Stadtentwicklung

Wo in Spandau neue Freizeitangebote entstehen sollen

Ein Masterplan zeigt vorhandene Spiel- und Freiflächen sowie Defizite auf. Für die nächsten Jahre sind Entwicklungsmaßnahmen vorgesehen

Im Südpark in Spandau wurden vor wenigen Monaten neue Spielgeräte eingeweiht. Es besteht im Bezirk aber weiterhin Bedarf.

Im Südpark in Spandau wurden vor wenigen Monaten neue Spielgeräte eingeweiht. Es besteht im Bezirk aber weiterhin Bedarf.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Berlin. Ob in Hakenfelde, Haselhorst, Spandau Mitte oder der Siemensstadt: Im Bezirk werden aktuell und in den kommenden Jahren zahlreiche neue Wohnungen gebaut. Bis zum Jahr 2025 wird in Spandau, verglichen mit dem Stand zum Anfang des Jahres 2018, mit mehr als 17.500 neuen Wohnungen gerechnet. Die Bevölkerungszahl könnte also um etwa 35.000 Menschen steigen. Das hat auch zur Folge, dass der Entwicklungsbedarf für Spiel- und Grünflächen im Bezirk steigt.

Das Stadtplanungsbüro „die raumplaner“ hat nun im Auftrag des Bezirks einen „Masterplan Spielen und Bewegung“ erstellt, der die vorhandenen Möglichkeiten und Wünsche von Bürgern erfasst, aber auch Potenziale ausweist. Zudem wurde mit dem Straßen- und Grünflächenamt eine Prioritätenliste mit Entwicklungsmaßnahmen erstellt, wo Grünanlagen, neue Spielplätze oder Bewegungsflächen entstehen sollen. Vor allem in Haselhorst und Hakenfelde sind verschiedene Projekte vorgesehen.

Neben dem allgemeinen Bevölkerungswachstum spielt auch der demografische Wandel in dem Masterplan eine Rolle. Der Anteil von Senioren lag in Spandau schon zuletzt knapp über dem Berliner Durchschnitt. Die Qualifizierung, Sicherung und Neuausweisung von altersgerechten und abwechslungsreichen Freiflächen stelle deshalb eine zentrale Aufgabe der Verwaltung dar, erklärt der zuständige Bezirksstadtrat Frank Bewig (CDU). Mit dem Masterplan, der beruhend auf einen beschlossenen Antrag der CDU-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung aus dem Jahr 2014 erstellt wurde, habe man nun ein Werk, das dem Bezirksamt Handlungsempfehlungen gebe.

Richtwert für Spielplätze wird unterschritten

Für Spandau, auch als grüner Bezirk bekannt, zeigt sich wenig überraschend, dass die Versorgung mit öffentlichen Grünflächen sehr gut ist. Als Richtwert für Berlin gilt laut Masterplan eine Fläche von 13 Quadratmetern pro Einwohner, in Spandau waren es zuletzt fast 23 Quadratmeter. Selbst bei dem erwarteten Bevölkerungswachstum soll der Wert weiterhin bei rund 20 Quadratmetern liegen. Einen Mangel gibt es dagegen bei den Spielflächen.

Hier liegt der Richtwert pro Einwohner in Berlin bei einem Quadratmeter. In Spandau betrug die Fläche zuletzt 0,59 Quadratmeter, bis 2025 würde diese auf 0,51 sinken. „Zum Erreichen des Richtwerts von einem Quadratmeter pro Einwohner wäre im Jahr 2025 eine zusätzliche Fläche von rund 135.000 Quadratmetern für Spielplätze nötig“, heißt es deshalb in dem Masterplan.

Defizite bei den Spielflächen werden in allen Bezirksregionen gesehen, am besten schneidet Spandau Mitte ab, wo der Richtwert nur knapp unterschritten wird. Der Bezirk will deshalb in verschiedenen Bereichen neue Spiel- und Bewegungsangebote, aber auch Grünanlagen schaffen. Unter den kurzfristigen Projekten, die bis Ende 2021 umgesetzt werden sollen, werden fünf Projekte im Masterplan gelistet.

