Die Klage über verdreckte, veraltete oder kaputte Schultoiletten in Berlin ist berechtigt. Die öffentliche Hand ist in der Pflicht. Aber das Problem steckt nicht nur in ausgelagerten und/oder ausgedünnten Putzzuständigkeiten. Sondern das Problem sitzt oft mit heruntergelassener Hose direkt auf der Toilettenbrille. Oder steht – noch schlimmer – freihändig schlenkernd davor.
Wer so tut, als ließe sich dies allein mit mehr Personal und Geld lösen, hat vermutlich auch vergessen, seine Kinder über die Nichtexistenz von Heinzelmännchen aufzuklären. Und räumt ihre Teller noch immer selbst in die Spülmaschine. Denn Toiletten werden nicht einfach so von selbst schmutzig. Papier auf dem Boden, Schmierereien an den Wänden, absichtlich verstopfte Becken oder abgetretene Toilettenpapierhalter sind Zeichen sozialer Defizite. Das ist kein Versagen der Reinigung. Das ist fundamentales Versagen im Benehmen, ein ausgestreckter Mittelfinger im Miteinander und die Folge fehlender Erziehung.
Toiletten-Etikette: Warum die Klobürste Verantwortung bedeutet
Wer eine Toilette benutzt, trägt Verantwortung. Klobürsten sind ein höchst demokratisches Werkzeug, ein Mittel, sich verantwortlich für die Gemeinschaft zu zeigen. Nur leider gibt es sogar noch mehr Nicht-Bürster als Nichtwähler.
Was hilft? Der Seitenwechsel. Zur Not der erzwungene. Wer danebenpinkelt oder mutwillig Dreck hinterlässt, dem möge Karma das Handy ins Klo fallen lassen. Und wer erwischt wird, sollte zur Kloreinigung angeleitet werden.
Denn saubere Toiletten entstehen durchs Putzen, benutzbare Toiletten behält man durch Rücksicht. Solange diese grundsätzliche Einsicht fehlt, wird jeder zusätzliche Reinigungseinsatz, jede Reparatur, jede Sanierung nur kurzfristig Folgen bekämpfen.



