Wenn in Spandau neue Wohnungsbauprojekte vorgestellt werden, dann fallen immer wieder Begriffe wie „Mobilitätshub“, „Car-Sharing“ oder „Bike-Sharing“. Zuletzt wurden solche Ideen etwa für die Quartiere „Waterkant“ und „Das Neue Gartenfeld“ genannt. Planer und Investoren sind dort dabei, innovative Konzepte zu entwickeln, um die Mobilität der künftigen Bewohner zu gewährleisten – eine Herausforderung in einem Bezirk wie Spandau: Einige Ortsteile sind öffentlich nur von Bussen erschlossen, die Straßen sind schon jetzt überlastet – und in den kommenden Jahren sollen Tausende Einwohner hinzukommen. Lösungen zu finden, ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben. Deshalb wird auch das Leserforum der Berliner Morgenpost in Spandau die Mobilität als einen Schwerpunkt behandeln.

Das Forum in der Reihe „Morgenpost vor Ort“ trägt den Titel „Spandau – Probleme und Perspektiven eines Bezirks“. Es beginnt am Donnerstag, 22. November, um 19 Uhr in der Aula des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums an der Galenstraße und dauert etwa zwei Stunden. Auf dem Podium diskutieren: Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD); Sven-Uwe Dettmann (Geschäftsführer Partner für Spandau) von der Altstadtvertretung; Jens Wieseke, stellvertretender Vorsitzender und Sprecher des Fahrgastverbandes Igeb; Jessica Hanack, Spandau-Reporterin der Berliner Morgenpost, sowie Polizeioberrat Dirk Gleske, stellvertretender Leiter des Polizeiabschnitts 21. Moderator des Leserforums ist Hajo Schumacher, Publizist und Kolumnist der Morgenpost. Nach der etwa 70 Minuten langen Podiumsdiskussion können die Gäste im Publikum Fragen stellen und mitdebattieren. Die Teilnahme ist kostenlos, Sie müssen sich allerdings in unserer Redaktion anmelden. Wie das geht, lesen Sie im Infotext unten.

Bei dem Leserforum sollen vier Themen im Fokus stehen. Eines ist die Zukunft des Bezirks, insbesondere in den Bereichen Stadtentwicklung, Infrastruktur und Wirtschaft. Außerdem sollen die Situation der Altstadt und die Sicherheit in Spandau diskutiert werden: Gibt es Kriminalitätsschwerpunkte oder neue Einbruchsserien? Den vierten Schwerpunkt bildet dann die Mobilität. Vor allem über Pläne zum Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und die Herausforderungen, die durch Berufspendler entstehen, soll gesprochen werden.

Mehr als 21.000 Pendler allein aus dem Havelland

Das Thema Mobilität ist eines, das sich in Spandau zum Dauerbrenner entwickelt hat. Egal ob im Norden oder Süden des Bezirks: Das Verkehrsproblem beschäftigt überall die Einwohner. Wer zu Berufsverkehrszeiten auf Spandaus Straßen unterwegs ist, steht regelmäßig im Stau. Die Züge sind derweil überfüllt, auch weil die Zahl der Pendler aus dem Umland immer weiter wächst. Allein aus dem Havelland fahren laut Pendleratlas der Arbeitsagentur inzwischen täglich mehr als 21.000 Menschen zu ihren Jobs nach Berlin.

An Ideen, um die Probleme anzugehen, mangelt es dabei nicht. Sowohl die Spandauer SPD als auch die CDU haben bereits Verkehrskonzepte für den Bezirk entwickelt. Die SPD schlug darin unter anderem vor, die S-Bahn nach Nauen zu verlängern und zugleich den Regionalverkehr auszubauen. Weitere Schwerpunkte sind der U-Bahn-Ausbau in die Gebiete Falkenhagener Feld, Heerstraße Nord und Kladow sowie der Neubau eines Straßenbahnnetzes. Auch von der CDU wurde der Ausbau der U-Bahn gefordert, zudem hat sie Schnellbuslinien ins Spiel gebracht, die auf eigenen Trassen am Verkehr vorbeifahren sollen. Ein weiteres Verkehrskonzept stammt von der Initiative „Pro Spandauer Tram“, die darin den Aufbau eines Straßenbahn-Inselnetzes in Spandau bewirbt. Entscheidungen, wie der Verkehrskollaps verhindert werden soll, hängen am Ende am Land Berlin, das für den öffentlichen Nahverkehr verantwortlich ist. Dass der Senat endgültige Beschlüsse fasst, darauf warten die Spandauer dringend.