Machbarkeitsstudie für neue Spiel- und Freizeitanlagen soll stattfinden

So sind in Haselhorst an der Romy-Schneider-Straße neue Spiel- und Bewegungsangebote geplant, und für das Stadion Haselhorst sowie den nahen Krienicke Park soll eine Machbarkeitsstudie zu neuen Spiel- und Freizeitsportanlagen stattfinden. Die Umsetzung erster Teilprojekte könnte dann ab 2024 folgen.

Kurzfristig sind auch die Erweiterung des Spielangebots im Maselakepark sowie Arbeiten am Spektepark vorgesehen, wo der Bezirk die Wegeverbindungen und Erreichbarkeit verbessert will. Das Stadion in Haselhorst soll um eine sogenannte Calisthenics-Fitness-Anlage ergänzt werden. Diese Geräte bestehen vor allem aus Stangen verschiedener Höhe und Position, an denen Eigengewichtsübungen möglich sind. Zudem will der Bezirk die Finnenbahn erneuern.

Unter den mittelfristigen Projekten – eine Umsetzung ist hier bis Ende 2023 angestrebt – wird die Neugestaltung der Grünanlage an der Feldstraße/Blumenstraße in Spandau Mitte mit Spielangeboten genannt, sowie eine neue Grünanlage mit Spiel- und Bewegungsflächen an der Schützenstraße. Am Dechtower Steig in Kladow sollen ebenfalls neue Spiel- und Bewegungsangebote entstehen.

Masterplan nennt Grünflächen mit Potenzial für Bewegungsangebote

Als langfristige Projekte, die ab 2024 realisiert werden sollen, werden neue Fitnessgeräte im Grünzug Bullengraben, eine Grünanlage mit Spiel- und Bewegungsflächen an der Straße Am Forstacker/Walldürner Weg in Hakenfelde und ebenfalls neue Spiel- und Sportmöglichkeiten am Weinmeisterhornweg in der Wilhelmstadt im Masterplan aufgelistet. Der Bezirk hofft dabei für die Maßnahmen auch auf Hilfe bei der Finanzierung, etwa durch Fördermittel.

Darüber hinaus führt der Masterplan Bereiche von öffentlichen Grünflächen auf, die als Potenzialflächen für unterschiedliche Bewegungsangebote benannt wurden. Diese Flächen können in Abstimmung mit dem Umwelt- und Naturschutzamt des Bezirks für bestimmte Sportarten genutzt werden, heißt es, wobei eine Genehmigung des Straßen-und Grünflächenamts notwendig sei. So seien etwa in Teilen vom Südpark, Wröhmännerpark oder Wilhelm-von-Siemens-Park ruhige Bewegungsangebote wie Yoga oder Zumba möglich. Auch für Lauf- oder Ballsport werden in einigen Parks Bereiche genannt.

Arbeit für Fachbereich nimmt durch steigende Spielflächen zu

Obwohl mit Blick auf den Berliner Richtwert noch ein Mangel besteht, sind in den vergangenen Jahren bereits einige neue Spielplätze in Spandau hinzugekommen oder bestehende erweitert worden. Für das Amt sind die wachsenden Flächen auch eine Herausforderung. Der Fachbereich Grünflächen und Friedhöfe ist zuständig für die Pflege der Anlagen, die Kontrolle und Reparatur der Spielgeräte sowie teilweise die Müllentsorgung.

Man habe ständige Zuwächse von Spielplätzen, während das Personal weitgehend gleich bleibe, sagt Fachbereichsleiter Stefan Pasch. „Ich schätze, wir haben 24.000 Quadratmeter öffentlich gewidmete Spielplätze in den letzten fünf Jahren dazubekommen, wir sind da absolut am Limit.“ Ziel sei es deshalb, den Fachbereich neuzuordnen und ein spezielles Revier für Spielplätze und deren Unterhaltung einzurichten.