Gerade haben sie mit einerLänge von 10,65 Metern den wohl größten Stammtisch Berlins aufgestellt. Die Tafel aus Eiche steht am Rallenweg im Tegeler Forst. „Ein ganz massives Stück“, schwärmt Gerd Koch, der 1. Vorsitzende der Waldfreunde Tegelsee. „Den haben wir für die Öffentlichkeit bereitgestellt, damit wir und auch andere Menschen sich auch mal in einer größeren Gruppe im Wald zusammensetzen können.“ Zum Beispiel, um im Wald über den Wald zu lernen.

Seit zehn Jahren gibt es den Verein der Waldfreunde Tegelsee. Zusammengefunden haben sie sich ursprünglich, um den Waldspielplatz zu retten. Der war über die Jahre kaputtgegangen, sollte abgerissen werden. Die Anwohner begannen damit, Unterschriften zu sammeln. „Und vielleicht weil es kurz vor der Wahl war, hatte die Politik auf einmal ein offenes Ohr“, sagt Koch und lacht. Aus den Menschen, die besonders engagiert dabei waren, ist der Verein entstanden.

Der Wolf zurück in Tegel? Waldwanderungen und Info-Abende locken viele Interessierte an

Es gibt rund 20 Mitglieder. „Häufig sind es Menschen, die hier geboren sind, die einfach ihren Wald lieben.“ Aber es gibt eine Vielzahl an Interessenten, die zu den Waldwanderungen und Info-Veranstaltungen in der Humboldt-Bibliothek oder der Volkshochschule kommen, etwa zur Rückkehr des Wolfes, zu Pilzen oder dem Klimawandel.

Der längste Stammtisch Berlins im Tegeler Forst
Der längste Stammtisch Berlins im Tegeler Forst musste mit schwerem Gerät aufgebaut werden.© Gerd Koch | Gerd Koch

„Ich kann nur jedem raten, sich auch irgendwo zu engagieren, was einem dann Freude macht und was vielleicht auch ein klein bisschen zurückgibt an die Gesellschaft“, sagt der Vorsitzende Bock. Der auf Herzschrittmacher spezialisierte Elektroingenieur ist vor 12 Jahren aus Stuttgart nach Heiligensee gezogen, um dort seinen Ruhestand zu verbringen.

Zwei Jahre später begann die Arbeit im Verein. „Wir versuchen, mit unserer Arbeit den Förster und die Forsten generell zu unterstützen“, erzählt Koch im Gespräch mit der Morgenpost. Als privater Verein sei vieles leichter. Zum Beispiel Spenden sammeln. Davon pflanzen sie dann zum Beispiel Bäume oder bringen Wildwarnreflektoren an. Diese putzt der Verein übrigens auch jedes Jahr zweimal. „Das ist richtige Handarbeit. Mit Warnweste schrubben wir die Reflektoren von Konradshöhe bis nach Tegel“, erzählt Koch.

Das vergangene Halbjahr war wegen der katastrophalen Sturmfolgen, mit denen der ganze Bezirk und der Tegeler Forst zu kämpfen hatten, nicht einfach. Aber sie haben angepackt, als der lange gesperrte Wald wieder zugänglich war. Unter anderem haben sie die zerstörten Zäune vom Wildgehege repariert. Das durch die Lücke geflüchtete Dammwild sehen die Vereins-Mitglieder manchmal. „Die halten auch in Freiheit als Gruppe zusammen. Neulich hat sie jemand gefilmt, wie sie am Straßenrand stehen.“