Noch sind die Straßen der Cité Foch in Reinickendorf Privatstraßen im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die BImA hat sich in einem städtebaulichen Vertrag mit dem Bezirksamt Reinickendorf dazu verpflichtet, diese privaten Straßen umfassend zu erweitern und umzubauen, um eine öffentliche Widmung und Übertragung an das Land Berlin zu ermöglichen.

Bis das Land Berlin sie übernimmt, ist noch einiges zu tun. „Die Leitungen verlaufen hier wie Kraut und Rüben, das hat mit den deutschen Standards überhaupt nichts zu tun“, sagte ein Vertreter der BiMA bei einem Richtfest der Berliner Morgenpost. Denn die Cité Foch ist eine ehemalige Siedlung der französischen Alliierten. Die Siedlung entstand im Wesentlichen zwischen 1952 und 1976 als Wohngebiet für die französischen Streitkräfte in Berlin und ihre Angehörigen.

Die Leitungen werden jetzt komplett erneuert

Die Berliner Wasserbetriebe formulieren die Lage etwas zurückhaltender. „Bisher lagen die Ver- und Entsorgungsleitungsanlagen in diesem Gebiet teilweise nicht im Straßenland, sondern auf bebauten Grundstücken.“ Diese Leitungen werden jetzt komplett erneuert und wie stadtweit üblich in die Trassen der ebenfalls neu zu bauenden Straßen verlegt. Dabei liegt die Regie der Arbeiten komplett bei der BImA, alle Arbeiten werden von der Firma Eurovia ausgeführt.

Die Berliner Wasserbetriebe haben mit der BImA einen Vertrag zur Herstellung von Anlagen der Wasserversorgung sowie zentralen Anlagen der Schmutz- und Straßenentwässerung in diesen Straßen geschlossen. Die BImA verantwortet als Erschließungsträger die Gesamtmaßnahme, den Straßenneubau und die Herstellung der Regenwasseranlagen.

Cité Foch erhält 3,4 Kilometer neue Leitungen und modernes Pumpwerk

„Die neuen Rohre und Kanäle müssen neben dem Bestand in vielen kleinen Schritten so neu gebaut werden, dass sowohl die Ver- und Entsorgung als auch der Verkehr dort möglichst reibungslos funktionieren und die Häuser zugänglich bleiben“, teilen die BWB mit.

Denn auf rund 47 Hektar (Vatikanstadt hat im Vergleich nur 44 Hektar). Insgesamt entstehen in der Cité Foch rund 3,4 Kilometer neue Trinkwasserleitungen sowie Schmutz- und Regenwasserkanäle. Ein neues Regenrückhaltebecken und ein neues Schmutzwasserpumpwerk sind bereits fertig. Nach den Leitungsarbeiten folgt der komplette Straßenneubau durch die BImA.

Die Erschließungsmaßnahme ist in drei Bauabschnitte unterteilt: In der Avenue Charles de Gaulle haben die Arbeiten im Oktober 2023 begonnen und sind mittlerweile abgeschlossen. Die Arbeiten in der Rue Racine laufen aktuell. In der Rue Montesquieu wurde nun der Baustart auf den Januar 2026 vorgezogen, um durch das zeitgleiche Bauen in den Abschnitten Rue Racine und Rue Montesquieu die Gesamtbauzeit zu verkürzen und damit auch der Belastungen für die Anwohner:innen zu mindern.

Die Arbeiten in der Rue Montesquieu teilen sich in drei Bauabschnitte: Der erste Abschnitt zwischen Jean-Jaurès-Straße und Rue Simone Beauvoir (Planstraße L) ist mit acht Monaten veranschlagt, also bis August. Insgesamt soll die neue Wasser- und Abwasserinfrastruktur für die Cité Foch bis Mitte 2027 fertiggestellt werden.