Morgenpost vor Ort

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Beim Morgenpost-Leserforum diskutieren Experten mit Lesern über die Probleme und Perspektiven Spandaus. Melden Sie sich jetzt an!

Das Neubauprojekt „Waterkant“ in der Spandauer Wasserstadt ist eines der größten kommunalen in Berlin. 2500 Wohnungen entstehen dort bis 2025.

Das Neubauprojekt „Waterkant“ in der Spandauer Wasserstadt ist eines der größten kommunalen in Berlin. 2500 Wohnungen entstehen dort bis 2025.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Services

Berlin. Die Berliner Morgenpost setzt auch 2020 ihre erfolgreiche Reihe „Morgenpost vor Ort“ fort. Das erste Leserforum im neuen Jahr ist Spandau gewidmet. Der Bezirk zählt ohnehin zu den vielfältigsten Berliner Gemeinwesen, derzeit erfährt er aber auch internationale Beachtung. Schließlich entsteht mit der „Siemensstadt 2.0“ ein neuer Stadtteil, in dem die Einheit von Arbeiten, Wohnen und Leben beispielhaft verwirklicht werden soll. Das Milliardenprojekt auf historischem Grund und Boden ist aber beileibe nicht das einzige städtebauliche Vorhaben, über das es sich zu reden lohnt.

Die Spandauer haben aber natürlich auch mit Problemen zu kämpfen. Da ist vor allem der Verkehr. Die einen stöhnen über den Dauerstau auf den Hauptstraßen, die anderen fordern Entlastung für die häufig überfüllten Regionalzüge, U- und S-Bahnen sowie einen zuverlässigeren Busverkehr. Ein weiteres „Reizthema“ sind die nach Ansicht vieler Betroffener unzureichenden Angebote für jüngere Menschen im Bezirk. Gründe genug also, sich mit Spandau in einem öffentlichen Forum zu beschäftigen. Die Berliner Morgenpost bietet ihren Lesern die Möglichkeit, sich am Montag, 27. Januar, aus erster Hand über die Entwicklung Spandaus zu informieren und mit unseren Experten zu diskutieren, wie die Zukunft gut gestaltet werden kann.

Pendler, Busse: Verkehr in Spandau hakt an mehreren Stellen

Das Forum „Spandau – Perspektiven und Probleme eines Bezirks“ beginnt um 19 Uhr in der Aula des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums an der Galenstraße und dauert etwa zwei Stunden. Auf dem Podium diskutieren: Kai Wegner, Spandauer Bundestagsabgeordneter und Landesvorsitzender der Berliner CDU; Raed Saleh, Fraktionschef der SPD im Abgeordnetenhaus und Spandauer Kreisvorsitzender seiner Partei; die in Spandau lebende Boxerin Nina Meinke; Karina Rigby, Siemens-Expertin für das Projekt „Siemensstadt 2.0“, sowie Jessica Hanack, Spandau-Reporterin der Berliner Morgenpost. Moderator des Abends ist Hajo Schumacher, Autor und Kolumnist unserer Zeitung. Nach der rund 60 Minuten langen Podiumsdiskussion können die Gäste im Publikum Fragen stellen und sich in die Debatte einschalten. Die Teilnahme ist kostenlos, die Gäste müssen sich aber zuvor in unserer Redaktion anmelden.

Auch Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) und Baustadtrat Frank Bewig (CDU) werden zum Leserforum kommen und stehen bereit, um Fragen zu beantworten.

Spandau steht ein gravierender Wandel bevor. Denn die Liste an Wohnungsbauprojekten, die aktuell laufen oder in den kommenden Jahren in Spandau anstehen, ist lang. Das „Neue Gartenfeld“, das „Speicherballett“, die „Waterkant“ oder das Quartier Paulsternstraße sind nur einige Beispiele, allein bei diesen Projekten werden mehr als 7000 Wohnungen entstehen.

Die Bauprojekte haben Folgen, auch in Spandau wird es voller werden. Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) rechnet damit, dass die Einwohnerzahl im Bezirk in den nächsten Jahren in Richtung 280.000 wachsen wird. Aktuell leben rund 244.000 Menschen in Spandau. Entsprechend werden auch neue Kitas, Schulen und weitere soziale Angebote gebraucht.

Die Herausforderung der kommenden Jahre wird sein, dafür zu sorgen, dass das Tempo beim Bau der notwendigen Infrastruktur mit dem Tempo des Wohnungsbaus mithält. Bei den Schulen zeichnet sich bereits ab, dass in den nächsten Jahren wohl Container aufgestellt werden müssen.

Siemensstadt 2.0 im Blickpunkt - weit über Spandau hinaus

Im Blickpunkt, weit über Spandau hinaus, steht vor allem die Siemensstadt 2.0. Das bislang weitgehend unzugängliche Siemens-Areal soll sich in einen neuen, innovativen Stadtteil wandeln. Vor allem durch das bis zu 150 Meter hohe Hochhaus im Zentrum des Areals wird das Quartier künftig auffallen. Zwar ist das Ganze kein reines Wohnungsbauprojekt, ein großer Teil der Fläche soll auch für Büros, Start-ups, Gewerbe, Hotels und Bildungseinrichtungen genutzt werden. Dennoch wird damit kalkuliert, dass 5500 Menschen auf das Areal an der Nonnendammallee ziehen werden.

Beim Verkehr hakt es bereits heute an mehreren Stellen. Da sind die Pendler, die aus Falkensee und dem weiteren westlichen Umland, aus Potsdam und im Norden aus Hennigsdorf durch den Bezirk fahren. Aber auch über die Verkehrserschließung innerhalb Spandaus wird immer wieder diskutiert, weil weite Teile nur mit Bussen angebunden sind. Und auch die sind regelmäßig überfüllt. Angesichts der zahlreichen Wohnungsbauprojekte im Bezirk und wachsender Pendlerzahlen befürchten viele, dass das Verkehrschaos weiter zunehmen wird.

