gelände ist bereits zu 98 Prozent renaturiert und wird seit Jahren ökologisch bewirtschaftet. Eine Alternative für den Betrieb wurde nicht gefunden.
Berlin wirbt mit seinen Gewässern. Und gleichzeitig wird einer der wenigen Orte geschlossen, an denen Menschen ohne Boot und ohne Vereinsmitgliedschaft einfach ans Wasser kommen. Der Piratas Kajak- und Kanu-Verleih am Pichelsee ist nicht schlicht und einfach nur auf den Gewinn aus. Es ist ein Ort, der funktioniert, weil jemand ihn mit echter Überzeugung betreibt. Offen, niedrigschwellig, für alle.



