Die Realisierung des Siemens-Campus in Spandau rückt näher. Noch vor der Sommerpause soll der Realisierungswettbewerb für das 600-Millionen-Euro-Projekt erfolgen, kündigte Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) am Donnerstag an. „Am Ende des Jahres werden wir dann Klarheit über das Ergebnis haben“, sagte Lompscher. Bei der Realisierung des kleineren Innovationscampus auf dem ehemaligen Siemensgelände ist die Landesregierung schon weiter. „Hier unterhalten wir uns schon über die konkrete inhaltliche Nutzung“, ergänzte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD).
Auch bei der verkehrlichen Anbindung gehe es voran. Vergangene Woche habe er mit dem Vorstand der Deutschen Bahn über die schnelle Wiederaufnahme der alten Siemens-Bahn verhandelt. Die schnelle Bahnanbindung an den neuen Flughafen in Schönefeld war eine Voraussetzung dafür, dass Siemens sich mit seinem Innovationszentrum für Berlin als Standort entscheidet.
„Berlin wächst weiter deutlich über dem Bundesdurchschnitt“
Die Landesregierung will künftig insgesamt mehr Gewerbeflächen in der Stadt zur Verfügung stellen. „Wir wollen künftig neue Innovationszentren nach dem Vorbild des Technologieparks Adlershof entwickeln“, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) nach dem Steuerungskreis Industriepolitik im Roten Rathaus. Auch neue Gewerbehöfe für Start-up-Unternehmen sollen entstehen. Dafür will der Senat neben landeseigenen Flächen auch angekaufte Gebäude zur Verfügung stellen. „Berlin wächst weiter deutlich über dem Bundesdurchschnitt“, sagte Pop. Allein in den vergangenen drei Jahren seien 170.000 neue Jobs in der Stadt entstanden.
Der Campus soll auf 35 Hektar Fläche entstehen
Vergangenen Oktober hatte das in Berlin gegründete Unternehmen entschieden, seinen Innovationscampus auf seinen historischen Flächen in der Siemensstadt in Berlin zu errichten. Der Konzern will auf 35 Hektar im Spandauer Ortsteil Siemensstadt einen Campus mit Büros, Labors, Forschungsflächen, Wohnungen und einem Hotel errichten. Es handelt sich um die größte Investition des deutschen Weltkonzerns an seinem Gründungsort. Aus dem Industriegelände soll nach den Vorstellungen von Siemens innerhalb von zehn Jahren ein modernes Stadtviertel werden, Raum für Freizeit und Erholung inbegriffen.
Mit dem Campus soll eine neue Unternehmensära beginnen. Denn trotz der mehr als sechs Milliarden Euro Jahresgewinn plagt man sich mit Problemen in einigen Sparten, vor allem der Energiesektor und die Turbinenproduktion schwächeln. So sollen auch im Berliner Gasturbinenwerk in Moabit und im Dynamowerk in Siemensstadt Stellen abgebaut werden.


