Altstadt Spandau

Umbau vom Reformationsplatz startet mit Verzögerung

Eigentlich sollte der Umbau in Spandau im Sommer starten, nun soll es Ende November losgehen. Der Weihnachtsmarkt muss dafür weichen.

Der Reformationsplatz um die St.-Nikolai-Kirche in der Spandauer Altstadt wird umgestaltet. Der Weihnachtsmarkt muss dafür verlegt werden..

Der Reformationsplatz um die St.-Nikolai-Kirche in der Spandauer Altstadt wird umgestaltet. Der Weihnachtsmarkt muss dafür verlegt werden..

Foto: Jessica Hanack / BM

Berlin. Der Umbau des Reformationsplatzes in der Altstadt Spandau soll den Auftakt bilden für eine Reihe von Plätzen, die in und um die Fußgängerzone umgestaltet werden. Eigentlich sollte der Umbau schon vor Monaten beginnen, doch es gab immer wieder Verzögerungen.

Nun wurde der Baustart erneut von Anfang auf Ende November verschoben. Als Grund, weshalb die Bauarbeiten später starten, nennt das Bezirksamt Verzögerungen im Vergabeverfahren. Dann soll es aber wirklich losgehen. „Mitte November 2019 wird der erste und zweite Bauabschnitt beauftragt“, teilt Bezirksstadtrat Frank Bewig (CDU) auf Anfrage mit. Dass die Arbeiten beginnen, sei auch deshalb wichtig, um die Finanzierung des Bauvorhabens zu sichern.

Ziel des Ganzen ist es, den zentralen Platz um die St.-Nikolai-Kirche barrierefrei, heller und einladender zu gestalten. Dafür sollen unter anderem zwei Denkmäler restauriert und ein drittes Kunstwerk aufgestellt werden. Daneben sind eine neue Rampe sowie eine bessere Beleuchtung vorgesehen.

In die Altstadt Spandau fließen 50 Millionen Euro

Der Umbau des Reformationsplatzes wird, wie alle Projekte in der Altstadt Spandau, über das Bund-Länder-Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ finanziert. Gut eine Million Euro soll in die Arbeiten am Reformationsplatz fließen, insgesamt stehen rund 50 Millionen für den Altstadt-Umbau zur Verfügung, bei dem unter anderem auch der Rathausvorplatz, der Marktplatz und die Stadtbibliothek angegangen werden sollen.

Warum der Umbau nicht schon im Sommer beginnen konnte, erklärt der Bezirksstadtrat mit Verzögerungen bei den Berliner Wasserbetrieben (BWB). Schon in der ersten Planungsphase 2017 habe sich das Bezirksamt Spandau mit den Berliner Wasserbetrieben abgestimmt, so Bewig. „Die für die Bauplanungsunterlage zwingend notwendige Zuarbeit der BWB verzögerte sich jedoch.“ Daher habe man die Unterlage ebenfalls erst mit Verzögerung prüfen können.

Berliner Wasserbetriebe wollen mit Bauarbeiten im Januar beginnen

Die Berliner Wasserbetriebe planen an dem Platz selbst nur kleinere Arbeiten, stellen den Grund für die Verzögerungen aber etwas anders dar. Laut Sprecher Stephan Natz sind der Neubau von zwölf Gullys, zwei Einsteigschächten und kleinere Abbrüche und Angleichungen der Regenabläufe vorgesehen. Weil die geschätzten Kosten zunächst nur bei knapp 50.000 Euro lagen, wollte man die Arbeiten eigentlich von eigenen Mitarbeitern erledigen lassen, so Natz weiter.

„In den vergangenen anderthalb Jahren ist es aber durch das vom Straßen- und Grünflächenamt beauftragte Garten- und Landschaftsplanungsbüro immer wieder zu Änderungen und Anpassungen der Planung gekommen, was Planungszeit gekostet hat“, sagt Natz. Zudem sind bekanntlich die Baupreise in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, bedingt durch die hohe Auslastung in der Branche.

Schließlich sei die gesetzliche Grenze von 50.000 Euro überschritten worden, daher „müssen wir diese Leistungen jetzt ausschreiben und am Markt vergeben“, erklärt der Sprecher. Auch das kostet Zeit. Trotzdem sollen die Arbeiten planmäßig ebenfalls bald beginnen. „Die Ausschreibung läuft, wir wollen die Leistungen im Dezember vergeben und denken, dass – so wir keinen sibirischen Wintereinbruch bekommen – die Arbeiten im Laufe des Januar starten“, teilte Natz mit.

Bauarbeiten am Spandauer Reformationsplatz in zwei Abschnitten

Der Umbau des Platzes soll in zwei Abschnitten stattfinden. Zuerst ist der südliche Teil des Platzes dran. Dort will man im Herbst 2020 fertig sein, sodass der Bereich auch wieder genutzt werden kann. Ende 2020 soll dann der Neubau des nördlichen Reformationsplatzes beginnen. „Spätestens im Herbst 2021 wird auch dieser Bauabschnitt beendet sein“, sagt Bewig. Die Bauzeiten und der Bauablauf seien mit dem Förderer detailliert abgestimmt.

Folgen haben die Bauarbeiten auch für den Spandauer Weihnachtsmarkt, der am 25. November beginnt und der eigentlich auch auf dem Reformationsplatz stattfindet. Dort waren in den vergangenen Jahren immer die Stände des Mittelaltermarkts rund um die St.-Nikolai-Kirche aufgebaut. Wegfallen soll dieser Teil des Weihnachtsmarkts aber nicht, stattdessen wollen die Veranstalter mehr Stände auf den Markt und in die Breite Straße verlegen.

Ein aktuelles Thema im Zuge des Umbaus sind auch Poller, die die Zufahrten versperren sollten. Erste Poller sind in der Altstadt Spandau seit Anfang Oktober bereits da, weitere werden wohl in den nächsten Jahren folgen. Obwohl sich viele die Sperren gewünscht haben, wird auch über sie diskutiert. Unter anderem die Position der Altstadt-Poller hat für Irritationen gesorgt.

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