Das Gebrauchtwarenkaufhaus NochMall der Berliner Stadtreinigung (BSR) hat kürzlich seinen 5. Geburtstag gefeiert. Was dieser Gebraucht-Shopping-Tempel für den Bezirk Reinickendorf bedeutet und warum hier ein „echter Lieblingsort“ für sie entstanden ist, verrät die Bezirksstadträtin für Ordnung, Umwelt und Verkehr Julia Schrod-Thiel (CDU) im Interview.

Sie waren bei den Feierlichkeiten vor Ort – was bedeutet die NochMall für den Bezirk?

Die NochMall wurde mit ganz viel Mut und dem Glauben daran, dass etwas Großartiges im Bezirk Reinickendorf entstehen kann, direkt im Kiez an der Auguste-Viktoria-Allee vor fünf Jahren gegründet. Sie ist von Beginn an als erstes Gebrauchtwarenhaus der BSR in Berlin ein nicht mehr wegzudenkender und wichtiger Ort für das Leben und Erleben einem besseren Umgang mit bestehenden Ressourcen.

Was meinen Sie damit?

Gut erhaltene Gegenstände, die einem nicht mehr wichtig sind, wandern nicht in die Mülltonne oder verbotenerweise an den Straßenrand, sondern können hier abgegeben werden und schnell einen neuen Besitzer finden. Das kann ein ungenutztes Fitnessgerät, der ausgediente Sessel oder auch das aussortierte Spielzeug, Omas Prozellanservice oder die zu klein gewordenen Kleidungsstücke sein.

Der letzte Gegenstand, den Sie vorbei gebracht haben, war…

…als ich anlässlich des 5. Geburtstages vor Ort war ein Dekorationsartikel in Fahrradform, den ich von einem Vermieter im Urlaub geschenkt bekommen habe und der bei mir sein Dasein als „Stehrumsel“ und „Staubeinchen“ fristete.

Als ein typischer Gegenstand, den man sich selbst nicht bewusst gekauft hat oder der einen zum persönlichen Glück gefehlt hat?

Richtig, ich bin davon überzeugt, dass es einen NochMall-Besucher geben wird, der dem Fahrrad eine glückliche, neue Heimat bieten wird. Außerdem steht es dann bei mir nicht mehr sinnlos rum und staubt ein.

In Ihrem Grußwort haben Sie Sie die NochMall als „absoluten Lieblingsort“ bezeichnet – können Sie das näher erläutern?

Sie bietet ein vielseitiges Angebot für alle: Für Anwohner, für Schnäppchenjäger und Vintage-Freunde, aber auch für kostenbewusste und an Abfallvermeidung interessierte Menschen. Im Café kommen Kaffee-, Kuchen- und Waffelliebhaber auf ihren Genuss. In Workshops können die eigenen Upcycle- und Reuse-Idee besprochen sowie verwirklicht werden und jeder kann seinen eigenen, persönlichen Beitrag zur Stadtsauberkeit und Ressourcenschonung leisten. Dies alles ohne zu viel Schnickschnack sondern mit viel Empathie für das Wesentliche und trotzdem auch bunt, wild und einzigartig.

Was wünschen Sie der NochMall für die Zukunft?

Dass sie mindestens noch mal fünf Jahre besteht, schwarze Zahlen schreibt und die Idee auch in anderen Bezirken umgesetzt wird.

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