Nahverkehr

Ausschuss stimmt für Nachtbus zwischen Spandau und Falkensee

Bislang fährt der letzte Bus zwischen Spandau und Falkensee gegen 22.30 Uhr. Linksfraktion sieht zusätzlichen Bedarf, auch für Staaken.

Zwischen Spandau und Falkensee soll nachts ein Bus fahren, finden die Spandauer Bezirksverordneten.

Zwischen Spandau und Falkensee soll nachts ein Bus fahren, finden die Spandauer Bezirksverordneten.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Berlin. Zwischen dem Rathaus Spandau und Falkensee soll künftig ein Nachtbus fahren, der auch die Gartenstadt Staaken anschließt. Das hatte die Linksfraktion in einem Antrag in der Spandauer Bezirksverordnetenversammlung (BVV) gefordert, der nun von den Mitgliedern des Verkehrsausschusses einstimmig beschlossen worden ist. Demnach soll sich das Bezirksamt bei den zuständigen Stellen für eine Nachtbuslinie entlang der Seegefelder Straße einsetzen. Nach der Sommerpause muss der Antrag noch in der BVV beschlossen werden.

Die Linksfraktion begründete ihren Antrag damit, dass der Bedarf hoch sei und von dieser Nachtbuslinie viele Menschen profitieren könnten. Die Regionalbahnen von Spandau über Albrechtshof nach Falkensee fahren nachts nur in großen Zeitabständen von einer, teilweise zwei Stunden am Wochenende. Unter der Woche sind die Lücken noch größer. Der letzte Bus der Linie 337 zwischen Spandau und Falkensee, die allerdings nicht über Staaken, sondern das Falkenhagener Feld geführt wird, fährt am Spandauer Rathaus gegen 22.30 Uhr ab.

Senatsverkehrsverwaltung verweist auf Gespräche mit Landkreis Havelland

„Gerade am Bahnhof Albrechtshof, aber auch in der Gartenstadt Staaken wohnen somit zahlreiche Personen, die nachts vom öffentlichen Nahverkehr ,abgehängt’ sind, schreibt die Linksfraktion zu ihrem Antrag. Profitieren würden von der nächtlichen Anbindung demnach auch die Bewohner der Semmelhaack-Siedlung in Falkensee und der erst kürzlich fertiggestellten Siedlung am Hohenloher Weg.

Die Senatsverkehrsverwaltung, als Berliner Aufgabenträger für den öffentlichen Personennahverkehr, erklärt auf Nachfrage, die Gartenstadt und der Regionalbahnhof Staaken seien tagsüber und auch nachts durch die Buslinie M32 angebunden. Dennoch teilt eine Sprecherin mit, dass es zum Ausbau der Anbindung Spandau - Falkensee erste Abstimmungen der Senatsverwaltung mit dem Landkreis Havelland, zuständiger Aufgabenträger für den ÖPNV auf Brandenburger Seite, und den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) gegeben habe.

„Hier geht es sowohl um die Taktstärken tagsüber als auch im Nacht- und Wochenendbereich“, so die Sprecherin. „Sobald die Abstimmungen weiter fortgeschritten sind, können erste Zwischenergebnisse mitgeteilt werden.“

Im Havelland bislang keine Überlegungen für Nachtbuslinie

Der Landkreis Havelland äußert sich jedoch deutlich ablehnender über eine Nachtbuslinie zwischen Spandau und Falkensee. „Überlegungen zu einer Nachtbuslinie zwischen Spandau und Falkensee gibt es nicht“, erklärt eine Sprecherin des Landkreises auf Anfrage. Die Buslinie wäre, zumindest in Zeiten, wenn die Bahnen fahren, „Parallelverkehr“, heißt es. Zwar gebe es Pläne, die Linie 337 neu zu gestalten. Dies beinhalte aber keine Nachtverkehre.

Anfang des Jahres hatte die BVG mitgeteilt, dass der Busverkehr zwischen Spandau und Falkensee verbessert und verdichtet werden sollte. Dazu ist die derzeit bevorzugte Variante, die Linie 337 in die Linie X37 umzuwandeln, die dann auf Falkenseer Gebiet weiter an jeder Haltestelle hält, auf Spandauer Seite aber nur noch an den wichtigen Knotenpunkten.

Erst im Juni ist zudem ein Pilotprojekt von Uber in Falkensee gestartet, mit dem Anspruch, die Mobilität zu verbessern. Teil des Projekts sind auch Fahrten zwischen dem Bahnhof Spandau und Falkensee, die in der Zeit von 22 und 6 Uhr für einen Festpreis von 15 Euro gebucht werden können. Sie sollen eine Alternative bieten in eben jener Zeit, wenn die Bahnen nur selten fahren.

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