Bundeswehr

Darum zieht sich der geplante Umbau des Militärmuseums

Das Museum soll saniert und modernisiert werden. Ein umfassendes Konzept gibt es, mit der Umsetzung geht es aber nur langsam voran.

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr am Flugplatz Berlin-Gatow soll umgestaltet und moderner werden.

Das Militärhistorische Museum der Bundeswehr am Flugplatz Berlin-Gatow soll umgestaltet und moderner werden.

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. Das Militärhistorische Museum im Spandauer Ortsteil Gatow soll moderner werden, soweit ist der Plan klar. Erste, neue Ausstellungen wurden in dem Museum der Bundeswehr, das jährlich von Zehntausenden Menschen besucht wird, seit dem Frühjahr 2018 bereits installiert. Doch die Umsetzung des weiteren Konzepts zu Umbau und Modernisierung stockt.

Weil das Museum eine Dienststelle der Bundeswehr ist, gelten für die geplanten Arbeiten in Gatow die Vorgaben für den Bundesbau. Im März 2018 habe die Leitung des Bundesverteidigungsministeriums die Umsetzung des Sanierungskonzepts angewiesen, teilt eine Sprecherin der Behörde auf Anfrage mit.

Neues Eingangsgebäude Militärhistorisches Museum in Gatow geplant

Aus den vorliegenden Unterlagen würden nun die erforderlichen Raumpläne erarbeitet, die wiederum dem Bundesfinanzministerium vorliegen müssen. „Erst danach kann die Erstellung der Bauunterlagen durch die Bauverwaltung erfolgen“, so die Sprecherin weiter. Zu den Kosten für den Umbau macht sie keine Angaben, ebenso wenig zu einem Zeitpunkt, wann die Arbeiten beginnen.

Das Konzept sieht vor, dass ein neues Eingangs- und Servicegebäude gebaut wird. Der zentrale Hangar 4 auf dem Flugplatz soll so umgebaut werden, dass er als „Zeithalle“ für eine Dauerausstellung genutzt werden kann, im Fokus soll dort die historische Entwicklung der militärischen Luftfahrt und das Verhältnis von Luftstreitkräften und Gesellschaft in Deutschland stehen.

Cafeteria und Kinosaal sollen entstehen

Auch eine Cafeteria und ein Kinosaal sollen dort entstehen. Den Hangar 3 will man künftig für Sonderausstellungen nutzen, die weiteren Hangars als Depotflächen für historische Exponate. Das circa eine Million Quadratmeter umfassende Freigelände soll ebenfalls angepasst werden, mit einem Leitsystem, dass Besucher zu den Inszenierungen und Themeninseln führt.

Auf dem Weg zu einem modernen Luftwaffenmuseum wurde im April 2018 die multimediale Ausstellung „Zwischenlandung“ eröffnet, die die Geschichte der militärischen Luftfahrt abbildet. Anlässlich des 70. Jahrestages der Beendigung der Berliner Luftbrücke folgte im Mai diesen Jahres eine zweite neue Ausstellung zur Geschichte des Flugplatzes Gatow.

Sanierung und Modernisierung wird wohl Jahre dauern

Das Projekt in dem Spandauer Ortsteil, erklärt die Sprecherin des Verteidigungsministeriums weiter, sei eingebunden in die Gesamtplanung für den Standort Berlin, „mit umfangreichen und hoch priorisierten Bauvorhaben der Bundeswehr“. Daher sei von einer „langfristigen Realisierungsphase für die beabsichtigte Sanierung und Modernisierung auszugehen“. Im Jahr 2017 war von zehn Jahren die Rede. Man versuche aber, die „dringend notwendig Baumaßnahmen“ für das Militärhistorische Museum in Gatow zu beschleunigen, sagte die Sprecherin nun.

Der unter Denkmalschutz stehende Flugplatz in Gatow entstand ab 1934 im Rahmen der geheimen Aufrüstung der Nationalsozialisten. Die Wehrmacht eröffnete dort ihre Luftkriegsschule 2 und ihre Luftkriegsakademie. Im April 1945 besetzten sowjetische Truppen den Ortsteil Gatow, den Flugplatz übergaben sie bereits im Juli im Tausch gegen den Flugplatz Staaken an die Briten.

Eine besondere Rolle spielte der Flugplatz während der Berliner Luftbrücke: 1948 und 1949 wurden rund ein Drittel der alliierten Versorgungsflüge für das eingeschlossene West-Berlin über Gatow abgewickelt. Außerdem zählte der Flugplatz einige besondere Gäste: Die Queen und andere Mitglieder des britischen Königshauses landeten bei ihren Berlinbesuchen hier.

Spandauer Süden soll umfangreiches Tourismus-Angebot bieten

Der Bezirk Spandau setzt durchaus Erwartungen in die geplante Sanierung und Modernisierung des Museums. Er selbst will den nahen Gutspark Neukladow zu einem Tourismus-Highlight ausbauen. Zusammen mit weiteren Kulturangeboten im Süden Spandaus, so die Vorstellung von Wirtschaftsstadtrat Gerhard Hanke (CDU), könnte für Besucher ein Programm entstehen, um einen ganzen Tag zu füllen.

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