Stadtentwicklung

Siemensstadt 2.0: Wie sich Interessierte beteiligen können

Das Verfahren zur Entwicklung der Siemensstadt 2.0 läuft. Auf verschiedenen Wegen können Bürger ihre Ideen und Hinweise einbringen.

Die Entwicklung der Siemensstadt 2.0 in Spandau geht weiter. So könnte sie im Überflug künftig aussehen.

Die Entwicklung der Siemensstadt 2.0 in Spandau geht weiter. So könnte sie im Überflug künftig aussehen.

Foto: Siemens AG

Berlin. Seit mehreren Wochen läuft für die Siemensstadt 2.0 in Spandau der Hochbauwettbewerb, bei dem sechs Berliner Büros Entwürfe für die ersten beiden Neubauten entwickeln. Aber nicht nur Architekten beschäftigen sich derzeit mit der künftigen Gestaltung des Innovationscampus, auch Bürger sind auf unterschiedlichen Plattformen gefragt, ihre Ideen und Hinweise einzubringen.

Stellungnahmen können zum einen im Rahmen des offiziellen Verfahrens für den Bebauungsplan eingereicht werden, der notwendig ist, um das bisherige Industrieareal in einen Stadtteil mit Produktions-, Büro- und Forschungsflächen umzuwandeln sowie die vorgesehenen knapp 3000 Wohnungen zu bauen. Weil das Siemens-Gelände mit rund 73 Hektar sehr groß ist, soll stufenweise vorgegangen werden, weshalb die Architekten aktuell auch nur an Gestaltungsentwürfen für ein erstes Teilareal arbeiten.

Bushaltestelle soll innerhalb des Quartiers entstehen

Die grundsätzlichen Ziele für die Entwicklung der Siemensstadt 2.0 werden in einem Rahmenplan festgehalten, der begleitend zum Bebauungsplanverfahren entwickelt wird. Er zeigt zudem die verschiedenen Nutzungen der einzelnen Flächen auf, also wo der Bildungscampus, Gewerbe, Wohnraum oder eine Mischung vorgesehen ist. Ein Entwurf für den Rahmenplan liegt nun vor.

Demnach soll etwa im Norden, im Bereich der ehemaligen Arbeitnehmer-Gärten, das Wohnen den Schwerpunkt bilden. Festgehalten wird auch, wie Fußgänger und Radfahrer in dem Gebiet gelenkt werden oder wo Autos fahren und parken können. So sind laut Rahmenplan mehr als zehn Tiefgaragen sowie „Systemparkhäuser“ vorgesehen, die zugleich als Mobilitäts-Hubs fungieren sollen. Auch zwei neue Bushaltestellen, eine in dem neuen Quartier, sind markiert. Eine große Grünfläche ist angrenzend an die Siemensbahn-Trasse geplant, eine kleinere an der Nonnendammallee.

Stellungnahmen zu dem Rahmenplan können bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bis zum 6. November eingereicht werden, sämtliches Material ist auf der Internetseite der Verwaltung zu finden. In der Senatsverwaltung und im Bezirksamt Spandau sind die Unterlagen auch ausgelegt, können aufgrund der geltenden Corona-Regeln aber nur einzeln oder von Personen aus demselben Haushalt gesichtet werden.

Seniorenklub, Galerie und Bibliothek sind geplant

Gleichzeitig läuft eine weitere digitale Bürgerbeteiligung, auch die dort eingereichten Hinweise sollen in die weitere Planung für die Siemensstadt 2.0 fließen. Die Beteiligung findet über die Internetseite mein.berlin.de statt und dauert ebenfalls noch bis zum 6. November. Hierbei können Nutzer auf einer Karte Orte markieren und kommentieren, etwa Punkte auf dem Gelände, die sie für besonders erhaltenswert halten, oder Stellen in der Umgebung, die sie als wichtig für die Entwicklung der Siemensstadt 2.0 erachten.

Daneben können Interessierte Hinweise zu den vorgesehenen Nutzungen abgeben, also zu Aspekten wie den Grünflächen, der Mobilität, der sozialen Infrastruktur oder dem Wohnraum. Neben dem genannten Bildungscampus sieht der bisherige Plan zwei Kita-Standorte, aber auch weitere Einrichtungen vor. Dazu gehören zum Beispiel eine Jugendfreizeitstätte, ein Seniorenklub, eine öffentliche Stadtteilbibliothek und eine Galerie für Kunstausstellungen. Mit Ausnahme der Grundschule und Kitas soll die soziale Infrastruktur, so heißt es, „miteinander verbunden werden, sodass Bereiche entstehen, die eine Mehrfachnutzung von Einrichtungen ermöglichen“.

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Freiräume sollen um kleinere Parkflächen ergänzt werden

Außerdem wird in den Erklärungen ausführlicher auf die Ost-West-Verbindung durch das neue Quartier, den sogenannten Boulevard, eingegangen. Entlang dieses Wegs „sollen Nutzungen konzentriert werden, die besonders viele Menschen anziehen“, wird erklärt, dazu zählen Einzelhandel oder Gastronomie. „Perspektivisch soll dieser Freiraumkorridor in westlicher Richtung bis zur Paulsternstraße verlängert werden“, heißt es weiter. Generell ist für Freiräume, wie den Boulevard, angedacht, diese um kleinere Parkflächen zu ergänzen.

Neben diesen Beteiligungsmöglichkeiten ist für den 27. Oktober zudem eine Online-Dialogveranstaltung geplant. Bei dieser sollen Verantwortliche der Senatsverwaltung, des Bezirks und von Siemens das Projekt vorstellen und Fragen beantworten.