Stadtumbau

Neues Fördergebiet in Haselhorst und Siemensstadt geplant

Ältere Bereiche in den Ortsteilen sollen ins Förderprogramm „Stadtumbau West“ aufgenommen werden. Bezirk sieht Aufwertungsbedarf.

Teile von Haselhorst und der Siemensstadt sollen in das Förderprogramm „Stadtumbau“ aufgenommen werden.

Teile von Haselhorst und der Siemensstadt sollen in das Förderprogramm „Stadtumbau“ aufgenommen werden.

Foto: Tina Merkau/ Tina Merkau

Berlin. Spandau soll ein neues Fördergebiet im Stadtumbau-Programm bekommen. Der Bezirk plant, dieses in Bereichen von Haselhorst und der Siemensstadt zu errichten. Wie Stadtrat Frank Bewig (CDU) der Berliner Morgenpost mitteilte, stehe die genaue Abgrenzung des Gebiets noch nicht fest. Es sollen aber große Bereiche der „älteren“ Teile von Siemensstadt und Haselhorst einbezogen werden. „Ausgenommen werden sollen die Insel Gartenfeld, die Bereiche der ehemaligen Wasserstadt, der geplante Siemenscampus und die Industriegebiete“, so der Stadtrat.

Das Stadtumbau-Programm ist ein Förderprogramm von Bund und Ländern. Ziel der Förderung ist es, dass die Versorgung mit sozialer Infrastruktur verbessert wird, außerdem sollen Grünflächen und der öffentlichen Raum aufgewertet werden. In Spandau gibt es bereits zwei Fördergebiete, eines im Falkenhagener Feld und eines im Bereich Brunsbütteler Damm / Heerstraße.

Handlungsdruck in den Kiezen hat sich erhöht

Dass Teile der Siemensstadt und von Haselhorst nun in das Programm aufgenommen werden sollen, erklärt Stadtrat Bewig zum einen mit den Veränderungen in der Umgebung: In den Ortsteilen gibt es einige Wohnungsbauprojekte, die bereits in der Umsetzung sind oder in den kommenden Jahren folgen, etwa an der Paulsternstraße, an der „Waterkant“ oder auf der Insel Gartenfeld.

Der Handlungsdruck habe in den umliegenden Kiezen infolge dessen zugenommen, sagt Stadtrat Bewig. Mit dem Förderprogramm soll ermöglicht werden, auch diese Quartiere aufzuwerten. „Unser Ziel ist es, die Stadtteile nicht nur für Zuzieher attraktiv zu machen, sondern auch eine deutlich spürbare Wohnumfeldverbesserung für die alteingesessenen Bewohnerinnen und Bewohner zu erreichen“, so Bewig.

Handlungsbedarf sieht der Bezirk gleich in mehreren Feldern. „Das Gebiet ist mit Spielplätzen und öffentlichen Infrastruktureinrichtungen wie Jugendfreizeitangeboten, Bibliotheken, Kitas, Sportmöglichkeiten und Stadtteilarbeit unterversorgt“, sagt Bewig. Die Fördergelder aus dem Stadtumbau-Programm sollen es ermöglichen, die sozialen Angebote deutlich zu verbessern.

Öffentliche Grünflächen und Wege sollen aufgewertet werden

Bei einigen öffentlichen Grünflächen sowie Fuß- und Radwegen gibt es laut Bezirk ebenfalls Verbesserungsbedarf. Außerdem müssten bessere Vernetzungsstrukturen zwischen den Erholungsräumen und den Wohngebieten geschaffen werden. Und nicht zuletzt steht auch die Stärkung des Stadtteilzentrums Siemensstadt und des Ortsteilzentrums Haselhorst auf der Agenda. Beide Zentren müssten attraktiver werden, um die Kaufkraft zu erhalten und um die Bereiche als lebendige Anlaufpunkte für die Bevölkerung zu sichern, so Bewig.

Grünes Licht für die Förderung gibt es bereits von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Nach Voruntersuchungen dazu, wie die Förderkulisse weiterentwickelt werden kann, sei „dem Vorschlag des Bezirks Spandau, im Bereich Siemensstadt/Haselhorst ein neues Stadtumbaugebiet festzulegen, zugestimmt“ worden, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit. Erste Abstimmungen mit dem Bezirk seien inzwischen erfolgt.

Für die Erarbeitung des erforderlichen „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts“ (ISEK) will die Senatsverwaltung dem Bezirk Fördermittel aus dem Stadtumbau-Programm zur Verfügung stellen. In dem Konzept werden Ziele und Handlungsschwerpunkte für ein Fördergebiet festgelegt, außerdem Projekte, die umgesetzt werden sollen.

Fördergelder können voraussichtlich ab 2021 beantragt werden

Bis tatsächlich Gelder nach Siemensstadt und Haselhorst fließen, wird es aber wohl noch etwas dauern. Die Vorbereitungen nehmen einige Zeit in Anspruch. „Wir wollen im vierten Quartal 2019 mit der Erarbeitung des ISEK starten und Ende 2020 fertig sein“, erklärt Bewig. In den Prozess sollen auch die Bewohner eingebunden und zu Stärken und Schwächen ihrer Quartiere befragt werden. Im Jahr 2021 könnten dann, sofern das Abgeordnetenhaus die neue Spandauer Stadtumbaukulisse beschließt, erstmals Fördergelder beantragt werden.

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