Wohnungsbau

Quartier "Waterkant" in Spandau wird ausgebaut

Der Baustadtrat fordert eine Entscheidung über die Verkehrsanbindung der "Waterkant" - sonst droht er, kein Baurecht zu vergeben.

So könnte das größte Teilprojekt der "Waterkant Berlin" mit dem zentralen Park einmal aussehen. 

So könnte das größte Teilprojekt der "Waterkant Berlin" mit dem zentralen Park einmal aussehen. 

Foto: Machleidt GmbH

Berlin. An der neuen "Waterkant Berlin" im Spandauer Ortsteil Haselhorst wird seit dem Sommer gebaut, die ersten Gebäude sind bereits erkennbar. Und während dort alles nach Plan laufe - so sagte es Snezana Michaelis, Vorstandsmitglied der Gewobag, hat das Bauunternehmen im Spandauer Rathaus den Siegerentwurf für das dritte und größte Teilprojekt der "Waterkant" präsentiert.

Mehr als 900 der insgesamt rund 2500 geplanten Wohnungen soll dieser Abschnitt beinhalten, außerdem insgesamt 30.000 Quadratmeter Fläche für Gewerbe und soziale Infrastruktur. Unter anderem ist an der Rhenaniastraße ein Gymnasium vorgesehen und ein sogenannter Mobilitätshub, in dem Bewohnern aus dem Gebiet verschiedene Sharing-Angebote von Verkehrsmitteln zur Verfügung stehen sollen - etwa Elektroroller, E-Bikes oder Lastenfahrräder.

"Besonders an dem Quartier ist der zentrale Park. Alle Wohnungen orientieren sich zu dem Park hin", sagte Christian Beck von wiechers beck Architekten. Von dem Büro kam gemeinsam mit ARGE Lavaland und Treibhaus Landschaftsarchitekten der Siegerentwurf. Die meisten Häuser sollen vier Geschosse plus ein Staffelgeschoss haben, bei wenigen sind fünf Geschosse plus Staffelgeschoss vorgesehen.

Das Ganze sei als autofreies Quartier geplant, erklärte Beck weiter. Deshalb soll es eben jenen Mobilitätshub am Rand des Bauabschnitts geben, zu dem auch eine Garage für Privatfahrzeuge und Fahrradstellplätze gehören. Die soziale Infrastruktur soll außer dem Gymnasium eine Kita umfassen, daneben sind weitere Einrichtungen, Sport- und Spielflächen angedacht.

Stadtrat Bewig fordert Entscheidungen über Verkehrsanbindung

"Wir wollen ein Gesamtquartier", sagte Spandaus zuständiger Baustadtrat Frank Bewig (CDU). Deshalb soll neben Wohnungen auch die notwendige Infrastruktur geschaffen werden. Größtes Thema bleibt dabei die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr. Und die könnte durchaus zum Knackpunkt werden. Denn ob und wann tatsächlich eine Straßenbahn zur "Waterkant" fahren wird oder die nahe Siemensbahn wieder in Betrieb genommen wird, das ist noch nicht abschließend geklärt.

Er warte jeden Tag darauf, dass die Senatsverkehrsverwaltung einen Beschluss verkünde, wie das Entwicklungsgebiet mit den Tausenden neuen Wohnungen angeschlossen werden soll, so Bewig. "Wenn da nicht in den nächsten Monaten Entscheidungen getroffen werden, kann man das nicht verantworten", sagte der Stadtrat weiter und kündigte an, er werde kein Baurecht schaffen, wenn die Fragen zur notwendigen Verkehrsinfrastruktur nicht geklärt seien. "Dann werde ich die Reißleine ziehen."

Planmäßig im kommenden September soll der zweite "Waterkant-"Bauabschnitt der Gewobag mit 460 Wohnungen beginnen, das Bebauungsplanverfahren steht kurz vor dem Abschluss. Vorstandsmitglied Michaelis betonte dabei, dass auch dort über die Wohnungen hinaus gedacht werde. Es sei etwa ein "Quartiersplatz" vorgesehen, um den herum Cafés und weitere Treffpunkte für Anwohner geplant sind. Außerdem soll während der Bauarbeiten an der "Waterkant" auch der Radweg bis zum U-Bahnhof Haselhorst ausgebaut werden.

Der Wohnungsbau im dritten Bauabschnitt wird dagegen wohl erst im Jahr 2022 beginnen und soll bis 2025 abgeschlossen sein. Vorher, so Michaelis, müsste die Fläche noch beräumt und Altlasten beseitigt werden. Auch der Bau der Kita und des Gymnasiums wird entsprechend noch einige Jahre dauern. Im ersten Bauabschnitt sollen mehrere Hundert Wohnungen bereits 2020 fertig sein, in den nächsten Teilprojekten von Gewobag und WBM folgen weitere rund Tausend Wohnungen bis 2021.

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