Verkehr in Spandau: Soll U2 bis Gartenfeld verlängert werden?

Ideen für Lösungen gibt es einige. Am konkretesten sind zurzeit die Planungen für die Reaktivierung der Siemensbahn, die befördert durch den Siemens-Innovationscampus vorangetrieben wird. Der Zeitplan sieht vor, dass Anfang dieses Jahres mit dem Freischnitt der noch bewachsenen Trasse begonnen werden soll, um die Streckenführung genauer nachvollziehen zu können.

Zudem soll eine Untersuchung zeigen, inwieweit das historische Viadukt erhalten werden kann. Darüber hinaus wird eine Verlängerung bis nach Hakenfelde mit einer Machbarkeitsstudie geprüft. Ergebnisse dazu werden in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Als Ziel, bis wann die Siemensbahn zumindest bis zum Bahnhof Gartenfeld wieder fahren soll, gibt die Deutsche Bahn den Zeitraum zwischen 2025 und 2029 an.

Es gibt also viel zu besprechen. Kommen Sie zu unserem Leserforum und diskutieren Sie mit.

Diese Experten sitzen auf dem Podium

Kai Wegner (47) vertritt seit 2005 Spandau im Deutschen Bundestag, zweimal errang er das Direktmandat. Seit Mai vergangenen Jahres ist er zudem Landesvorsitzender der Berliner CDU. Der gebürtige Spandauer, ausgebildeter Versicherungskaufmann, führt seit Mai 2017 als Präsident den DLRG-Landesverband.

Raed Saleh (42) ist seit 2011 SPD-Fraktionsvorsitzender im Abgeordnetenhaus und seit 2008 Kreisvorsitzender der Spandauer Sozialdemokraten. Saleh wurde im Westjordanland geboren und kam als Fünfjähriger mit seiner Familie nach Spandau. Er setzt sich unter anderem für kostenlose Bildung ein.

Nina Meinke (26) ist Profiboxerin und lebt in Spandau. Sie wuchs auch in Spandau auf, mit zwölf Jahren begann sie zu boxen. Vorübergehend lebte sie in England, 2016 kehrte sie nach Berlin zurück. 2017 holte sie den WBC-Weltmeistertitel der Junioren im Superfedergewicht, 2018 wurde sie EBU-Europameisterin.

Jessica Hanack (26) ist gebürtige Spandauerin und bei der Berliner Morgenpostals Reporterin für den Bezirk zuständig. Bevor sie 2018 zur Morgenpost kam, hat sie bei der „Mitteldeutschen Zeitung“ in Halle (Saale) volontiert und als Redakteurin gearbeitet. Zuvor studierte sie Journalistik in Magdeburg.

Karina Rigby (49) ist Vice President bei der Siemens AG „Siemensstadt 2.0“ und treibt die Gestaltung des neuen Stadtviertels zusammen mit Siemens Real Estate voran. Die Berlinerin ist Ingenieurin, studierte am Massachusetts Institute of Technology und promovierte dort. Sie hat mehr als 20 Jahre Berufserfahrung in der Industrie.

Hajo Schumacher (55), Morgenpost-Autor und -Kolumnist, moderiert die Diskussionsrunde. Der aus Münster stammende Journalist und Politikwissenschaftler arbeitet ebenso für Magazine, Hörfunk, Online-Medien und TV. Schumacher ist zudem Verfasser mehrerer Bücher („Männerspagat“, „Restlaufzeit“, „Die zwölf Gesetze der Macht“). Einige Bücher hat er auch unter seinem Pseudonym Achim Achilles veröffentlicht. Als „Deutschlands bekanntester Hobbyläufer“ schrieb er über die Marotten der Freizeitsportler. Achim Achilles trat im März 2019 in den Ruhestand.

So können Sie am Leserforum teilnehmen

Das Leserforum „Morgenpost vor Ort“ zum Thema „Spandau – Perspektiven und Probleme eines Bezirks“ beginnt am Montag, 27. Januar, um 19 Uhr in der Aula des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, Galenstraße 40-44. Es dauert zwei Stunden. Die Teilnahme ist für alle unsere Leser kostenlos.

Voraussetzung zur Teilnahme ist eine Anmeldung in unserer Redaktion unter dem Kennwort „Morgenpost vor Ort“. Das geht per E-Mail an die Adresse aktionen@morgenpost.de, per Fax an die Nummer (030) 8872 77967 oder per Postkarte/Brief an die Berliner Morgenpost, Redaktion Lokales, Kurfürstendamm 21, 10719 Berlin. Teilen Sie uns bitte mit, wie viele Plätze Sie benötigen. Abonnenten der Berliner Morgenpost können gern ihre Abonummer dazuschreiben, sie werden bei der Platzvergabe zuerst berücksichtigt.

Die Anmeldungen werden nach Eingang bearbeitet und müssen spätestens bis Sonnabend, 25. Januar, 20 Uhr, in der Redaktion vorliegen. Wir bitten um Verständnis: Der Zugang zum Leserforum ist nur mit einer schriftlichen Bestätigung der Redaktion möglich.

Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Der S-Bahnhof Spandau sowie die U-Bahnhöfe Rathaus Spandau und Altstadt Spandau sind nur wenige Gehminuten entfernt. An der Ecke Altstädter Ring/Moritzstraße halten die BVG-Busse der Linien M37, M45, 134, 136, 137, 236 und 671. Parkplätze gibt es in begrenztem Umfang in den umliegenden Straßen sowie im Parkhaus am Altstädter Ring.