Quartiersmanagement

Das sind die Pläne fürs Falkenhagener Feld

In den beiden Quartiersmanagement-Gebieten stehen die Entwicklungskonzepte für die nächsten drei Jahre. Schwerpunktthema: Bildung.

Der Westerwaldplatz ist einer der prägenden Plätze im Falkenhagener Feld. 

Der Westerwaldplatz ist einer der prägenden Plätze im Falkenhagener Feld. 

Foto: Jessica Hanack

Berlin. Die Zahlen haben sich leicht gebessert, dennoch stehen die Quartiersmanagement-Gebiete Falkenhagener Feld West und Ost noch deutlich schlechter da als der Berliner Durchschnitt. Jeweils rund ein Drittel der dort lebenden Menschen bezieht ein Transfereinkommen, berlinweit sind es gut 16 Prozent. Unter den Kindern in den beiden Quartieren sind rund 55 Prozent von Armut betroffen, der Berliner Durchschnittswert liegt bei knapp 30 Prozent.

In den vergangenen Monaten wurde nun vom Quartiersmanagement in beiden Gebieten, mit Beteiligung der Anwohner, erarbeitet, welchen Fokus es bei der Arbeit in den kommenden drei Jahren geben soll. Festgeschrieben ist das in den Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzepten (IHEK). Die Konzepte bilden die Grundlage für die Förderung von Projekten in den Jahren bis 2022 und beinhalten grundlegende Ziele und Handlungsschwerpunkte.

Ein bestimmendes Thema dabei: die Bildung, kombiniert mit dem Fachkräftemangel, unter dem viele Einrichtungen in den Quartieren leiden. Die beiden Quartiere sind nur mit dem Bus angebunden, liegen nahe der Grenze zu Brandenburg. Als Rückmeldung von den Einrichtungen käme häufig, dass das Personal, das gefunden wird, oft weiter nach Brandenburg wechsle, berichtet Nicole Heger, Quartiersmanagerin im Falkenhagener Feld Ost.

Zahl der Kinder im Kita-Alter deutlich gestiegen

Hinzu kommt, dass in den vergangenen Jahren viele Familien mit jüngeren Kindern in die Gebiete gezogen sind - zwischen 2012 und 2016 stieg die Zahl der Unter-Siebenjährigen im Falkenhagener Feld um gut elf Prozent. Was die Betreuungsangebote für die Kinder angehe, zeige sich im Falkenhagener Feld „eine deutliche Unterversorgung“, heißt es im IHEK für das Quartiersmanagement-Gebiet Ost.

Zwar seien mehrere Kitas gebaut worden, allerdings sei das noch nicht ausreichend - zumal auch auf die Familien mit Fluchthintergrund verwiesen wird, die in die Gebiete gezogen sind. Bis 2022 sollen demnach 625 zusätzliche Plätze in der Bezirksregion zur Verfügung stehen. Darüber hinaus würden noch weitere 363 Betreuungsplätze benötigt. Der Ausbau müsse deshalb weiter vorangetrieben werden, heißt es.

Handlungsbedarfe im Bereich Bildung werden auch in der Sprachentwicklung, der Erwachsenenbildung, dem Abbau von Schuldistanz und der Elternarbeit gesehen. Geplant ist unter anderem, eine Kita-Sozialarbeit aufzubauen, deren Mitarbeiter Erzieher entlasten und die für Eltern in den Einrichtungen Ansprechpartner sein sollen, für Erziehungsfragen und andere Probleme.

Sicherheit auf Schulwegen soll verbessert werden

Als zweites Handlungsfeld wird die Nachbarschaft genannt. Hierbei gelte es, neue Treffpunkte für die Bewohner der Quartiere zu schaffen und bestehende zu sichern. Derzeit würde es sowohl an Orten mangeln, an denen sich junge Mütter treffen können, aber auch an welchen für Senioren, die einen hohen Anteil unter den Bewohnern im Gebiet ausmachen. Auch kulturelle und Beratungsangebote sollten ausgebaut, zudem das Engagement der Bürger gefördert werden.

Für die Entwicklung des öffentlichen Raums im Falkenhagener Feld spielen Sauberkeit, Barrierefreiheit und Sicherheitsempfinden zentrale Rollen. Geschrieben wird, dass sich viele Bewohner etwa eine Verbesserung bei der Beleuchtung an Straßen wünschen. Außerdem seien Maßnahmen erforderlich, um für die Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr, besonders auch auf Schulwegen zu sensibilisieren. Ein Konfliktbereich: der eigentlich verkehrsberuhigte Westerwaldplatz, auf dem aber häufig noch zu schnell gefahren wird.

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