Planungsentwurf

So soll der Park an der Scharfen Lanke umgestaltet werden

Die Pläne sehen naturnahe Bepflanzungen, Plattformen am Wasser, veränderte Wege und neue Möbel vor. 2,6 Millionen Euro werden investiert.

So sieht die Grünanlage derzeit aus. Bei der Neugestaltung spielen vor allem ökologische Aspekte eine Rolle. 

So sieht die Grünanlage derzeit aus. Bei der Neugestaltung spielen vor allem ökologische Aspekte eine Rolle. 

Foto: Planergemeinschaft für Stadt und Raum

Berlin.  Der Prozess läuft bereits seit Längerem, nun haben der Bezirk Spandau und das zuständige Landschaftsplanungsbüro einen konkreten Planungsentwurf für den Park an der Scharfen Lanke vorgestellt. Die Anlage in der Wilhelmstadt wurde in den 1960er-Jahren gestaltet. Inzwischen hat das Alter seine Spuren hinterlassen.

„Es ist ein wunderschönes Fleckchen, aber es ist ein bisschen in die Jahre gekommen, gerade was die Ökologie betrifft“, sagte der zuständige Bezirksstadtrat Frank Bewig (CDU) bei der Vorstellung der Ideen. Deshalb soll die Grünanlage – besonders unter ökologischen Aspekten – nun umgestaltet und erneuert werden.

Möglich wird diese Umgestaltung durch eine Förderung im Rahmen des „Berliner Programms für Nachhaltige Entwicklung“ (Bene), die Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und vom Land Berlin. Rund 2,6 Millionen Euro sollen nach Angaben des Bezirks in Planung und Bauarbeiten fließen – deutlich mehr als zunächst vorgesehen. Begründet wird das zum einen mit den generellen Anstieg der Baukosten, zum anderen auch damit, dass das Projekt ausgeweitet wurde.

Naturnaher Park statt perfekte Rasenflächen

In den Planungsentwurf wurden nach Online-Beteiligung und mehreren Veranstaltungen, organisiert von der Planergemeinschaft für Stadt und Raum, auch Hinweise von Bürgern aufgenommen. Die Pläne sehen Veränderungen an Wegen, am Ufer und an Wiesen vor. „Es soll ein Park entstehen, wo Ökologie eine große Rolle spielt, mit einer heimischen Bepflanzung, die Tieren zugute kommt“, sagte Sabrina Schröder vom Büro glaßer + dagenbach. Entwickelt werden solle keine Anlage mit perfekten Rasenflächen, sondern mit einigen naturnahen Bereichen. Trotzdem, so Schröder, soll der Park gut nutzbar sein. So sind auch Spiel- und Liegeflächen vorgesehen, und das große Pfingstfest soll weiterhin auf dem Gelände stattfinden können.

Dennoch wird sich bei den Bepflanzungen auf verschiedenen Flächen einiges verändern. Die Vielfalt soll erhöht werden,

nicht-heimische Gewächse sollen durch heimische ersetzt werden. An einigen Stellen sind dichte Staudenpflanzungen und „Intensivbepflanzungen“ vorgesehen, um die Lebensbedingungen für Vögel und Kleintiere zu verbessern.

Es entstehen neue Brutplätze für Vögel

Auch in dem großen Regenwasserbecken in der Grünanlage sollen neue Brutplätze für Vögel entstehen. Dazu sind Schilfinseln geplant, die gleichzeitig auch dazu beitragen können, die Wasserqualität zu verbessern. Um das Wasser zu reinigen, das teilweise sehr lange in dem Becken bleibt, soll auch die Randbepflanzung angepasst werden. „Die Maßnahme stellt eine Verbesserung für Vögel dar, die sich relativ schnell einstellen wird“, sagte Udo Dagenbach vom zuständigen Landschaftsplanungsbüro. „Verbesserungen am Gewässer werden sich nach etwa ein, zwei Jahren zeigen.“

Bei all den neuen Pflanzen werden aber wohl auch ein paar bestehende Bäume weichen müssen. Rund ein halbes Dutzend haben die Planer im Blick, zum Teil seien die Bäume bereits beschädigt. „Ersatzpflanzungen sind natürlich möglich, die Stellen werden von uns noch ermittelt“, sagte Dagenbach. Der Park sei zwar schon stark bewachsen, aber die Bäume, die gefällt werden, könnten sicherlich ersetzt werden.

Podest soll dichten Zugang zum Wasser ermöglichen

Auch neue Möbel sind für den Park vorgesehen. Gut 40 neue Sitzbänke sollen aufgestellt und damit deren Zahl deutlich erhöht werden. Außerdem sind krähensichere Mülleimer geplant. Am Uferweg entlang der Havel wollen die Planer an zwei Stellen die Möglichkeit schaffen, dichter ans Wasser zu kommen. Einmal mit Stufen zum Sitzen und einem angrenzenden Steinblock, an einem anderen Ort ist ein Podest eingeplant.

Bei den Wegen soll sich ebenfalls etwas tun. „Da die Wege überaltert und die Beläge brüchig sind, werden auch diese

größtenteils erneuert“, so Dagenbach. Diskussionspunkt bei der Weggestaltung sind besonders die Radfahrer, die im Konflikt mit den Spaziergängern stehen. Durch den Park verläuft der Havel-Radweg, was zu zunehmendem Verkehr geführt hat. Und auf dem Uferweg könnte es künftig noch enger werden: Dieser soll rund einen halben Meter schmaler werden, um den ökologischen Anforderungen des Förderprogramms gerecht zu werden, wie die Planer sagen.

Schranken sollen Radverkehr ausbremsen

Stattdessen haben sie sich andere Optionen überlegt: Um den Radverkehr zu regulieren sollen an mehreren Stellen im Park Schranken eingebaut und Info-Tafeln aufgestellt werden, die auf die Situation hinweisen.

Außerdem sind auf dem Uferweg Elemente vorgesehen, die Radfahrer ausbremsen sollen – zum Beispiel, indem der Weg an einigen Punkten leicht verengt wird und nicht gerade verläuft, sondern im leichten Bogen um Sitzbänke herum. Bei der Vorstellung der Planungen wurde von mehreren Bürgern vorgeschlagen, den Radweg außerdem abzutrennen oder farblich zu markieren.

Inwieweit die Vorschläge noch einbezogen werden können, bleibt abzuwarten. Im Anschluss an die Ideen-Vorstellung wollen die Beteiligten den Entwurf aber noch einmal auf mögliche Veränderungen überprüfen. Im Herbst, so sieht es der aktuelle Zeitplan vor, soll dann die genehmigte Planung vorliegen, so dass Ende des Jahres die Bauleistungen ausgeschrieben werden können. Möglicherweise könnten dann auch schon die Bauvorbereitungen beginnen. Der tatsächliche Umbau ist in mehreren Abschnitten ab 2020 bis Ende 2021 vorgesehen.

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