Diese Experten sitzen auf dem Podium

Helmut Kleebank
Helmut Kleebank© Sergej Glanze

Helmut Kleebank (53, SPD) ist seit sieben Jahren Bezirksbürgermeister von Spandau und im Bezirksamt auch zuständig für Personal, Finanzen, Schule und Sport. Er wuchs im Ortsteil Falkenhagener Feld auf. Nach Abitur und Ausbildung zum Krankenpfleger studierte er Mathematik und Physik auf Lehramt. Kleebank war bis 2011 Leiter der Heinrich-Böll-Oberschule in Hakenfelde.

Sven-Uwe Dettmann
Sven-Uwe Dettmann© Privat

Sven-Uwe Dettmann (52) ist seit 2002 Geschäftsführer der Bezirksmarketing-Gesellschaft Partner für Spandau und Mitglied der Altstadtvertretung. Der Diplom-Kaufmann ist in Spandau geboren und aufgewachsen, wohnt in Staaken. Vor seinem Betriebswirtschaftsstudium volontierte er beim „Spandauer Volksblatt“.

Jessica Hanack
Jessica Hanack© Anikka Bauer

Jessica Hanack (24) ist gebürtige Spandauerin und bei der Berliner Morgenpost als Reporterin für den Bezirk zuständig. Bevor sie im Juni zur Morgenpost kam, hat sie bei der „Mitteldeutschen Zeitung“ in Halle (Saale) volontiert und als Redakteurin gearbeitet. Zuvor studierte sie Journalistik in Magdeburg.

Jens Wieseke
Jens Wieseke© Privat

Jens Wieseke (54) ist seit 2004 stellvertretender Vorsitzender des Berliner Fahrgastverbandes Igeb. Als Sprecher des Verbandes gilt er als kritische Stimme für Hunderttausende Bahn- und Busfahrgäste. Der gebürtige Köpenicker arbeitet bei der Deutschen Post, dort hat er auch eine Lehre absolviert und studiert.

Hajo Schumacher
Hajo Schumacher© Sergej Glanze | Sergej Glanze

Hajo Schumacher (54), Morgenpost-Autor und -Kolumnist, moderiert die Diskussionsrunde. Der studierte Journalist und Politikwissenschaftler, in Münster geboren, arbeitet auch für Magazine, Hörfunk, Online und TV. Er ist zudem Verfasser etlicher Bücher („Restlaufzeit“, „Männerspagat“, „Bewegt euch!“).

Dirk Gleske
Dirk Gleske© privat | privat

Dirk Gleske (53), ist seit 1984 bei der Polizei, heute Polizeioberrat und stellvertretender Leiter des Abschnitts 21. Zuvor war er unter anderem in Charlottenburg und Tempelhof tätig. Gleske ging in Spandau zur Schule. Der Abschnitt 21 umfasst den zentralen Teil des Bezirks von Falkenhagener Feld bis Ruhleben.

So können Sie am Leserforum teilnehmen

Das Leserforum „Morgenpost vor Ort“ zum Thema „Spandau – Probleme und Perspektiven eines Bezirks“ beginnt am Donnerstag, 22. November, um 19 Uhr in der Aula des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums, Galenstraße 40–44. Es dauert zwei Stunden. Die Teilnahme ist für unsere Leser kostenlos.

Voraussetzung zur Teilnahme ist eine Anmeldung in unserer Redaktion unter dem Kennwort „Morgenpost vor Ort“. Das geht ganz einfach per E-Mail an aktionen@morgenpost.de, per Fax an die Nummer 030/8872 77967 oder per Postkarte/Brief an die Berliner Morgenpost, Redaktion Lokales, Kurfürstendamm 21, 10719 Berlin. Teilen Sie uns bitte mit, wie viele Plätze Sie benötigen. Abonnenten der Berliner Morgenpost können gern ihre Abonummer dazuschreiben, sie werden bei der Platzvergabe bevorzugt berücksichtigt. Die Anmeldungen werden nach Eingang bearbeitet und müssen spätestens bis Mittwoch, 21. November, 12 Uhr, in der Redaktion vorliegen.

Das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium ist sehr gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Der S-Bahnhof Spandau sowie die U-Bahnhöfe Rathaus Spandau und Altstadt Spandau sind nur wenige Gehminuten entfernt. Noch näher liegt die Bushaltestelle Altstädter Ring/Moritzstraße, dort halten die BVG-Busse der Linien M37, M45, 134, 136, 137 und 337. Parkplätze gibt es im begrenzten Umfang in den umliegenden Straßen sowie im Parkhaus am Altstädter Ring.