Verkehr

Konzept für Oberleitungsbusse in Spandau vor Fertigstellung

Senatsverwaltung will O-Busse in Spandau einsetzen. Die BVG hat in den vergangenen Monaten an einem Konzept dafür gearbeitet.

Die Linie X49 gehört zu denen, auf denen in Spandau Oberleitungsbusse getestet werden sollen.

Die Linie X49 gehört zu denen, auf denen in Spandau Oberleitungsbusse getestet werden sollen.

Foto: Paul Zinken / picture alliance / dpa

Berlin. Auf zwei Strecken in Spandau sollen zeitnah moderne Oberleitungsbusse eingesetzt werden – diese Absicht hatte die Senatsverkehrsverwaltung im Januar beruhend auf den Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie erklärt. Damals erhielten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) zudem einen Planungsauftrag für die Einführung der Busse, auch „Streckenlader“ genannt. Nun ist ein entsprechendes Konzept der BVG kurz vor der Fertigstellung.

Das Konzept befinde sich derzeit in der Finalisierung und werde anschließend mit der Verkehrsverwaltung abgestimmt, teilte BVG-Sprecher Markus Falkner auf Anfrage mit. „Auf Basis der infrastrukturellen und betrieblichen Anforderungen können danach Vorplanungen starten.“

In dem Konzept soll es um zwei Achsen in Spandau gehen: Um den Brunsbütteler Damm, wo die Bus-Linie M32 in der Hauptverkehrszeit alle fünf Minuten fährt, sowie um den Korridor „Heerstraße“. Dort sind die Linien M49, X49 und X34 jeweils im Zehn-Minuten-Takt unterwegs.

Die Achsen seien als erste Strecken für eine Einführung der Technologie gewählt worden, „weil sie stark nachgefragte Buskorridore sind, sodass eine Streckenladungsinfrastruktur besonders viele Busse auf elektrischen Betrieb umstellen kann“, erklärte die Senatsverwaltung im Januar. Eine „unverzügliche Erprobung“ dieser Technologie ist zudem im aktuellen Nahverkehrsplan für das Land festgeschrieben.

Berliner Nahverkehrsplan enthält Einsatz von Oberleitungsbussen

Das Besondere dieser „Streckenlader“-Busse ist, dass dabei die Technik von älteren Oberleitungsbussen mit moderner Batteriespeichertechnologie kombiniert wird. Durch die Oberleitungen erfolgt der Ladevorgang größtenteils während der Fahrt, es gibt also kein Reichweitenproblem. Zusätzlich haben diese Busse aber auch relativ kleine Fahrzeugbatterien, sodass sie nicht dauerhaft auf Oberleitungen angewiesen sind. Dadurch reduziere sich der Aufwand für die Leitungen; an Kreuzungen, wo es technisch aufwendig oder gestalterisch schwierig ist diese zu installieren, könnten sie vermieden werden, heißt es im Nahverkehrsplan.

Auch die BVG verweist auf den Vorteil der im Prinzip unbegrenzten Reichweite, in Frage kommt der Einsatz der Streckenlader aber nicht überall. „Grundsätzlich – und ohne der konkreten Vorplanung in Spandau vorzugreifen – ist die Technologie eher geeignet für Strecken mit einem hohem Fahrgastaufkommen und großen Fahrzeugen wie zum Beispiel Doppelgelenkbussen“, erklärt Falkner.

Größerer Infrastrukturaufwand und längere Planung notwendig

Zudem „geht die Implementierung von Streckenlader-Bussen, im Vergleich zu anderen Elektrobustechnologien, mit dem größten Infrastrukturaufwand und längeren Planungsverfahren einher“, sagt er. Einen Zeitpunkt, wann die modernen O-Busse in Spandau fahren könnten, nennt der Sprecher deshalb noch nicht. Der genaue Start lasse sich erst nach erfolgter Vorplanung realistisch abschätzen.

Unterstützung bekommt das Projekt von Spandaus Verkehrsstadtrat Frank Bewig (CDU). Er stehe dem Vorhaben grundsätzlich positiv gegenüber, sagte Bewig, wobei es noch einige Fragen zu klären gebe, etwa die Positionierung der Oberleitungen oder wie mit den Bäumen an den Strecken umgegangen wird. Die Oberleitungsbusse seien aber deutlich flexibler als Straßenbahnen und hätten größere Kapazitäten als „normale“ Busse, so Bewig. „Insofern habe ich gegenüber der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz und der BVG meine Zustimmung für einen solchen Einsatz in Spandau gegeben.“

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