Wie das Bezirksamt Spandau vor wenigen Wochen mitteilte, ist die Verteilung von kostenlosen FFP2-Masken eingestellt worden. Berechtigt dazu waren Spandauer Bürgerinnen und Bürger mit geringem Einkommen und dem Bezug von Leistungen zum Lebensunterhalt, Wohngeld, Bafög, Berufsausbildungsbeihilfe oder Kinderzuschlag. Die Masken konnten unter Vorlage eines Anspruchsnachweises, also eines Leistungsbescheids oder eines BerlinPass, an den Seniorenklubs Lindenufer, Südpark, Hakenfelde und Haselhorster Damm abgeholt werden.

Weitere Ausgabestellen waren das Stadtteilbüro Siemensstadt, die Paul-Gerhardt-Gemeinde Im Spektefeld, das Nachbarschaftszentrum Paul-Schneider-Haus, der Staakentreff am Brunsbütteler Damm und der Stadtteilladen Hakenfelde. „Die Nachfrage nach den Masken war seit Wochen praktisch null“, erklärte Spandaus Sozialamtsleiter Thomas Fischer auf Anfrage der Berliner Morgenpost, „wir haben deshalb fast alle unsere noch vorhandenen FFP2-Masken zur Verteilung im Hauptbahnhof zur Verfügung gestellt, da dort noch Bedarf besteht.“ Sollten sich allerdings noch Nachfragen in den Spandauer Ausgabestellen ergeben, würden die Restmasken auch noch ausgeteilt werden, so Fischer.

In anderen Berliner Bezirken werden die kostenlosen FFP2-Masken indes weiter ausgegeben, so etwa in Steglitz-Zehlendorf. „Es wird weiter ausgeteilt und ich lasse gerade prüfen, wie viele Masken wir noch haben“, sagte Tim Richter (CDU), Stadtrat für Soziales und Bürgerdienste. Es sei sogar eine neue Bestellung avisiert.

CDU Spandau: Sozialstadtrat Gregor Kempert muss sich für Masken-Aus erklären

Die Spandauer CDU übt indes scharfe Kritik an der Einstellung der kostenlosen Verteilung der FFP2-Masken durch das Bezirksamt. Sie hat den Vorgang nun zum Anlass einer Kleinen Anfrage genommen. „Mit einem Einzeiler hat das Bezirksamt bekannt gegeben, dass die kostenlose Abgabe von FFP2-Masken gestrichen wird“, beschwert sich der CDU-Verordnete Max Grüninger, „es ist mehr als unüblich, dass der zuständige Stadtrat keinerlei weitere Erläuterung abgibt.“ Sozialstadtrat Kempert sei seiner Aufgabe nicht nachgekommen, zu begründen, warum die kostenlose Ausgabe wegfällt.

„Entweder ist es schlicht unsensibel oder Stadtrat Kempert will für unpopuläre Maßnahmen nicht die politische Verantwortung übernehmen“, so Grüninger weiter, „ich halte den Stopp der kostenlosen Maskenausgabe bei den aktuellen Inzidenzzahlen nicht nur für verfrüht, sondern auch für vollkommen unüberlegt.“

Angesichts der ohnehin drastisch steigenden Lebenshaltungskosten sei der Stopp der kostenlosen Maskenausgabe nun auch noch ein zusätzlicher Kostenfaktor für einkommensschwächere Spandauerinnen und Spandauer. „Der Sozialstadtrat muss aufklären, was er sich bei einer so eisigen Mitteilung zum kostenlosen Masken-Aus für Bedürftige gedacht hat“, fordert Grüninger.

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