Verkehr

Uber startet Pilotprojekt in Falkensee

Uber will in Falkensee eine Alternative für Zubringer-Fahrten zu den Bahnhöfen und nach Spandau schaffen und so Mobilität verbessern.

Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD) und Christoph Weigler, General Manager von Uber Deutschland, stellen das neue Uber-Pilotprojekt in Falkensee vor. 

Falkensees Bürgermeister Heiko Müller (SPD) und Christoph Weigler, General Manager von Uber Deutschland, stellen das neue Uber-Pilotprojekt in Falkensee vor. 

Foto: Jessica Hanack

Falkensee. Der Fahrdienstvermittler Uber hat sich das Ziel gesetzt, die Mobilität im Berliner Umland zu verbessern. Dafür ist nun ein Pilotprojekt in Falkensee (Havelland) gestartet. Kern des Projekts sind Zubringer-Fahrten, die zu einem Festpreis angeboten werden. So können Fahrten zwischen Bahnhof Spandau und Falkensee in der Zeit von 22 und 6 Uhr für 15 Euro gebucht werden. Innerhalb Falkensees werden Fahrten zwischen den Bahnhöfen Seegefeld, Falkensee und Finkenkrug und einer beliebigen Adresse in der Stadt angeboten. Während der ersten drei Monaten liegt der Festpreis hierfür bei fünf Euro, danach sollen es acht Euro sein.

„Mobilität ist in Falkensee ein ganz großes Thema“, sagte Bürgermeister Heiko Müller (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung des Projekts. Viele Bewohner würden auf das eigene Auto setzen, was zu Staus führe. Gleichzeitig sei das Busangebot gerade nachts limitiert, weil im Stadtgebiet lange Strecken mit wenigen Fahrgästen zurückgelegt müssten. Und am Bahnhof ein Taxi anzutreffen, sei eher Zufall, so Müller.

Uber will Taxiunternehmen in Pilotprojekt einbeziehen

Hier will Uber nun ansetzen. „Unsere Idee ist: Es gibt diese letzte Meile zum Bahnhof, und wenn ich die nicht überbrücke, nutze ich den ÖPNV nicht“, sagte Christoph Weigler, General Manager von Uber Deutschland. Das Unternehmen will während des Projekts ein verlässliches Angebot unterbreiten. „Innerhalb von zehn Minuten ein Fahrzeug zu haben, ist das Ziel, das wir uns gesteckt haben“, so Weigler. Uber habe in der Gegend zehn Partnerunternehmen mit einer insgesamt mittleren zweistelligen Zahl an Autos, darunter auch voll elektrische.

Geplant sei auch, Gespräche mit den lokalen Taxiunternehmern zu führen und diese ebenfalls einzubeziehen. Mit Blick auf eben jene Betriebe, denen nun Kunden verloren gehen könnten, sagte Bürgermeister Müller: „Wir haben seit mehreren Jahren Versuche zur Weiterentwicklung der Taxis gemacht.“ Wenn das aber nicht funktioniere, müsse man schauen, dass es andere Angebote gebe. „Das ist in dem Fall Uber“, sagte Müller.

Knapp 50 Interessenten für Uber-Pilotprojekt in Brandenburg

Uber hatte im März angekündigt, ein Pilotprojekt in Brandenburg starten zu wollen und einen passenden Ort gesucht. Daraufhin hätten sich knapp 50 Interessenten gemeldet. Für Falkensee habe man sich auch entschieden, weil man eine gute Chance sehe, dass dort ein modernes Mobilitätsangebot genutzt werde. Für Uber ist es zudem ein Test, um zu sehen, inwieweit sich für Partnerunternehmen Fahrten im ländlichen Raum trotz Rückkehrpflicht wirtschaftlich lohnen. Diese besagt, dass die Fahrer nach einem Auftrag wieder an ihren Firmensitz zurückkehren müssen und unterwegs keine neue Kunden aufnehmen dürfen.

Einen ersten Testlauf im ländlicheren Raum hatte Uber im vergangenen November in Kirchheim (Bayern) gestartet. Die Erwartungen seien dort übertroffen worden, sagte Weigler. Monatlich gebe es mehr als 1000 Fahrten, sodass das Projekt unbefristet verlängert worden sei. In Falkensee ist der Test zunächst bis mindestens Ende 2020 angesetzt.