Verkehr

S-Bahn-Ausbau Richtung Nauen: So weit ist die Untersuchung

Die S-Bahn-Verlängerung ist Teil des Infrastrukturprojekts i2030 von Berlin und Brandenburg. Auch der Regionalbahn-Ausbau ist Thema.

Seit Längerem wird über eine Verlängerung der S-Bahn in Richtung Nauen diskutiert. Aktuell finden Untersuchungen dazu statt.

Seit Längerem wird über eine Verlängerung der S-Bahn in Richtung Nauen diskutiert. Aktuell finden Untersuchungen dazu statt.

Foto: Jessica Hanack / Hanack/ BM

Berlin. Volle Züge entlasten und bessere Verbindungen für Pendler schaffen, das sind die großen Ziele des Infrastrukturprojekts i2030 der Länder Berlin und Brandenburg und der Deutschen Bahn. Einer der Schwerpunkte dabei: die Strecke zwischen Spandau und Nauen. Hier geht es vor allem um die Untersuchung, inwieweit die Regionalbahn-Linien ausgebaut werden können und die S-Bahn über Spandau hinaus fahren kann.

„Die Dringlichkeit für den Streckenausbau zwischen Spandau und Nauen wurde von allen Beteiligten erkannt. Dies war einer der Gründe, das Projekt i2030 ins Leben zu rufen“, erklärt Elke Krokowski, Sprecherin des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg (VBB). Auf eine Untersuchungsvariante für die Strecke haben sich die Partner des Projekts, das 2017 gestartet ist, inzwischen geeinigt.

S-Bahnanschluss zur Falkenseer Chaussee wird mitbetrachtet

So soll es kein Entweder-oder geben, sondern ein kombinierter Ausbau des Regionalverkehrs bis Nauen und die S-Bahn-Verlängerung geprüft werden. Wie es in einem Bericht des Senats an den Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhaus heißt, soll damit „eine Planungsbeschleunigung um 30 Monate für diesen Korridor erreicht werden“.

Dafür werden, wie Sprecherin Krokowski weiter mitteilt, zusätzliche Gleise für Regional- und S-Bahn angestrebt. Außerdem werde der S-Bahnanschluss zur Falkenseer Chaussee mitbetrachtet, mit einem Zwischenhalt Seegefelder Straße.

Klar ist: Dafür wird mehr Platz gebraucht, auch am Bahnhof Spandau, der mit seinen vorhandenen Kapazitäten stark ausgelastet ist. Deshalb werden dort laut VBB zusätzliche Bahnsteige untersucht, aber auch Gleisverbindungen, um für Züge Wechsel von einem aufs andere Gleis zu ermöglichen, sowie sogenannte Kreuzungsbauwerke. Deren Funktion ist es, etwa in Form einer Unterführung oder Brücke, Verkehre auf unterschiedlichen Ebenen zu führen, sodass sich diese kreuzen können.

S-Bahn-Verlängerung: Ende der Planungen noch nicht in Sicht

„Aktuell laufen noch die Grundlagenermittlungen, wie zum Beispiel die Fahrplankonstruktion für den Regionalverkehr“, erklärt die VBB-Sprecherin. Außerdem geht es um eine Finanzierungsvereinbarung für den Ausbau der Strecke. Sobald diese getroffen ist, „sollen die Vorplanungen für den Ausbau der Infrastruktur aufgenommen werden“, so Krokowski. Allerdings: „Ein konkreter Termin für den Abschluss der Planungen kann im Moment noch nicht genannt werden.“

In dem Bericht an den Berliner Hauptausschuss mit Stand Ende 2019 heißt es, die beiden Länder würden gegenwärtig einen Antrag für EU-Fördermittel aus dem „Connecting Europe Facility-Programm“ für die anteilige Finanzierung der Planungsleistungen in den Korridoren Spandau-Nauen und Blankenfelde-Rangsdorf vorbereiten. Für umfangreiche Prüf- und Planungsprozesse in insgesamt sieben ausgewiesenen Korridoren und dem gesamten S-Bahnnetz seien in einem ersten Schritt von Berlin und Brandenburg acht Millionen Euro bereitgestellt worden.

Vierte Linie zwischen Berlin und Nauen ab Dezember 2022

Zu den Korridoren, die im Rahmen des Projekts i2030 untersucht werden sollen, gehören unter anderem auch die Siemensbahn, die Potsdamer Stammbahn, der Prignitz-Express und der Korridor Nordbahn/Heidekrautbahn. „Alle i2030-Partner setzen sich für eine beschleunigte Planung und Finanzierung der Projekte ein“, so Krokowski, es gebe regelmäßige Projektgespräche. Für den abschließenden Ausbau der Infrastruktur der Deutschen Bahn AG sei aber grundsätzlich der Bund als Eigentümer verantwortlich.

Entlastung soll es für Pendler aus dem Havelland planmäßig bereits vor einem Ausbau der Strecke geben. Ab Dezember 2022 ist die Einführung einer vierten ganztägigen Linie zwischen Berlin und Nauen geplant. Zudem sollten, nach mehrmonatigen Verzögerungen, ab Anfang dieses Jahres die Kapazitäten auf den Linien RB10 und RB14, etwa durch den Einsatz von Doppelstockzügen, erhöht werden.

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